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Dirk Biesenbach, Carsten Bopp und  Jörn Schwarze nach der Unterzeichnung des 200 Millionen Euro-Auftrags.

KVB und Rheinbahn - gemeinsamer 200 Millionen-Deal mit Bombardier

Köln | Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) haben 20 neue Stadtbahnen geordert. Heute unterzeichneten die KVB und die Rheinbahn Düsseldorf in Köln einen Vertrag mit Hersteller Bombardier über insgesamt 62 Hochflurfahrzeuge im Wert von rund 200 Millionen Euro. Erstmals haben damit zwei große deutsche Verkehrsbetriebe eine gemeinsame Ausschreibung in diesem Umfang getätigt und sich zusammen für einen Hersteller entschieden.

Bei den bestellten Bahnen handelt es sich um 28 Meter lange und 2,65 Meter breite Hochflurfahrzeuge aus der Serie „FLEXITY“ von Hersteller Bombardier, die im Falle von Köln so modifiziert werden sollen, dass sie nur in eine Richtung fahren können. Daher werden die 20 Kölner Fahrzeuge jeweils nur einen Führerstand aufweisen, was zu einem verbesserten Raumangebot für die insgesamt 182 Fahrgäste führt. Im Falle Düsseldorfs können die Bahnen in beide Richtungen bewegt werden, müssen dafür aber mit weniger Platz für die Fahrgäste auskommen. In den Düsseldorfer Bahnen sollen laut Bombardier 175 Fahrgäste Platz finden.

Erst Düsseldorf - dann Köln

Laut Vertrag sollen zunächst die 42 Fahrzeuge für Düsseldorf zwischen 2017 und 2020 sukzessiv ausgeliefert werden, jene für Köln sollen dann von 2020 bis 2021 folgen. Der Auslieferungstermin für die Kölner Fahrzeuge könnte sich jedoch noch weiter nach hinten verschieben, falls die Rheinbahn ihre Option auf weitere 16 Fahrzeuge zieht. Diese würden dann ebenfalls den Kölnern vorgezogen. Mehr als 550 FLEXITY Stadtbahnen dieses Typs wurden laut Carsten Bopp, Head of Light Rail Vehicles bei Bombardier, der zur Vertragsunterzeichnung aus Wien angereist war, bisher weltweit verkauft.

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Bild: Skizze der neuen Stadtbahn, die ab 2020 durch Köln fahren soll (Bild: KVB, Bombardier PR)

KVB-Vorstand Jörn Schwarze, der für sein Unternehmen die Unterschrift leistete, sprach von der gemeinsamen Ausschreibung der beiden Verkehrsbetriebe als „Meilenstein“. Dabei hatte alles mit einem Anruf der Rheinbahn bei Schwarze begonnen. Vorstandssprecher Dirk Biesenbach, der für die Rheinbahn unterzeichnete, erklärte: „Wir hatten eine Anfrage für neue Stadtbahnen bereits in der Pipeline und wollten bei der KVB nachfragen, ob es dort auch Bedarf gibt.“ Daraus entwickelte sich dann die gemeinsame Ausschreibung, die Bombardier für sich entscheiden konnte.

Finanzielle Vorteile durch gemeinsame Ausschreibung

Mit der gemeinsamen Beschaffung dieser neuen Fahrzeuggeneration sei es gelungen, dass sowohl bei KVB als auch Rheinbahn deutliche finanzielle Vorteile erzielt würden, so Schwarze und Biesenbach. Letztgenannter schätzt die erzielte Ersparnis im Vergleich zu zwei unabhängigen Ausschreibungen auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Die KVB bezahlt für ihre 20 georderten Bahnen 64 Millionen Euro, die Rheinbahn für ihre 42 Bahnen 127 Millionen Euro.

Die Fahrzeuge werden von Bombardier im Werk Bautzen hergestellt, die Drehgestelle kommen aus Siegen. Die neue Fahrzeuggeneration wird von Bombardier Transportation im Werk Bautzen gebaut und nach Fertigstellung in Köln ausgeliefert. Dazu werden die fertigen Stadtbahnen auf einen Spezial-Lkw verladen. Laut Bopp generiert der Auftrag von KVB und Rheinland für die nächsten Jahre Beschäftigung für rund 100 Arbeitsplätze im Unternehmen.

Verzögerung wegen Nachprüfungsantrags

Der Zuschlag für die gemeinsame  Beschaffung von Stadtbahnwagen der KVB und der Rheinbahn an Bombardier, der Ende des letzten Jahres geplant war, konnte aufgrund eines Nachprüfungsantrags von Siemens-Kiepe zunächst nicht erteilt werden. Dieser Nachprüfungsantrag wurde nun zurückgenommen. Somit konnte der Auftrag nun unwiderruflich an Bombardier vergeben werden.

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