Kultur Kunst

ART COLOGNE Award 2015 for NEW POSITIONS: diese Nachwuchskünstler gibt es zu sehen

Köln | 21 junge Talente, die zuvor von einer Fachjury ausgewählt wurden, werden in diesem Jahr ihre Werke bei den NEW POSITIONS während der der ART COLOGNE 2015 (16. bis 19. April) präsentieren. Das Förderprogramm  gibt jungen Künstlern bereits seit 1980 die Möglichkeit, ihre Werke auf einer 25 Quadratmeter großen Sonderfläche an den Ständen ihrer Galerien zu präsentieren. Zusätzlich zur Ausstellungsfläche wird der beste Teilnehmer während der Messe mit dem ART COLOGNE Award for NEW POSITIONS ausgezeichnet.

Der durch die Deutsche Telekom ermöglichte Preis im Gesamtwert von 10.000 Euro beinhaltet eine Einzelausstellung mit begleitendem Katalog in der artothek, Raum für junge Kunst, Köln. Die finanziellen und administrativen Mittel für die Durchführung des Förderprogramms stellen die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, das Land NRW, der Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler (BVDG) sowie die Kölnmesse zur Verfügung. Die Verleihung des ART COLOGNE Award for NEW POSITIONS findet am Samstag, 18.04.2015 um 17:00 Uhr statt.

Finden Sie hier eine Liste der 21 Künstler, die 2015 bei den NEW POSITIONS ausstellen (Quelle ART COLOGNE):

Elina Autio (Galerie Anhava, Helsinki) überführt die Malerei in den Raum, indem sie auf den Wänden umlaufende pastellfarbene Rohre aus Wellpappe platziert. Dabei orientiert sie sich am üblichen Maß von Industrierohren und deren metallenen Befestigungen. Durch die Anordnung und die Farbigkeit erzeugt sie einen kinetischen Effekt und lässt Betrachter trotz der technischen Anmutung in einen sinnlichen Farbraum eintauchen.

Die Auseinandersetzung mit Raum, Bild und Körper ist Thema von Alexander Bornschein (Galerie Linn Lühn, Düsseldorf). Der junge Düsseldorfer experimentiert mit Siebdrucken, die er auf unterschiedlichste Träger – Furnierholzblätter, Plexiglas, Fahnenstoff – aufbringt und teils frei im Raum platziert, wenn er eine Rückkopplung zwischen Bild und Architektur intendiert.

Carmen Brucic (Galerie Elisabeth und Klaus Thoman, Wien/Innsbruck) lässt sich bei ihren Fotografien und fotografischen Installationen von Träumen und Fantasien leiten. Zeit und Vergänglichkeit spielen ebenso eine Rolle wie der eigene biographische Hintergrund. Dabei changieren die von ihr kreierten Bilder zwischen Fotografie und Film und werden gelegentlich mit Soundinstallationen gekoppelt.

Der Kubaner Yoan Capote (Ben Brown Fine Arts, London/Hong Kong) ist Bildhauer, Maler, Zeichner und Objektkünstler, der zum Teil Alltagsgegenstände ihrer Funktion enthebt und sie verfremdet. Ein Gitterzaun wird so verformt, dass menschliche Profile sichtbar werden, Stuhlbeine werden absurd verlängert, ein Frauenschuh und ein Männerschuh werden miteinander verbunden. Die Strukturen des menschlichen Gehirns bilden die Basis für ein Labyrinth. Capote schafft humorvolle, irritierende und paradoxe Bilder, die politisch, sozial oder psychologisch aufgeladen sind.

Materialbezogen ist die Malerei von Jeff Depner (Galerie Anke Schmidt, Köln). In den sorgfältig austarierten abstrakten Kompositionen sind bewusst die Arbeitsspuren sichtbar. Geometrische Elemente und architektonische Formen in oft leuchtenden Farben treten auf. Der Prozess des Konstruierens und Dekonstruierens bleibt ablesbar.

