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Die Aktivisten des Bündnisses "Köln stellt sich quer" - gegen KÖGIDA am 5.1.2015

Breites Bündnis gegen „Kögida-Spaziergang“ am 5.1.2014 appelliert an Kölner sich quer zu stellen

Köln | aktualisiert | Ein breites Bündnis aus über 40 Gruppen stellt sich am Montagabend, 5.1.2014, dem ersten „Pegida“-Zug in Köln mit dem Titel „Kögida“, der am Ottoplatz in Köln-Deutz starten soll, entgegen. Heute informierten Vertreter des Bündnisses zu dem neben den politischen Parteien auch der Katholikenausschuss, der evangelische Kirchenverband, die Synagogen-Gemeinde, Arsch huh oder Kein Veedel für Rassismus gehören. Alle Informationen zum geplanten Zugweg von Kögida, den Gegendemonstrationen und Positionen des Aktionsbündnisses lesen Sie hier bei report-K. Mittlerweile schließen sich immer mehr Institutionen neben dem Kölner Dom der Licht aus Aktion an, darunter die Antoniter City Kirche und das Schokoladenmuseum. Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters beteiligt sich an der Gegendemo: „Ich rufe die Kölnerinnen und Kölner auf, ihre Solidarität mit den Flüchtlingen zu zeigen und sich klar gegen jede Form von Ausgrenzung und religiöser Diskriminierung zu wenden“, so Roters weiter. „Ich bitte alle Teilnehmer, friedlich und kreativ für Solidarität und Mitmenschlichkeit Stellung zu beziehen.“
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Auf Bundesebene bezeichnete Katja Kipping, Die Linke, die CSU als verlängerten Arm der "Pegida" und Wirtschaftsvertreter fürchten einen Imageschaden >
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Bei der "Dügida" soll es Streit zwischen den Veranstaltern nach einem "Holocaust"-Statement geben, wie report-D berichtet >
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Karte: www.mapz.com

Die geplanten Kundgebungen

Die „Kögida“-Bewegung trifft sich zu dem von ihr als „Spaziergang“ betitelten Zug durch Köln um 18:30 Uhr am Ottoplatz. Danach, so die Kölner Polizei, will man über die Mindener Straße, die Deutzer Brücke, Pipinstraße, kleine Sandkaul, Quatermarkt und Unter Goldschmied bis zum Roncalliplatz ziehen. Das Kölner Domkapitel wird aufgrund der Kundgebung von „Kögida“ die Außenbeleuchtung des Kölner Domes ausschalten. Die Begründung des Domkapitels lesen Sie hier bei report-K.

Die Gegenkundgebungen

An der Mindener Straße vor dem Triangle des Landschaftsverbandes Rheinlandes hat das Bündnis „Köln stellt sich quer – Kein Rassismus bei uns in Köln“ ab 17:30 Uhr zu einer Gegenkundgebung aufgerufen. Die Initiative „Kein Veedel für Rassismus“ hat mehrere Kundgebungsorte angemeldet. Zum einen an der Siegesstraße/Mindener Straße, der Deutzer Freiheit/Mindener Straße, Alter Markt und Bahnhofsvorplatz. Initiator Reiner Schmidt spricht von einer Art Wanderkundgebung. Die Gegenkundgebungen sind für Menschen die mit der S-Bahn anreisen über den Deutzer Bahnhof erreichbar, wer aus dem linksrheinischen anreist nutzt am Besten die KVB-Haltestelle Mindener Straße. Alle diese Versammlungsorte wurden von der Kölner Polizei bestätigt.

