Kultur Kunst

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Im Museum Ludwig wird nach Renovierungsarbeiten das Gemälde "Starthief" von James Rosenquist neu gehängt

Museum Ludwig: Sternenräuber mit Schinkenphantasien auf 14 mal fünf Meter

Köln | Was haben Schinkenscheiben, ein Teil-Frauenporträt, Maschinenteile und Elektrokabel mit Sternenräubern zu tun? Sind es vielleicht die Phantasien eines Astronauten nach irdischem Genuss in weiter Ferne bei Tütensuppe? Raubt die Menschheit mit trivialen technischen Gegenständen dem Sternenhimmel seine Faszination? War es womöglich schon die Vision des Weltraumschrottes, den die Menschheit so weit oben geparkt hat? „Starthief“ heißt das Gemälde mit astronomischen Ausmaßen von James Rosenquist. Das wird seit 14 Jahren zum ersten Mal wieder an der nördlichen Stirnwand des Aufganges des Museum Ludwig gezeigt. Zuvor mussten irdische Probleme beseitigt werden: Putzschäden.

"Starthief" für den Flughafen von Miami

Das Rosenquist Werk misst 14 Meter in der Breite und 5,2 Meter in der Höhe. Gedacht war es einst für den Flughafen von Miami. Es sollte im Terminal der Eastern Airlines gehängt werden. Frank Borman, Präsident der Fluglinie, habe das Gemälde abgelehnt. Die Begründung: Das Gemälde gebe den Weltraum nicht wirklichkeitsgetreu wieder. Borman war selbst als Astronaut im All gewesen. Das Gemälde entstand im Jahr 1980 als Auftragsarbeit für die Stadt Miami.

Peter Ludwig kaufte das Werk von Rosenquist

Rosenquist war auch als Reklamemaler tätig und gilt als einer der Hauptvertreter der amerikanischen Pop Art. Er studierte an der University of Minnesota und der Art Students´League in New York. Peter Ludwig brachte das Gemälde an den Rhein und hatte es 1995 gekauft. Das Motiv zeigt einen Nachthimmel mit Sternen. Dem Betrachter schweben in der Proportion verändert Schinkenteile, Maschinen, ein Teil eines Frauenporträts oder Elektrokabel entgegen.

Gestern wurde das Gemälde neu gehängt. Die Fragen, die Rosenquist mit dem Gemälde und seiner irdischen Verortung aufwirft, bleiben. Nur heißen heute Raketen nicht mehr Apollo, sondern Raumstationen ISS und dort wird irdischer Fußball angesehen und vor der unendlichen Kulisse des Weltalls getwittert oder den Menschen geht erst einmal der Strom aus, wenn sie Elektrokabel und Maschinenteile auf Kometen hinterlassen. Das Werk ist in der ständigen Ausstellung des Museum Ludwig zu sehen.

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