Die libanesische Künstlerin und Bloggerin Zena el Khalil (Galerie Giorgio Persano, Turin) nimmt in ihren Installationen und Videos Bezug auf die Folgen der Belagerung und Zerstörung ihres Heimatlandes. Die Kriegserfahrungen prägen auch ihre Bilder, in denen sie die Schönheit von Ornamenten mit der Gewalt der Alltagswirklichkeit kombiniert. Jedes ihrer Werke ist eine mehrfach gebrochene Antwort auf die Allgegenwart von Gewalt und Bedrohung, dabei spielt oft auch die private Familiengeschichte mit hinein.

Katelyn Farstad (Galerie Luis Campaña, Berlin) verwendet banale Alltagsmaterialien, die sie gelegentlich sogar im Müll aufstöbert. Daraus entstehen betörend farbenfrohe Objekte und Assemblagen von großer erzählerischer Kraft.

Helen Feifel (Kadel Willborn, Düsseldorf) ist als Malerin und Bildhauerin tätig. Gefäße, Masken und abstrakte Idole baut sie aus den Scherben billiger Porzellane und Keramiken auf. Der Konstruktion liegen malerische Kriterien zugrunde. Mit ihren neuen Zeichnungen spielt sie auf die Stillleben-Malerei des 16. Jahrhunderts an. In den bemalten Fotografien gehen skulpturale und malerische Praxis eine raffinierte Verbindung ein.

Im Spannungsfeld zwischen Form und Inhalt, Gegenständlichkeit und Abstraktion bewegen sich die Werke des Malers Pius Fox (Galerie Conrads, Düsseldorf). Der Berliner nutzt die ganze Bandbreite der Kunstgeschichte als Inspirationsquelle. Erfindung, Abbildung und Imagination mischen sich auf höchst subtile Weise in seinem vielseitigen Schaffen.

Komplexe Verfahren liegen den Arbeiten von Sabrina Fritsch (Van Horn, Düsseldorf) zugrunde. Schicht um Schicht trägt sie Farbe auf, schleift sie wieder ab und setzt groben Rupfen vor die Leinwand, dessen Gitterstrukturen wie Fenster erscheinen. Fritsch erkundet in ihren Werken das Wesen von Malerei und deren vielfältige Möglichkeiten im Hinblick auf Material, Form und Farbe. Die Bilder erzählen  vom Malprozess an sich, Betrachter sind zur Teilhabe an malerischen Forschungsreisen eingeladen.

Die Arbeiten von Philipp Hamann (M 29 • Richter • Brückner, Köln) sind stark autobiographisch geprägt und dienen als Mittel zur Selbsterfahrung. „Wer bin ich ?“ und „Wo komme ich her ?“ sind zentrale Fragen, die der Medienkünstler in Performances, Video-, Dia- und Fotoinstallationen umkreist. Auf teils ganz schlichte Weise entfaltet er komplexe Geschichten, in denen es um Kindheit und Erwachsenwerden, um Zerbrechen und Scheitern geht.

Die Suche nach Identität ist das Thema von Alex Lebus (Galerie Eigen + Art, Berlin/Leipzig). Er bringt Worte und Zeichen auf Spiegel, Fenster oder Flächen auf, sodass sich das Abbild des Betrachters mit den Arbeiten verbindet. Es ergibt sich ein raffiniertes Wechselspiel aus verschiedenen Ebenen: Wahrheit und Lüge, Schein und Sein, vorne und hinten, richtig und falsch herum.

Der Mensch in seiner Verletzlichkeit bewegt den Maler Reima Nevalainen (Galerie Forsblom, Helsinki). Verzerrten, skelettartigen oder in Auflösung befindlichen Körpern sieht man sich auf den großformatigen Leinwänden des Finnen gegenüber. Der Vergänglichkeit und Begrenztheit menschlichen Lebens verleiht er in aufwendigen Mischtechniken, bei denen gelegentlich auch Sand zum Einsatz kommt, expressiven Ausdruck.