Die Zahlen der Anmelder

Der Anmelder der „Kögida“-Kundgebung Sebastian Nobile hat bei der Kölner Polizei 300-500 Teilnehmer angemeldet. „Köln stellt sich quer“ 1.000 und „Kein Veedel für Rassismus“ 1.200 Teilnehmer. Bei den Gegenkundgebungen hofft man auf eine wesentlich höhere Beteiligung, alleine auf Facebook hätte man bei „Kein Veedel für Rassismus“ schon über 6.000 Zusagen. Den Organisatoren der Gegenkundgebungen ist es allerdings sehr wichtig, dass mehr Kölnerinnen und Kölner zu den Gegenkundgebungen kommen und damit ein Zeichen für ein buntes, vielfältiges und weltoffenes Köln aussenden, als Mitläufer der „Kögida“-Kundgebung. Die Facebookseite der „Kögida“-Bewegung ist gesperrt, aus diesem Grund kann man hier nicht sehen, wie viele Teilnehmer sich dort angemeldet haben.

Der Anmelder der „Kögida“-Kundgebung

Sebastian Nobile hat den „Spaziergang“ bei der Kölner Polizei angemeldet. Sebastian Nobile steht heute der identitären Bewegung und Pro NRW* nahe, war aber bis Anfang 2013 bei der „German Defence League“ (DFL) aktiv. Auf Facebook erklärte Nobile sich damals so: „„Bin ab sofort nicht mehr in der German Defence League. Bitte keine Anfragen mehr an mich bezüglich der Gruppe(…). Ich identifiziere mich immer weniger mit der Gruppe, sympathisiere mehr mit den Identitären und noch einige andere Gründe. Das heißt nicht, dass ich die GDL schlecht finde, aber jeder hat seinen Platz. Ich unterstütze die GDL aber gerne weiter, das Ziel ist ja das Gleiche.“ Die GDL wurde 2010 gegründet und gilt als rechtsextrem und islamfeindlich. Die GDL wird vom Verfassungsschutz beobachtet und hat Verbindungen zu rechtspopulistischen Vereinigungen wie „Pax Europa“ und „Die Freiheit“, sowie dem rechten Internetblog „Politically Incorrect“ (pi-news). Im Internetblog endstation-rechts.de wird über die Distanzierung Nobiles berichtet (Den Blogbeitrag finden Sie hier). Im Kommentarbereich gibt es eine Antwort die mit „Sebastian Nobile - Montag, 04. März 2013, 14:08 Uhr“ überschrieben ist. Unter anderem heißt es dort: „Die sog. "Islamkritiker" stellen sich diesem Wandel entgegen und betonen die grundgesetzlichen, christlichen, jüdischen, römischen und griechischen Wertemodelle wie das der Demokratie, wie die Menschenrechte. Ich stehe voll hinter den Ansinnen von GDL, der FREIHEIT, der Pro-Bewegung und der Identitären.“ Nobile schreibt auch auf Pi-News als Autor und betreibt einen Blog (ohne Impressum und Kontaktmöglichkeiten), auf dem er unter anderem über die „Hogesa“-Veranstaltung am 26.10.2014 in Köln schreibt: „Die von den Organisatoren geplante Ausrichtung der “Hooligans gegen Salafisten”-Demo in Köln am 26.10.2014 war eine gute und wichtige Sache. Ausdrücklich luden sie alle Ethnien ein und distanzierten sich von “rechts”, womit im linksvergewaltigten Neusprech “Rechtsextremismus” gemeint ist...“ Interessant ist allerdings was Nobile weglässt, etwa das die als rechtsextrem eingestufte** Band „Kategorie C“ auf der Bühne vor den Organisatoren spielen durfte und damit von diesen eingeladen war. Das Nobile Pro-NRW nahesteht zeigt sich auch in einer Reihe von offenen Briefen, zuletzt an den Stadtrat und Oberbürgermeister von Duisburg. Nobile beklagt sich über „antidemokratische Maßnahmen gegen NPD und Pro NRW. Unter anderem heißt es „Auch wenn wir einige Aspekte der NPD nicht gutheißen, würden wir von der Bürgerbewegung Pro NRW niemals einen gewählten Volksvertreter, und mag er uns auch noch so gegen den Strich gehen, aus der politischen Arbeit ausschließen.“

Pro NRW und Pro-Köln rufen zur Beteiligung auf

Markus Wiener, der stellvertretende Pro-NRW-Vorsitzende, hat heute in einem Newsletter Mitglieder und Sympathisanten zur Teilnahme an „Kögida“ aufgerufen. Er nennt Köln die Hauptstadt der „Pro-Bewegung“ und kündigt eine tatkräftige Unterstützung an: „Schließlich ist es für PRO KÖLN und PRO NRW als politische Speerspitze der Islamkritik eine Ehrenpflicht, auch diese überparteiliche Bewegung nach Kräften zu fördern.“

Wie nahe stehen sich Pegid NRW und Pro NRW?

