Kultur Kunst

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Das Litfasssäulenprojekt "Gegen das Vergessen" der Realschule Geilenkirchen in Zusammenarbeit mit der "Initiative Erinnern" Geilenkirchen.

Kölner NS-DOK mit Ausstellung zum Jugend- und Schülergedenktag

Köln | Das NS-Dokumentationszentrum (NS-DOK) der Stadt Köln im EL-DE-Haus stellt vom 30. Januar bis 1. März 2015 Bilder, Filme und Objekte von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 7 bis 13, die sich unter dem Motto „Erinnern – eine Brücke in die Zukunft“ mit der NS-Herrschaft auseinandersetzten.

Das Konzept, junge Menschen selbst zu eigenen Projekten zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus anzuregen und diese dann öffentlich zu präsentieren, ist bisher einzigartig in der Bundesrepublik. Für den Gedenktag 2015 hat Oberbürgermeister Jürgen Roters die Schirmherrschaft übernommen.

Die Projekte der Schülerinnen, Schüler und Jugendlichen sind inhaltlich wie in der Gestaltung vielfältiger und vielschichtiger Natur. So setzte sich beispielsweise die Gesamtschule Gummersbach mit den Themen Krieg und Ausgrenzung auseinander. Eines der Werke greift auf teils drastische Art das Thema „Kinder als Opfer des Krieges“ auf, eine Schülerin der 13. Jahrgangsstufe thematisiert den Umgang mit den NSU-Morden und trägt den Namen „Auf dem rechten Augen sind wir blind“.

Eine Jugendgruppe der Zeugen Jehovas Köln widmete sich mit ihrem Beitrag dem Schicksal der Familie Kusserow, die infolge der NS-Diktatur wegen ihres Glaubens und ihres Engagements für den Widerstand verfolgt und auseinandergerissen wurde. Zwei Söhne der Familie wurden hingerichtet, nachdem sie den Kriegsdienst aus Gewissensgründen verweigert hatten. Anhand eines Schaubildes, in dessen Zentrum ein Familienbild steht und sehr persönlichen Zeitdokumenten, wie den Abschiedsbriefen der beiden Söhne an ihre Familie, kann das Schicksal jedes einzelnen Familienmitgliedes nachverfolgt werden.

Die Realschule Geilenkirchen hat in Zusammenarbeit mit der „Initiative Erinnern“ zwei Litfasssäulen mit dem Titel „Gegen das Vergessen“ gestaltet. Während an der einen Litfasssäule Propaganda und Plakate aus er NS-Zeit geklebt sind, trägt die zweite Säule aktuelle Flugblätter und Plakate aus der rechten Szene – mit teilweise frappierenden inhaltlichen Überschneidungen.

Mit den Eindrücken und Reflexionen einer Studienfahrt zur Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers Ausschwitz befassen sich die Beiträge des Maximilian-Kolbe-Gymnasium aus Köln-Porz sowie der Königin-Luise-Schule, jeweils mit Video-Beiträgen.

Zwei Filmproduktionen, einmal „Gegen Intoleranz und Rassimus“ - ein Gemeinschaftsprojekt des Hölderlin-Gymnasiums mit der Hauptschule Rendsburger Platz in Köln-Mülheim sowie das Projekt „Wir waren's“ der Hauptschule Nürnberg Straße widmen sich dem Thema „Ausgrenzung im Alltag“.

Der Einsatz digitaler Medien bis hin zu kleinen Filmproduktionen spannt einen Bogen von der Vergangenheit bis zur Gegenwart und baut zugleich eine Brücke in die Zukunft. Teilnehmen konnten einzelne Schülerinnen und Schüler, Schulklassen sowie Schüler- und Jugendgruppen.

Bereits zum 18. Mal erinnert der Kölner Jugend- und Schüler-Gedenktag an den 27. Januar 1945, an dem sowjetische Soldaten die Überlebenden des Konzentrationslagers in Auschwitz befreiten. 1996 hatte der damalige Bundespräsident Roman Herzog dieses Datum zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus erklärt und Schülerinnen, Schüler und Jugendliche dazu aufgerufen, sich mit dem Thema NS-Herrschaft auseinanderzusetzen. Jedes Jahr sollte der 27. Januar stellvertretend für die Schreckensherrschaft der NS-Zeit an die Vernichtung von Zivilisation und Menschlichkeit, an die Verfolgung und millionenfache Ermordung von Menschen und Bevölkerungsgruppen erinnern.

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