Vincent Olinet (Galerie Laurent Godin, Paris) probiert sich in verschiedensten Medien aus und lässt sich häufig von der Historie oder der Märchenwelt inspirieren. ‚Young Ruins‘ ist der Titel einer Serie von Bildern auf Glas, auf denen er die Strukturen von Stuckmarmor imitiert.

Anton Ovidiu (Galerie Christine König, Wien) arbeitet unter anderem mit Mikrointerventionen im Stadtraum, die er in Videos und Fotografien festhält. Dafür entnimmt er etwa aus einer Baustelle eine Absperrplanke, die er im Atelier zersägt, neu verleimt und unbrauchbar gemacht wieder an den Standort zurückstellt, oder er bringt Wandinschriften aus Marseille auf Häuserwände in Wien auf.

Das Künstlerduo Peles Empire (Galerie Wentrup, Berlin), bestehend aus Katharina Stöver und Barbara Wolff, nimmt nicht nur mit seinem Namen Bezug auf das in den rumänischen Karpaten gelegenen Schloss Peles. Die Ausstattung der ehemaligen Sommerresidenz von König Carol I. bietet ihnen auch das Ausgangsmaterial für ihre künstlerische Arbeit. In ihren Installationen verdichten sie den schlosseigenen Mix aus Renaissance- Gotik-, Barock- und Art Déco-Räumen zu großformatigen Tableaus aus collagierten Fotokopien. Bestandteile früherer Arbeiten fließen in neue Installationen ein. Künstlerische Praxis ist das ständige Kopieren, Collagieren und Neuverbinden, das sich in skulpturalen Arbeiten fortsetzt.

Der Chinese Ren Ri (Galerie Pearl Lam, Shanghai) erforscht die Beziehungen zwischen Mensch und Natur. Für die Serie ‚Yuansu II‘ schuf er Skulpturen mit Hilfe von Honigbienen. Dafür setzte er die Bienenkönigin in die Mitte eines transparenten Polyeders, während die Arbeitsbienen um sie herum bauten. Nach dem Zufallsprinzip änderte er alle sieben Tage die Ausrichtung des Polyeders, nicht wissend, wie die Bienen auf die neue Situation reagieren würden.

Die Libanesin Stéphanie Saadé (Galerie Akinci, Amsterdam) verwendet für ihre Werke vorzugsweise vorgefundene Gegenstände, die sie dem gewohnten Kontext entnimmt und mittels subtiler Eingriffe einem Bedeutungswandel unterzieht. Die Objekte haben oft einen Bezug zu ihrer eigenen Biographie.

Diana Sirianni (Philipp von Rosen Galerie, Köln) schafft vornehmlich aus Holz und Pappe raumgreifende, fragile Installationen, die als dreidimensionale Collagen gelesen werden können. Für die Italienerin sind sie Ausdruck der beständigen Reorganisation der Welt und ihrer Elemente. Sie selbst greift bei neuen Arbeiten immer auf Ableitungen, Variablen und Kopien vorheriger Installationen zurück.

Molly Springfield (Galerie Thomas Zander, Köln) wurde bekannt mit akribisch nachgezeichneten Fotokopien literarischer, philosophischer oder fotohistorischer Bücher. Dabei geben die feinen Graphitzeichnungen nicht nur den Text, sondern auch Notizen, Knicke und Unvollkommenheiten, die beim Lesen und Fotokopieren entstanden sind, wider. Zwei Jahre hat Springfield an einer 28-teiligen Serie über ein Kapitel aus Marcel Prousts ‚Auf der Suche nach der verlorenen Zeit‘ gearbeitet. In ihrer konzeptuellen Herangehensweise knüpft sie an historische Diskurse über die technische Reproduzierbarkeit an.

Daniel Turner (Galerie Johann König, Berlin) erzeugt mit seinen Materialtransformationen unterschiedlichste Gefühle und erzielt mit minimalen Mitteln großen Eindruck. Mit Stahlwolle bearbeitet er großflächig Wände, transparenten Vinyl drapiert er über Holzrahmen. Bei den skulpturalen Arbeiten greift er auf vorgefertigte Elemente zurück.

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