Melanie Dittmer ist Pressesprecherin der "Pegid NRW". Die "Pegid NRW" legt Wert auf eine Distanzierung zu Pro NRW, wie sie auf eine Anfrage von report-k.de festhält: "Pro NRW hat keine Leitung inne. Ich bin zwar Mitglied, aber das Team besteht aus mehreren Leuten und es wird demokratisch abgestimmt. So kommt eine homogene Zusammensetzung dem Gemeinwohl PEGID NRWs zustande. PEGID NRW wird von Teamleiter Marco C./Selbständiger und mir geleitet und wir handeln im Sinne des Dresdener Positionspapiers."

Köln ist bunt und vielfältig

Es hat sich ein breites Bündnis gegen die „Kögida“-Kundgebung zusammengefunden. „Pegida“ und seine örtlichen Ableger vergifteten das politische Klima und bedrohen die Verfassung, unter anderem den Artikel 1 des Grundgesetzes, heißt es im Aufruf zur Gegendemonstration „Wir stellen uns quer – Kein Rassismus bei uns in Köln“. Man demonstriere friedlich und gewaltfrei für kulturelle Vielfalt, Toleranz, Menschlichkeit und Empathie – für Flüchtlinge aus aller Welt, die aus Not ihre Heimat verlassen müssen. Hannelore Bartscherer vom Katholikenausschuss der Stadt Köln begrüßte ausdrücklich die Entscheidung des Domkapitels das Licht am Dom auszuschalten, so dass der Dom nicht als Fotomotiv missbraucht werden könne. Es freue sie besonders, dass gegen „Kögida“ alle Religionen, ob christlich, jüdisch oder muslimisch engagiert und vereint seien.

Reiner Schmidt der für „Kein Veedel für Rassismus“ sprach, zeigte auf, dass es 2014 fast keinen Tag in Deutschland gab, in dem Flüchtlinge nicht Opfer einer fremdenfeindlichen Attacke wurde. Schmidt erinnerte auch an die Asyldebatte Ende der 80er Jahre mit den Begriffen „Das Boot ist voll“ oder „Asylantenschwemme“, die ihre Höhepunkte in den Anschlägen von Mölln und Rostock fanden. Allerdings sieht er einen Unterschied. In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts sei dies aus den Parteigremien der konservativen Parteien organisiert worden, während „Pegida“ der Versuch einer Massenbewegung sei, so Schmidts Analyse. Man wolle am 5. Januar so intervenieren, dass „Kögida“ nicht durch die Stadt laufen könne. Hermann Rheindorf erklärte für die AG Arsch Huh, dass die Kölsche Kultur multiethnisch sei und kündigte ein kleines Kulturprogramm an, wie etwa mitsingen mit dem singenden Holunder aus dem Weißen Holunder. Dabei betonten die Veranstalter, dass es kein großes öffentliches Konzert, wie am 14.12.2014 geben werde.

Brigitta von Bühlow, Grüne, stellte fest, dass Köln hellhörig gewesen sei. Innerhalb von nur drei Tagen habe sich der Protest gegen „Kögida“ formiert und mehr als 40 Institutionen und Vereine seien zur Teilnahme am Bündnis „Köln stellt sich quer“ bereit gewesen. Zudem stellte sie fest, dass „Pegida“ nicht die Straße gehöre und „Kögida“ nicht durch Köln laufen dürfe. Die Veranstalter der Gegendemonstrationen hoffen nun auf viel Zuspruch aus der Kölner Bevölkerung, damit klar werde, dass in Köln kein Platz für Fremdenfeindlichkeit und Rassismus sei.

