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Vier Verletzte nach Auseinandersetzung am kurdischen Haus in Mülheim

Köln | Vor dem kurdischen Haus in Köln-Mülheim kam es heute Nachmittag zu einer Auseinandersetzung zwischen Türken und Kurden. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort und riegelte die Straße rund um das Kurdische Haus der NAV-DEM - Demokratisches Kurdisches Gesellschaftszentrum Deutschland, ehemals Mala Kurda, ab. Vier Menschen wurden verletzt und vier Personen in Gewahrsam genommen.

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Vor dem kurdischen Haus kam es zu den Provokationen von türkischen Nationalisten

Nach verbalen Auseinandersetzungen kam es zur Schlägerei

Die Auseinandersetzung begann nach Polizeiangaben um 14 Uhr. Augenzeugen aus dem kurdischen Zentrum berichten, dass zunächst zwei türkische Nationalisten vor dem Zentrum provoziert haben sollen und unter anderem Wörter wie „Hurensöhne“ gerufen haben. Ein Mann sprach gegenüber dieser Internetzeitung von zwei Personen, einem Vater und Sohn, die den Streit begonnen haben sollen. Dann sei ein dritter türkischer Mann, bewaffnet mit einer Eisenstange dazu gekommen. Die Situation sei eskaliert und nach der verbalen Auseinandersetzung kam es zu einer Schlägerei. Dies bestätigt auch die Kölner Polizei. Aus dem kurdischen Haus heißt es, dass ein kurdischer Mann und eine Frau verletzt seien und zwei der Angreifer. Der dritte Angreifer sei davon gelaufen. Um die Lage zu beruhigen, so Polizeisprecher Thomas Held vor Ort, habe man eine Einsatzhundertschaft angefordert. Die riegelte den Bereich rund um das kurdische Zentrum ab und wollte auch im Zentrum Maßnahmen durchführen.

„Wolfsgruß“ gegen Kurden in Köln

Dies wurde zunächst von den Menschen vor Ort abgelehnt, weil man sich als Opfer und nicht als Täter sah. Eine hinzugerufene Anwältin sorgte dann dafür, dass die Polizei auch ins Haus kam. An der Sperrstelle zur Bergisch-Gladbacher Straße soll es auch zu kleineren Reibereien mit Polizeibeamten gekommen sein. Bei der linksgerichteten NAV-DEM Köln macht man sich Sorgen um die Sicherheitslage rund um das kurdische Zentrum. Hamide Akbayir, Ratsfrau der Linken im Kölner Rat, wollte heute einen Vortrag halten zur aktuellen Flüchtlingssituation, als die Auseinandersetzungen begannen. Schon bei einer Demonstration vor zehn Tagen in der Kölner Innenstadt hätten türkische Nationalisten immer wieder mit den Händen das Zeichen der „Grauen Wölfe“, den so genannten „Wolfsgruß“ in Richtung der kurdischen Demonstration erkennen lassen. Danach habe man eine Wache im kurdischen Zentrum in Mülheim aufgestellt. Hamide Akbayir macht sich Sorgen, dass durch die Eskalation und die Politik Erdogans, dieser Konflikt auch nach Deutschland, Köln und Mülheim getragen wird. Vor allem vor den Parlamentswahlen am 1. November 2015, die dann in der Türkei stattfinden werden. Die islamisch-konservative Regierungspartei AKP hatte bei der Parlamentswahl am 7. Juni ihre absolute Mehrheit verloren. Koalitionsverhandlungen mit der Mitte-links Partei CHP und der rechtsnationalen MHP waren gescheitert. Daraufhin trat Ministerpräsident und AKP-Chef Ahmet Davutoglu zurück.

In der Türkei stehen Wahlen an, das heizt den Konflikt an

Ayten Kaplan von der NAV-DEM Deutschland erklärt, dass Erdogan die Türkei im Vorfeld der Wahlen emotionalisiere und einen nationalistischen Rechtsruck auslösen wolle, wenn er die Menschen auf ein Land und eine Fahne einschwöre. Diese Haltung bestätigte die Grauen Wölfe und nationalistisch eingestimmten Türken auch in Deutschland, so Kaplan. Auch Deutschland und der Integrationsrat der Stadt Köln seien in der Pflicht weitere Eskalationen zu verhindern. Das Bundesamt für Verfassungsschutz bewertet das NAV-DEM so: „Der illegal tätige Funktionärsapparat der PKK beeinflusst unverändert ihr nahestehende legale Strukturen in Deutschland, zu denen hauptsächlich das NAV-DEM gehört.“ Die PKK ist in Deutschland verboten.

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Vor der Polizeisperre waren viele Kurden, die den Durchgang zum kurdischen Haus forderten

Auseinandersetzungen zwischen AKP und PKK nicht auf die Türkei begrenzt

Am Münchner Stachus trafen heute eine türkische und eine kurdische Demonstration aufeinander, wie der "Bayerische Rundfunk" berichtete. Später sei es am Odeonsplatz zu Ausschreitungen gekommen. Am 12. September wurde ein 26-jähriger Kurde in Hannover niedergestochen, so die "HAZ". Auch hier kam es rund um das Steintor in der niedersächsischen Landeshauptstadt zu Ausschreitungen als türkische Nationalisten unter dem Motto „Solidarität mit der Türkei“ gegen die PKK demonstrierten. Am 13.9. fuhr in Bern ein schwarzer Mercedes, gefahren von türkischen Nationalisten, in eine kurdische Demonstration. Insgesamt wurden in Bern 22 Menschen bei der Auseinandersetzung zwischen nationalistischen Türken und Anhängern der PKK verletzt, so der "Blick.ch". Auch in Stockholm und Frankfurt kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Die „Welt am Sonntag“ berichtet, dass das Landeskriminalamt in Berlin vor Anschlägen von PKK Anhängern gegen türkische Einrichtungen warne. So habe es am 14. September 2015 einen versuchten Brandanschlag mit Molotowcocktails auf das Türkische Generalkonsulat in Münster gegeben, den die Polizei PKK-Anhängern zuschreibt.

Besorgnis über die Sicherheitslage in Mülheim

Die Ratsfrau der Linken sieht Polizei und Stadt Köln in der Pflicht diese Entwicklung der Konflikte im Auge zu behalten und fordert mehr Präsenz vor dem kurdischen Haus. Auch Yildiz Filimci, Co-Vorsitzende der NAV-DEM Köln zeigt sich sehr besorgt über die Sicherheitslage rund um das kurdische Zentrum in Köln-Mülheim. Thomas Held, Pressesprecher der Kölner Polizei, bestätigte gegenüber dieser Internetzeitung, dass man sich des Konfliktes bewusst sei und entsprechende Vorsorgemaßnahmen getroffen habe. Im Rahmen des Polizeieinsatzes seien vier Menschen in Gewahrsam genommen. Beeindruckend waren zwei Polizeibeamtinnen mit Migrationshintergrund, die der Sprache mächtig waren, die aufgebrachte Gruppe immer wieder beruhigten, mit Informationen versorgten und am Ende für einen geregelte Ablauf sorgten.

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