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Hier wird gerade ein zu schneller Fahrer auf dem Auenweg in Köln geblitzt.

Illegale Autorennen in Köln: Szene blüht auf – Polizei aktiv

Köln | Es ist 21:30 Uhr an einem Freitag Abend. In Köln-Poll vor dem ehemaligen Praktiker Markt ist auf dem riesigen Parkplatz kein Platz mehr frei. Junge Männer und Frauen flanieren und bewerten aufgemotzte und vor allem tiefergelegte Autos. Ein ähnliches Bild am Kölner Tanzbrunnen und vor den alten Messehallen am Kennedyufer. Die Kölner Polizei nimmt diese Szene nach drei schweren Unfällen durch illegale Autorennen jetzt in den Fokus und kündigt Null Toleranz an.

Filmkult - Illegale Straßenrennen

1955 drehte James Dean den Film „Denn sie wissen nicht, was sie tun“. Berühmt ist die Szene des Chicken Run, also des „Hasenfußrennens“. Die Filmserie „Fast & Furios“ über eine illegale Straßenrennszene kündigt den achten Teil an, auch wenn ihr Star Paul Walker, der die Figur des Brian O´Conner verkörperte, am 30. November 2013 in Santa Clarita bei einem Unfall auf dem Beifahrersitz starb. Sein mit ihm befreundeter Automobilrennfahrer Roger Rodas steuerte den Porsche Carrera GT, der bei überhöhter Geschwindigkeit mit 160 km/h gegen einen Laternenmast und Baum traf und in Flammen aufging. Beide starben. Auch James Dean starb am 30. September 1955 bei einem Unfall mit seinem silbernen Porsche 550 Spyder. Dies sind nur zwei Beispiele, die zeigen, dass um schnelle Autos oder illegale Rennen gerade unter jungen Fahrern, immer wieder ein Filmkult entsteht. Obwohl deren Protagonisten im Straßenverkehr und nicht bei Rennen sterben, die Gefahr die von solchen Rennen und zu schnellem Fahren ausgeht, unterschätzt wird. Aktuell hängt die Werbung für „Fast & Furios 7“, dem letzten Film in dem der tote Paul Walker noch mitgespielt hatte.

Szene macht Kölner Polizei Sorgen

In Köln habe sich eine Szene gebildet, die auch dem illegalen Autorennen auf öffentlichen Straßen frönt, stellt die Kölner Polizei fest. Erschreckend daran ist, dass bei drei illegalen Autorennen im März und April in Köln und Leverkusen bereits zwei unschuldige Menschen starben und ein dritter schwer verletzt wurde. Am 26. März ein Taxifahrgast auf der Aachener Straße, am 14.4. eine 19-jährige Radfahrerin und am 15.4.2015 ein Fußgänger in Alkenrath. Alle drei waren zufällig dort, wo die Raser ihre illegalen Straßenrennen durchführten und die Kontrolle über Fahrzeug verloren, oder wie in Leverkusen Alkenrath eine rote Ampel überfuhren.