Die Kölner Polizei appelliert friedlich zu demonstrieren

Die Polizei Köln hat unter anderem die Aufgabe, die freie Ausübung der Grundrechte auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit zu gewährleisten. Eine der großen Herausforderungen hierbei ist es, die gleichzeitige Wahrnehmung dieser Rechte durch unterschiedliche Gruppierungen, in Einklang zu bringen. Die Polizei Köln appelliert an alle Versammlungsteilnehmer, friedlich und gewaltfrei zu demonstrieren. Gleichzeitig nimmt die Polizei auch die Sorgen und Bedenken der Kölner Anwohner und Gewerbetreibenden sehr ernst und unternimmt alle Anstrengungen, deren Beeinträchtigungen auf ein unumgängliches Maß zu reduzieren. Da in diesem Zusammenhang mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen ist, werden ortskundige Verkehrsteilnehmer gebeten, den Bereich des Aufzugsweges weiträumig zu umfahren oder Busse und Bahnen zu nutzen Die Polizei empfiehlt auswärtigen Gästen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Köln zu reisen und ausgeschilderte P&R-Parkplätze zu nutzen.

Die Kundgebungen werden voraussichtlich in der Zeit zwischen 17 und 22 Uhr stattfinden. In diesem Zeitraum ist mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

Immer mehr kündigen Proteste an

Immer mehr Kölnerinnen und Kölner kündigen Proteste gegen "Kögida" an. Auch die Antoniter City Kirche wird ihre Außenbeleuchtung in der Zeit von 18:30-21:00 Uhr ausschalten. In der Kirche kann an der Figur des "Schwebenden" von Ernst Barlach eine Kerze für den Frieden entzündet werden.

Dort befindet sich derzeit auch das Friedenslicht aus Bethlehem. Auch die Buchhandlung Klinger beteiligt sich und wird Ihre Buchhandlung schließen und sich den Gegendemonstrationen gegen "Kögida" anschließen. Auch das Schokoladenmuseum wird im Dunklen liegen. In einer Erklärung heißt es: "Das Schokoladenmuseum reiht sich damit ein in die Gegenbewegung von engagierten Kölnern Bürgern und Institutionen, die ein deutliches Signal gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus setzen wollen.

Im Zuge der Aktion „Licht aus für Rassisten“ wird aufgerufen, während der Pegida-Demonstration die Innen- und Außenbeleuchtung von Gebäuden auszuschalten. Es haben sich bereits verschiedene Institutionen in der Kölner Innenstadt, darunter auch der Kölner Dom, angeschlossen. Es besteht die Hoffnung, dass das normalerweise beeindruckend beleuchtete Kölner Stadtpanorama am Abend der Demonstration im Dunklen bleibt und den Demonstranten keine Kulisse bietet."

Die IHK Köln wird sich dem Protest gegen die Kögida-Demo heute am 5. Januar anschließen und das Treppenhaus in ihrem Haupthaus in der Zeit von 18:30 Uhr bis 20:00 Uhr verdunkeln. Das Treppenhaus an Unter Sachsenhausen / Börsenplatz ist erleuchtet ein bekanntes Wahrzeichen der Stadt. "Wir wollen ein Zeichen setzen gegen Ausgrenzung und Fremdenhaß,", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Ulf Reichardt. Die regionale Wirtschaft hat bereits in den vergangenen Jahren stets Stellung bezogen gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus. "Unsere Unternehmen beschäftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Ländern, wir haben eine große Anzahl von ausländischen Unternehmen in der IHK-Region und wollen die Ansiedlung von internationalen Unternehmen hier fördern. Da passt eine Stimmungsmache der Ausgrenzung und Feindlichkeit nicht hierher."

