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Das "Instandbesetzte" Haus in der Zülpicher Straße

„Instandbesetzung“ an der Zülpicher Straße – Eigentümer lenkt ein

Köln | Rund 20 Aktivisten machten gestern auf einen Missstand in der Zülpicher Straße aufmerksam. Sie verschafften sich Zugang zum Eckhaus Joseph-Stelzmann-Straße und Zülpicher Straße. Das Haus steht seit Jahren leer und das in Zeiten in denen Flüchtlinge in Turnhallen untergebracht werden oder Studenten dringend Wohnungen suchen. Die Aktivisten werfen der Stadt vor, mangelnden politischen Willen zu zeigen, um Eigentümer, die jahrelang Wohnraum leer stehen lassen, zu zwingen zu handeln und den Wohnraum wieder zur Verfügung zu stellen. Mittlerweile, so die Kölner Polizei, verhandeln Besetzer und Eigentümer einen Vertrag zur Zwischennutzung.

Ein Passant der vorbeikommt und das Transparent mit der Aufschrift „Wohnraum für alle“ sieht, findet die Aktion gut. Er kritisiert, dass das Haus seit Jahren leer steht. Auch die Gaststätte im Erdgeschoss ist seit Jahren ungenutzt. Auch die Menschen im Veedel wundern sich, dass die Stadt nichts tut. Bilder aus dem Haus zeigen, dass es noch Wohnungen gibt, die völlig intakt sind, sogar möbliert. Ende Mai 2015 stand das Haus schon einmal im Fokus einer Besetzung für nur wenige Tage. Es scheint, dass die Besetzer mit ihrer zweiten Aktion Erfolg haben.

Die Aktivisten stellen klar, dass Wohnraum in Köln dringend benötigt werde: Wohnraum für die Bevölkerung in Köln, die unter der Armutsgrenze lebe. Wohnraum für die Flüchtlinge, die in Notunterkünften, Zelten oder Turnhallen lebten. Es dürfe keinen Wohnraum in Köln geben, der leer stehe. Die Aktivisten fragen: „Wem gehört die Stadt“ und wenden sich gegen eine Verdrängung ärmerer Bevölkerungsschichten aus den Innenstadtlagen. Denn bekanntlich ist dies der Kitt der in europäischen Städten für soziale Balance sorgt: Die Mischung in den Vierteln aus Ärmeren, Mittelstand und Reichen. Gerade in Köln ist und war man darauf immer stolz und eine der Hymnen, die dies besingt, ist „Bei uns im Veedel“. Unter „Instandbesetzung“ verstünden die Aktivisten, so heißt es in einem Flugblatt, Häuser wieder bewohnbar zu machen, denn die Menschen bräuchten bezahlbaren Wohnraum.

Nach Auskunft der Polizei haben sich noch am gestrigen Abend, die „Instandbesetzer“ mit dem Hauseigentümer über eine Zwischennutzung ausgetauscht und geeinigt.

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