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Heute erfolgte in Köln Ehrenfeld der  Startschuss für das DoMiD Migrationsmuseum. 70.000 Exponate hat DoMiD dafür in seinem Archiv zusammengetragen.

Köln Ehrenfeld: Startschuss für DoMiD Migrationsmuseum

Köln | Das Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland (DoMiD) mit Sitz in Köln plant ein Migrationsmuseum. Das erste seiner Art. Heute Nachmittag erfolgte in Köln-Ehrenfeld der offizielle Startschuss zur Gründung dieses Museums. Die ehemalige Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süßmuth übernahm dafür die Schirmherrschaft.

Zusammen mit NRW-Integrationsminister Guntram Schneider nahm Süssmuth heute an der Veranstaltung zum offiziellen Start des Museums teil. Beide betonten die Wichtigkeit einer solchen Einrichtung. Schneider betonte in seiner Rede, das Land Nordrhein-Westfalen sei seit rund 150 Jahren ein Einwanderungsland.  „Wenn ein solches Museum entsteht, wo sonst, wenn nicht hier.“, so Schneider, der darauf verwies, dass jeder vierte Einwohner NRWs Migrationshintergrund habe. Wo das Museum letztendlich stehen wird, ist noch nicht festgelegt.

70.000 Exponate gesammelt

Das DoMiD in Köln sammelt für die Realisierung des Museums bereits seit mehreren Jahrzehnten persönliche Exponate der einstigen Einwanderinnen und Einwanderer. Bereits jetzt werden die rund 70.000 zusammengekommenen Objekte, Exponate, Dokumente Fotos und Briefe auch durch Landes- und kommunale Fördergelder in einem Archiv in Köln-Ehrenfeld fachgerecht dokumentiert und gelagert. Darunter befinden sich Briefe an Angehörige, Ausweisdokumente und persönliche Gegenstände, die jeweils für sich eine Geschichte erzählen. So wie das Kleid einer Einwanderin aus dem Togo, von Beruf Näherin, die lange Zeit um ihren Aufenthalt gekämpft hatte. Das Kleid ist das erste in Deutschland hergestellte. Ebenfalls zu sehen: eine Schwesternhaube einer aus Korea stammenden Krankenschwester, anhand derer exemplarisch die Geschichte koreanischer Krankenschwestern erzählt werden soll. Auch im Archiv des DoMiD: ein Kicker aus einem italienischen Internat bei Stommeln, an dem die Geschichte von Bildung und Migration veranschaulicht werden soll.

Nun soll in einem nächsten Schritt in den kommenden Monaten eine Umsetzungsstudie für ein Museum folgen. Bis zu 50 Prozent der geschätzten Kosten von rund 120.000 Euro will die NRW-Stiftung übernehmen. Einen entsprechenden Förderungsbescheid überreichte Harry Kurt Voigtsberger, Präsident der NRW-Stiftung an DoMiD-Vorstand Ahmed Sezer.  

Mögliche Fertigstellung noch bis 2020

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Bild: Dr. Robert Fuchs, Projektleiter für das Museum von DoMiD

Je nachdem, zu welcher Empfehlung die Studie gelange, so Dr. Robert Fuchs, Projektleiter für das Museum von DoMiD, könnte eine Museumseröffnung in einem Bestandsbau bereits 2018 erfolgen. Sollte sich die Studie für ein Museum in einem eigens errichteten Neubau aussprechen, so plane mit einer Eröffnung bis Ende des Jahres 2020. Während die Umsetzungsstudie erstellt wird, soll auch die Finanzierung für das Museum stehen.

"Keine Migrantengeschichte sondern Migrationsgeschichte"

Konzeptionell solle hier keine Migrantengeschichte sondern Migrationsgeschichte gezeigt werden, so Fuchs. Ziel sei ein Abbild der Vielfalt jenseits der Dichotomie des „Wir“ und „Die“, so Fuchs weiter. Hier solle sich Deutschland als Einwanderungsland entdecken und begreifen können. „Wichtig bei der Konzeption ist der Bezugspunkt, so Fuchs. Es solle ein Gefühl des neuen „Wir“ entstehen. Das sei in den Augen von DoMiD etwas, dass in der Gesellschaft verankert werden solle. Die konkrete Umsetzung stehe derzeit noch nicht fest. Wichtig sei, dass das Museum ein „lebendiger Ort“ werden solle, „ein Ort, der einlädt zu kommen.“ Man wolle mit dem Museum auch einen Ort schaffen, der zum Kommen einlade und den Raum zur Diskussion biete und mehr biete als eine Vitrinenausstellung. Das Museum soll die gesamtdeutsche Thematik der Migration ab 1945 abdecken, also auch die Situation in der DDR beleuchten.

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