Unter dem Motto "Wir stellen uns quer" haben sich viele Kölner Organisationen zusammengetan, um gegen die heutige KöGiDa-Demonstration zu protestieren. Die CDU Köln ist mit dabei. "Köln stand schon immer für Vielfalt und Offenheit. Fremdenfeindliche Proteste dulden wir nicht in unserer Stadt. Deshalb versammeln wir uns heute mit vielen anderen um 17.30 Uhr vor dem LVR-Turm in Deutz. Ich lade hiermit alle CDU-Mitglieder und Interessierte ein, um gemeinsam gegen solch unsägliche Aktionen ein Zeichen zu setzen", sagte heute (5. Januar 2015) der CDU-Vorsitzende Bernd Petelkau.

„Solidarität und Mitmenschlichkeit zeigen“
Oberbürgermeister Jürgen Roters unterstützt den Protest des Bündnisses „Köln stellt sich quer“ gegen die so genannte „Kögida“-Demonstration und wird am heutigen Montag, 5.Januar 2015, an der Auftaktveranstaltung der Gegendemonstration vor dem LVR-Turm in Köln-Deutz teilnehmen. „Köln ist stolz auf seinen Ruf als weltoffene und tolerante Stadt, die Menschen aus aller Welt ein sicheres und friedliches Zuhause bietet. Dies gilt insbesondere für die Menschen, die in ihrer Heimat unter Verfolgung und Krieg leiden müssen und in ihrer Not bei uns Zuflucht suchen“, betont Roters. Deshalb gelte es, ein deutliches Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit und Ausgrenzung zu setzen.
„Ich rufe die Kölnerinnen und Kölner auf, ihre Solidarität mit den Flüchtlingen zu zeigen und sich klar gegen jede Form von Ausgrenzung und religiöser Diskriminierung zu wenden“, so Roters weiter. „Ich bitte alle Teilnehmer, friedlich und kreativ für Solidarität und Mitmenschlichkeit Stellung zu beziehen.“

Handwerkskammer zu Köln und Maritim-Hotel setzen ein Zeichen gegen Ausgrenzung und schalten während des „Kögida“-Demonstrationszugs die Außenbeleuchtung aus
Handwerk engagiert sich für die Integration von Zuwande-rern und ist auch an der Ausbildung junger Flüchtlinge inte-ressiert
Am heutigen Montag Abend werden „Kögida“-Demonstranten vom Ottoplatz in Köln-Deutz über die Deutzer Brücke zum Ron-calliplatz unterwegs sein. Weil sie dabei am Maritim-Hotel vorbei ziehen, mit Blicknähe zum Gebäude der Handwerkskammer zu Köln, schließen sich die Handwerkskammer und das Maritim-Hotel dem von breiten gesellschaftlichen Kreisen getragenen Aufruf an, ein Zeichen gegen fremdenfeindliche Parolen und gegen Ausgrenzung zu setzen: Am Abend wird die Außenbe-leuchtung des Maritim-Hotels und des Kammergebäudes aus-geschaltet. Auch der von der Deutzer Brücke aus gut sichtbare Schriftzug „Handwerkskammer zu Köln“, der auf dem Hochhaus an der Rheinuferstraße angebracht ist, wird nicht beleuchtet sein.
„Handwerk steht für Toleranz, Weltoffenheit und die Integration von Zuwanderern“, betont Dr. Ortwin Weltrich, Hauptgeschäfts-führer der Handwerkskammer zu Köln. In den nächsten Wochen prüfen die Berufsbildungsexperten der Handwerkskammer, ob kurzfristig ein Ausbildungsprojekt mit jungen Flüchtlingen gestar-tet werden kann. Hans Peter Wollseifer, Präsident der Hand-werkskammer zu Köln und des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, hatte im vergangenen Monat an die Bundespolitik appelliert, die rechtlichen Voraussetzungen für die Ausbildung junger Flüchtlinge zu schaffen. So müsste ihnen zumindest bis zum Abschluss ihrer Berufsausbildung ein Bleiberecht gewährt werden.