Wo trifft sich die Szene

Ein Treffpunkt ist der Kölner Polizei bekannt. Es ist der Tanzbrunnen und das Kennedy Ufer an den alten Messehallen, wo sich jetzt RTL befindet. Schon am Nachmittag stehen aufgemotzte, zumeist schwarze Fahrzeuge der Marken BMW, Mercedes und Audi, aber auch vereinzelt ein Ford Mustang GT in den Parklücken. Darum gruppieren sich junge Männer und Frauen, vereinzelt kreist die Shisha-Wasserpfeife. Am frühen Abend zwischen 19 und 20 Uhr dreht man noch gemütlich seine Runden am Kennedy-Ufer und lässt den Motor tief röhren, um seine Platzhirschambitionen kund zu tun. Später am Abend sind ähnliche Fahrzeugansammlungen auf dem Parkplatz des ehemaligen Praktiker Baumarktes in Poll zu finden. Praktisch, denn ein Fast Food Restaurant versorgt die Szene gleich mit Burgern. Dort allerdings sind die jungen Frauen und Männer im Alter zwischen 18-24 Jahren unter sich. Die Kennzeichen verraten, dass sich hier nicht nur Kölner, sondern sich die Städter mit den PS-Freaks des Umlandes treffen. Es ist friedlich und man zeigt was man hat, jeder Millimeter des Wagens getunt und saubergeleckt. Die Mädels zeigen Respekt vor der Arbeit der Jungs oder Missfallen. Manche haben in Poll sogar Campingstühle mitgebracht. Hier dreht sich alles ums Auto, Reputation gewinnt der, der den coolsten Wagen hat. Beide Plätze verfügen über ideale Ausgangslagen für kurze Sprints gegeneinander. In Poll liegt die Frankfurter Straße nicht weit, das Gewerbegebiet ist Nachts wie leergefegt, am Kennedy-Ufer kann man direkt gegeneinander antreten, mit viel Zuschauern oder auf den nahegelegenen Auenweg ausweichen, wo die 19-jährige Radfahrerin getötet wurde.

Die Kölner Polizei kündigt konsequentes Vorgehen an

Am Freitagnachmittag blitzte die Kölner Polizei daher seit 15 Uhr am Auenweg und hatte gegen 19:30 Uhr 2.642 Fahrzeuge kontrolliert. 205 Fahrzeuge waren zu schnell. Bei 196 mussten Verwarnungen ausgesprochen werden, bei neun Fahrern wird ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Ein Motorradfahrer fuhr statt der erlaubten 50 km/h schon 95 km/h und drei PKW wurden mit Geschwindigkeiten zwischen 85 und 90 km/h geblitzt. Ihnen droht jetzt ein Bußgeld von 200 Euro, drei Punkte in Flensburg und ein einmonatiges Fahrverbot. Verstärkte Geschwindigkeitskontrollen sind die eine Maßnahme. Für die zweite Maßnahme bittet die Kölner Polizei um Mithilfe der Bevölkerung. Die Beamten wollen präventiv arbeiten. Die Szene ansprechen, Ihnen die Gefahren vor Augen führen. Neben bereits bekannten Treffpunkten bittet die Kölner Polizei die Bürger darum Treffpunkte zu melden. Wo versammeln sich Abends junge Menschen mit aufgemotzten Wagen? Damit man dort mit diesen sprechen kann.

Die gesamte Kölner Polizei werde Aggression im Straßenverkehr nicht dulden, kündigte Polizeipräsident Wolfgang Albers an. Weder illegale Autorennen, noch aggressives Verhalten. Man werde ganz intensiv kontrollieren. Es werde vermehrt geblitzt werden, nicht nur an Tagen des Blitzmarathons. An den Szenetreffpunkten werde man die Fahrzeuge auf Verkehrstauglichkeit überprüfen. Die Kölner Polizei droht auch damit Raser oder aggressive Fahrer ohne Unfälle der Straßenverkehrsbehörde zu melden und ein Verwaltungsverfahren einzuleiten, dass überprüfen soll, ob dieser Fahrer oder Fahrerin überhaupt geeignet ist ein Fahrzeug zu führen. Im schlimmsten Fall kann die Behörde den Führerschein einziehen.

Die Rennen so die Erkenntnisse der Kölner Polizei würden oft zufällig ausgetragen. Aus dem Szenetreffpunkt heraus, aber auch durch ein zufälliges Treffen an einer Ampel. Die PS-starken Fahrzeuge stammten nicht selten aus der Garage der Eltern, oder die jungen Männer hätten zusammengelegt um sich ein derartiges Fahrzeug überhaupt leisten zu können. Polizeipräsident Wolfgang Albers: „Wir werden das Testosteron gesteuerte Verhalten einzelner Verkehrsteilnehmer unterbinden. Das werden wir ganz intensiv machen und nicht tolerieren.“

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