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Die Pläne für den Abriss der denkmalgeschützten ehemaligen KHD-Hallen 76 und 77 an der Neuerburgstraße in Köln Kalk wurden im Kulturausschuss vom 28. April vorerst gestoppt.

Ehemalige KHD-Hallen 76 und 77 in Kalk - Abriss vorerst gestoppt

Köln | Die Pläne für den Abriss der denkmalgeschützten ehemaligen KHD-Hallen 76 und 77 an der Neuerburgstraße in Köln Kalk wurden im Kulturausschuss vom 28. April vorerst gestoppt. Die Beigeordnete für Kunst und Kultur, Susanne Laugwitz-Aulbach, hatte einen Antrag auf Abriss der Hallen in Kalk vorbereitet, die das Museum Ludwig früher als Depot für großformatige Kunstwerke genutzt hatte.

Kölner Grüne wollen Industriehallen in Kalk dauerhaft erhalten

Die Kölner Grünen erklären zu dem jetzt erzielten Ergebnis im Kulturausschuss: „Wir Grüne wollen die ehemaligen KHD-Hallen 75, 76 und 77 an der Neuerburgstraße in Kalk als prägendes Denkmal der Kölner Industriegeschichte dauerhaft erhalten. Die Hallen sind identitätsstiftend für den Stadtteil.“, erklärt Brigitta von Bülow, kulturpolitische Sprecherin.

„Wir sind froh, dass es uns gelungen ist, im Kulturausschuss am 28.4.2015 einen einstimmigen Beschluss herbeizuführen, um den von der Kulturbeigeordneten forcierten Abriss der Hallen 76 und 77 einstweilen zu stoppen. Wir wollen nun die Industriehallen dadurch dauerhaft sichern, in dem wir eine Perspektive für eine neue Nutzung und vollständige Sanierung der Hallen eröffnen. Allerdings wird die Stadt dies nicht aus Mitteln des Kulturetats leisten können.“, so von Bülow in einer schriftlichen Mitteilung zum im Kulturausschuss erzielten Ergebnis.

„Eine neue Nutzung kann ein Mix aus Wohnen, Markthalle, Kreativbranchen und auch Kultur sein. Die bisherige Erfahrung mit der Revitalisierung ehemaliger Industriehallen, z.B. auf dem Vulkanareal in Ehrenfeld oder auf dem Clouth-Gelände, zeigen, dass es für solche Hallen wie in Kalk Investoren gibt, die durch ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept ein Industriedenkmal revitalisieren. Auf Basis eines Nutzungskonzepts könnten die Hallen für Investoren ausgeschrieben werden.“, so Jörg Frank, Vorsitzender des Liegenschaftsausschusses die grüne Initiative.

Laut den Aussagen der Sachverständigen im Ausschuss sei das Haupttragwerk der Hallen durchaus stabil, so die Mitteilung der Grünen. Zwar müsse die Verkehrssicherungspflicht gewährleistet werden, aber ein kurzfristiger Abriss sei nicht notwendig. „Bis der notwendige Beschluss für eine zukunftsweisende Lösung gefasst ist, sollen daher die Hallen unbedingt erhalten bleiben. Es ist Aufgabe der Kulturverwaltung, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um eines der letzten Industriedenkmäler im Rechtsrheinischen zu schützen.“, so von Bülow.

CDU und FDP: Kein Abriss ohne nachvollziehbare Prüfung

Mit einem Dringlichkeitsantrag für den Kulturausschuss forderten die Ratsfraktionen von CDU und FDP die Anordnung des Abrisses der Hallen Kalk auszusetzen. Zunächst sollten die Grundlagen dieser Entscheidung transparent gemacht werden, so die Begründung. Zahlreiche Vertreter aus der Bürgerschaft und der Denkmalpflege hätten sich für eine Überprüfung des Abrisses stark gemacht, so die beiden Fraktionen in einer gemeinsamen Erklärung.

Ralph Elster (CDU) und Ulrich Wackerhagen(FDP), kulturpolitische Sprecher ihrer Fraktionen, erklären dazu schriftlich: “Die zahlreich formulierten Bedenken gegen die Notwendigkeit des Abrisses der Hallen Kalk müssen ernst genommen werden. Der Verlust dieser identitätsstiftenden Zeugnisse der Kalker Industriegeschichte sollten nach Möglichkeit verhindert werden. Eine nachvollziehbare Entscheidung lässt sich dazu aber nur auf Grundlage von eingehenden Prüfungen treffen. Wir fordern deshalb, dass die Verwaltung das Gutachten, das den Abriss empfiehlt, endlich öffentlich zugänglich macht.  Erst dann lässt sich die Diskussion sachlich und ergebnisoffen führen. Eine bloß mündliche Versicherung, dass der Abriss nötig sei, reicht uns angesichts der Bedeutung der Hallen nicht aus.”

Kulturdezernat Köln für Abriss

Die Beigeordnete für Kunst und Kultur, Susanne Laugwitz-Aulbach, hatte zuvor einen Antrag auf Abriss der Hallen in Kalk vorbereitet, die das Museum Ludwig früher als Depot für großformatige Kunstwerke genutzt hatte. Ein erweitertes Gutachten vom Februar 2015 habe eine „akute Gefahr“ festgestellt, die von der der 84 Meter langen Fassade am Ottmar-Pohl-Platz ausgehe, so die Begründung. So musste die Neuerburgstraße im Bereich der Fassade der Hallen Kalk während des Sturms Niklas Ende März/Anfang April gesperrt werden. Deshalb bat die Beigeordnete für Kunst und Kultur nach Abstimmung mit der Gebäudewirtschaft das Bauaufsichtsamt, den Abriss der Hallen anzuordnen.

Weil die Hallen unter Denkmalschutz stehen, sah das darauf folgende Genehmigungsverfahren eine umfassende Begründung für den Abbruch und eine Beteiligung der unteren Denkmalbehörde durch die Bauaufsicht vor. Der Abriss der Hallen 76 und 77 hätte laut Angaben der Stadt "keinen wesentlichen Einfluss auf Konstruktion und Funktion der Halle 75" (Halle Kalk des Schauspiels) gehabt. Nach dem erfolgten Abriss der Gebäude hätte die frei werdende Grundstücksfläche mit einer Asphaltdecke versehen und durch Poller gegen den Missbrauch als nicht genehmigter Parkplatz gesichert werden sollen, so sahen es die Pläne der Stadt vor.

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