Ex-EKD-Ratschef: Pegida von der Zielsetzung her unchristlich - Kölner machen das richtig

Der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat die Pegida-Bewegung scharf kritisiert: "Von der Zielsetzung her ist Pegida unchristlich", sagte Schneider der "Rheinischen Post" (Montagsausgabe). Zu den Werten des Abendlands gehörten auch die Religionsfreiheit und das Eintreten für die muslimischen Flüchtlinge: "Wir können nicht das Abendland verteidigen, indem wir den Islam als Feind ausrufen. Christinnen und Christen haben deshalb auf diesen Kundgebungen nichts zu suchen."

Man müsse zwar mit den Demonstranten reden - den Erfolg eines solchen Dialogs hält Schneider aber für zweifelhaft: "Das Problem ist, dass die meisten gar nicht diskutieren wollen - aus guten Gründen, denn sobald Argumente ausgetauscht werden, sind die ja am Ende." Schneider warnte die Politik davor, Forderungen der Pegida-Protestler aufzunehmen: "Hier müssen wir widersprechen und deutlich sagen, dass das Unsinn ist." Lob kam vom früheren rheinischen Präses für die Ankündigung des Kölner Domkapitels, während der für Montagabend geplanten "Kögida"-Demonstration die Beleuchtung der Kathedrale abzuschalten: "Das ist eine pfiffige Aktion, pragmatisch und trotzdem ernsthaft. Die Kölner machen das genau richtig."

Brücken und Stadtpanorama bleiben heute dunkel – Anstrahlung ausgesetzt
In Absprache mit der Stadt und dem Kölner Domkapitel lässt die RheinEnergie die Anstrahlung der Kölner Brücken sowie die Illumination von Altstadt und anderen historischen Ge-bäuden heute Abend abgeschaltet. Damit setzt das Unternehmen ein deutliches Zeichen für die ganze Stadt.
Die normale Straßenbeleuchtung bleibt in Betrieb. Auch die Oper am Dom sagt Licht aus, der LVR hat nur eine Notbeleuchtung an und ein riesiges Banner installiert.

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Montag, 5. Januar 2015 ab 15:00 Uhr vor dem Dom Kunstaktion gegen Kögida-Marsch
 Um für ein friedliches Zusammenleben aller Kulturen und Religionen zu werben, verschenken die Künstler des Projekts Engel der Kulturen, Gregor Merten und Carmen Dietrich, 1000 50-Cent-Münzen, geprägt mit dem Symbol Engel der Kulturen. Zusätzlich können PassantInnen vor Ort auf dem Amboß eigene Münzen mit dem Bild versehen lassen. Die gemeinschaftliche Währung symbolisiert die Vielfalt Europas und transportiert mit dem eingeprägten Engel der Kulturen den Wunsch der Menschen nach Zusammenhalt.

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Hinweis der Redaktion: Am Ende des Artikels finden Sie einen Aufruf der christlichen Kirchen und der Synagogen-Gemeinde Köln das Bündnis „Köln stellt sich quer“ zu unterstützen.

*Die Redaktion von report-K hat bei Pro-NRW angefragt ob Sebastian Nobile Mitglied bei Pro-NRW ist, darauf aber noch keine Antwort erhalten. Sobald die Antwort eingegangen ist wird der Artikel ergänzt.

** Verfassungsschutzbericht, Landesamt für Verfassungsschutz 2010 aufgeführt in der Kategorie „sonstige gewaltbereite Rechtsextremisten“

Aufruf der Synagogen-Gemeinde Köln, des katholischen Stadtdekanates Köln, des Katholikenausschusses in der Stadt Köln, des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln anlässlich der Kundgebung „Köln stellt sich quer“ am 5. Januar 2015 in Köln (im Wortlaut, kursiv gesetzt)

Wir verpflichten uns, „eine Gesellschaft mitzugestalten, in der alle Religionsgemeinschaften, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, ihren unumstrittenen Platz haben“ (Kölner Friedensverpflichtung)

Als Vertreter der Synagogen-Gemeinde Köln, des katholischen Stadtdekanates Köln, des Katholikenausschusses in der Stadt Köln, des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln sehen wir mit großer Sorge, dass Demonstrationen und Kundgebungen von Gruppen wie den „Patrioten Europas gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (PEGIDA) in ganz Deutschland und auch in der Stadt Köln an Zulauf gewinnen.

