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Festung Köln – Gefühlt weniger als sonst feiern in der Altstadt und rund um den Dom

Köln | aktualisiert | Die Lichtinstallation des Künstlers Geiß, rund um den Kölner Dom, ist ein futuristischer typografischer Mix, der von den zumindest am frühen Abend wenigen Besuchern noch durch Kreidezeichnungen ergänzt wurde. Der Künstler begeistert und er spricht davon, dass sein Konzept aufgegangen ist. Auch Kardinal Woelki ist fröhlich darüber, einen Jahresabschlussgottesdienst ohne Böllerei abhalten zu können. Über der Stadt ist das Knattern des Polizeihubschraubers im Tiefflug zu hören und die Stadt macht aktuell noch einen teilweise menschenleeren Eindruck. Menschen sprechen von der Festung Köln. Um Mitternacht sind es doch mehr geworden, die rund um die Altstadt Silvester feiern, aber so richtig voll war es auch nicht.
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Fotostrecke: Silvester 2016 in Köln rund um den Dom und Kölner Hauptbahnhof >
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Wer durch oder in die Altstadt will, der muss mehrere Sperren überwinden. Immer wieder wird kontrolliert und dazwischen sind teilweise menschenleere Straßen und Plätze. Auch auf dem Alter Markt oder den Gassen der Altstadt vermisst man das sonst fröhliche Treiben und das Gedränge, das zu Köln gehört. Auf der Deutzer Brücke wenige Menschen, dafür Polizei mit Maschinenpistolen und ein Polizei-LKW ist quergestellt. Am Rheinufer an der Kölner Altstadt kurz vor 22 Uhr noch kaum Feiernde. Ein Brauhaus hat etwa gar nicht auf. Immer wieder knattert der Polizeihubschrauber im Tiefflug über die Altstadt.

An einer Absperrstelle am Alter Markt schlecht geschultes Sicherheitspersonal mit wenig Kenntnissen. Wer eine Kamera dabei hat, dem wird gesagt, damit dürfe er nicht ans Rheinufer. Anscheinend hat die Stadt hier die Problematik mit den privaten Sicherheitsdiensten, die erst in den letzten Tagen zu Silvester 2015 diskutiert wurde, noch immer nicht im Griff. Die Stadt will sich allerdings jetzt kümmern.

Rund um den Dom begeistert die Lichtinstallation. Im Hauptbahnhof gegen 21 Uhr auffallend viele junge Männer, die sich dort treffen und die in kleinen Gruppen durch den Bahnhof laufen, aber auch auf den Bahnhofsvorplatz. Junge Frauen sind eher die Ausnahme. Immer wieder kontrolliert die Bundespolizei einige von ihnen. Auch eine kleinere Gruppe, die dem rechten Spektrum zuzuordnen war, wurde von der Polizei erkannt und mit einem Platzverweis belegt. Die Bundespolizei bat die Gruppen junger Männer, die keinen Fahrschein hatten, den Bahnhof zu verlassen. Dabei kam es zu kleineren Rangeleien und zu einigen Festnahmen. Die Landespolizei kümmert sich jetzt um diese Gruppe von rund 200-300 Personen und hat diese auf dem Bahnhofsvorplatz eingeschlossen.

Wer südländisch aussieht wird selektiert

Am Kölner Hauptbahnhof knubbelte es sich, vor allem durch die Maßnahmen der Bundes- und Landespolizei NRW. Die sortierten Menschen. Dunkle Haare und ein südländisches Aussehen führte am Ausgang der A-Passage des Hauptbahnhofes in Richtung Breslauer Platz zu einer Ansprache durch einen Beamten der Bundespolizei. Der fragte: "Sprechen Sie Deutsch?" Befriedigte ihn die Antwort, dann durfte dieser Passant nach rechts zum normalen Ausgang. War er mit der Antwort nicht zufrieden, musste der Passant durch die linke Tür und damit in einen abgesperrten Bereich. Dort wurde er dann von der Landespolizei einzeln überprüft. Menschen im abgegitterten Bereich protestierten und fragten "Warum bringen Sie mich hierher?" oder riefen "Ich bin doch kein Dieb". Deutsche Passanten fanden die Maßnahmen der Polizei richtig und kommentierten diese positiv. Diese Selektion fand an beiden Ausgängen des Hauptbahnhofes statt.

Um Mitternacht wird es voller

So voll wie sonst war es an diesem Silvesterabend in der Kölner Innenstadt nicht. Allerdings füllte sich die Domplatte um Punkt Mitternacht, aber ein gutes Durchkommen war möglich, auch wenn viele Menschen noch an den Absperrungen standen. Geböllert wurde in der Schutzzone um den Dom nicht, aber viele nutzten den unbeschwerten Blick auf die Böllerei und Raketen, die hinter dem Haus von Köln-Tourismus in den Himmel flogen. Auf der Domplatte waren Smartphone-Lichter und Wunderkerzen angesagt und die ein und andere Sektpulle wurde getrunken. Hier war ausgefallenes Feiern möglich.
Viele Menschen feierten friedlich und fröhlich, aber anders als in all den Jahren zuvor. Das manifestierte sich nicht nur in den Absperr- und Zugangsmaßnahmen, sondern auch in der allgegenwärtigen Präsenz von Ordnungskräften auf dem Boden aber auch in der Luft. Silvester 2016 war anders als in den Jahren zuvor und eines ist geblieben. Es sind sehr viele junge Männer nach Köln gekommen, denen man die Taten der Silvesterfeiern 2015 per se anlastet und die sich nicht von den angekündigten Sicherheitsmaßnahmen abschrecken ließen.

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