Wir verurteilen die Versuche von PEGIDA, die Gesellschaft zu spalten und Muslime und ihre Religion zu verunglimpfen und auszugrenzen. Mit Entschiedenheit treten wir dem Ansinnen entgegen, den Begriff des ‚Abendlandes‘ zu instrumentalisieren und ihn gegen eine Religionsgemeinschaft zu richten. Europa ist ohne die Wurzeln und die Vielfalt der jüdischen, christlichen und muslimischen Religion in ihren – fruchtbaren wie schmerzlichen - Beziehungen weder historisch noch gegenwärtig noch zukünftig denkbar. Europa lebt heute von der Vielfalt von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln und religiösen Bindungen.

Juden und Christen leben in dieser Stadt in friedlicher Nachbarschaft mit vielen muslimischen Gemeinden und mit Menschen aus verschiedenen Religionsgemeinschaften. Im Kölner Rat der Religionen und in verschiedenen quartiersbezogenen ‚Runden Tischen der Religionen‘ werden Fragen des gemeinsamen Lebens, der kulturellen und der religiösen Verständigung im Alltag, auf der Grundlage der gemeinsamen festen Überzeugung besprochen, dass Religionen Frieden, Gerechtigkeit und Gutes wollen und bewirken. Die „Kölner Friedensverpflichtung“, die am 29. Oktober 2006 im Kölner Rathaus von Vertretern der jüdischen, christlichen und muslimischen Gemeinden unterzeichnet und immer wieder erneuert und konkretisiert wurde, hält die gemeinsame Verpflichtung fest, mit aller Kraft dazu beizutragen, „dass Hass und Gewalt überwunden werden und Menschen in unserer Stadt Köln und überall auf der Welt in Frieden, Sicherheit, Gerechtigkeit und Freiheit leben können“.

In Köln als einer ‚europäischen Hauptstadt‘ schon im Mittelalter stellen wir uns in der Tradition des Humanismus und der Aufklärung, aber auch im Wissen um den Missbrauch, der von Religionen ausgehen kann, gegen jede Form der religiösen Diskriminierung und unterstreichen die menschenrechtliche Grundlage der uneingeschränkten Religionsfreiheit.

Es widerspricht unserem Verständnis des Glaubens, dass wir unser eigenes Profil gegen andere Religionen wenden. In unserem Zusammenleben machen wir die Erfahrung, dass Jüdinnen und Juden, Christinnen und Christen, Musliminnen und Muslime im Hören auf Gottes Wort, im Gebet und im Tun, in solidarischer Nachbarschaft dem Frieden in der Stadt dienen. Zu unserer jüdischen und christlichen Überzeugung gehört die Anerkennung kultureller und religiöser Vielfalt. Der innergesellschaftliche Frieden wird möglich durch den Respekt des Anderen, der Anerkennung der Vielfalt und den Dialog.

Eine Stadtgesellschaft, in der Menschen unterschiedlicher kultureller Prägungen und religiöser sowie weltanschaulicher Beheimatungen Tür an Tür leben, steht vor großen Herausforderungen, die nicht durch Diffamierung und Ausgrenzung, sondern im Dialog aufzunehmen sind. Dafür stehen wir ein, dazu laden wir ein.

Isabella Farkas, Abraham Lehrer, Bettina Levy, Dr. Michael Rado, Rabbiner Jaron Engelmayer, Synagogen-Gemeinde Köln

Msgr. Robert Kleine, kath. Stadtdechant von Köln

Hannelore Bartscherer, Vorsitzende des Katholikenausschusses in der Stadt Köln

Rolf Domning, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region

Dr. Martin Bock, Melanchthon-Akademie Köln

Msgr. Rainer Fischer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln

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