Kultur Literatur

lit_cologne_11032105

Michael Lentz und Herbert Grönemeyer talken auf der Lit.Cologne 2015 im Kölner Gürzenich über das Schreiben von Liedtexten, Liebeslieder und die Melancholie

Lit.Cologne 2015 startete mit Herbert Grönemeyer im Gürzenich

Köln | Mit zehn Veranstaltungen startete heute die 15. Ausgabe der Lit.Cologne 2015 nach dem Vorspiel im Januar und Februar. Mit großen Namen: Götz Alsmann moderierte die Gala zur Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises 2015 und Herbert Grönemeyer stellte sich den Fragen von Michael Lentz im Kölner Gürzenich. Gemeinsam las man Gedichte vor, unter anderem von Rainer Maria Rilke, Mascha Kaléko oder Jesse Thoor. Grönemeyer verriet, dass er beim Schreiben einfach draufloslege und erst einmal chaotisch beginne. Dann destilliert er allerdings seine Texte.

Der Gürzenich bis auf den letzten Platz besetzt. Nach rheinischem Geplänkel, ob Grönemeyer auch im Karneval singen würde – schließlich ist man am Ort der Prinzenproklamation, wie Lentz anmerkt – lesen die beiden Protagonisten Gedichte vor. Es ist wieder Lit.Cologne-Time und neben den großen Fahnen sitzen Promis in Stühlen und sprechen über dies und das und Literatur. Grönemeyer war übrigens der Auffassung, dass die Kölner Kapellen das mit dem Kölner Karneval schon sehr gut machten und ihn nicht bräuchten. Interessanter war zu erfahren, wie Grönemeyer schreibt. Er schreibe wahnsinnig viel und für jedes Lied oft 15 bis 20 Strophen. Die verdichte er später, achte dabei auf die kräftigsten Sprachelemente. Und er verriet, dass man zu weichen Melodien eine kernige Sprache benötige. Er recherchiere auch nicht, sondern schreibe drauflos und merke oft erst später im Rückblick, was er geschrieben habe.

Er singe auch sehr viel manchmal bis zu drei Stunden am Stück, erzählte Grönemeyer leutselig. Klar machte er, dass die Texte aber auch nicht zu privat sein dürften. Die, die Musik hörten wollten ja nicht an einer Privatperson hängen bleiben, sondern Musik hören, um sich selbst nahe zu sein. Und diese Emotion gelte es zu transportieren. Kunst sei dann am intensivsten, wenn sie den Menschen Raum gebe, mit sich selbst hinwegzuschweifen, ist der Sänger überzeugt. Seine Lieder seien Kunstwerke und keine Dokumentarfilme über ihn und sein Leben. Auf der Gürzenich-Bühne machte er dennoch einen Stück weit die Tür ins Private auf: Er sei ein merkwürdiger Vogel, nicht immer Frauenversteher wie viele glaubten, sondern könne auch mal bollerig sein und nicht zuhören. Seine Melancholie habe er von seiner Mutter geerbt, glaubt der Sänger. Sein Vater habe das Leben genoßen wie Pumpernickel und seine Mutter habe immer über ihn gesagt: „Das ein Mensch so fröhlich sein kann, verstehe sie nicht.“ Er schätze die Melancholie und nutze sie wie ein Zimmer in das er hineingehen könne. Dabei achte er darauf, dass die Tür aufbleibe um das Zimmer wieder gestärkt zu verlassen. Grönemeyer begeisterte das Kölner Publikum.

Das Festival Lit.Cologne startete heute fulminant. Bis 21. März reiht sich ein Top-Act, wie Peer Steinbrück, Dietmar Bär, Corinna Harfouch, Katharina Thalbach, Uwe Timm oder Friedrich Liechtenstein, an den anderen, bis Leif Randt bei der letzten Veranstaltung gebrochene Herzen ins Gefecht schickt.
---
Mehr zum Programm der Lit.Cologne 2015 bei report-K >
---
Mehr zum Programm der Lit.Kid 2015 bei report-K >
---

Zurück zur Rubrik Literatur

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Literatur

buchkritik_19022017

Köln | Krimikritik | 30 Jahre ist es her, da sorgte ein spektakulärer Diamantenraub mit zwei Toten in Amsterdam für Schlagzeilen. Alle Aufklärungsversuche verliefen im Sand. Doch jetzt meldet sich die Vergangenheit zurück. Stefan Winges spinnt in seinem neuen Krimi „Ehrenfeld-Blues“ ein verwirrendes Netz zwischen Gestern und Heute.

Buch_falcn_Fotolia

Köln | Die lit.Cologne 2017 und die lit.kid.Cologne beginnen in rund drei Wochen. Hier erfahren Sie, für welche Veranstaltungen des Kölner Literatur-Festivals es noch Karten im Vorverkauf gibt. Von den 194 Lesungen und Gesprächen sind bereits rund 150 Veranstaltungen ausverkauft.

Mehr zur lit.Cologne und lit.kid.Cologne 2017 und den Highlights im Programm erfahren Sie hier >>>

dom

Köln | Ein neuer Stadtführer zeigt Köln von einer anderen Seite: Der „Green City Guide“ gibt einen Überblick über die Kölner Nachhaltigkeitsszene – von Cafés und Restaurants bis hin zu Geschäften, Ausflugszielen und Locations.

AfD-Bundesparteitag 2017 in Köln

maritim_300_12022017klein

Der Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) findet im April 2017 im Maritim Hotel in Köln statt. Mehrere Gruppen kündigen Proteste und Kundgebungen dagegen an. Hier finden Sie aktuelle Informationen zum Geschehen rund um den AfD-Bundesparteitag in Köln.

AfD-Bundesparteitag im Maritim Hotel Köln - AfD nimmt Stellung

Gegenstimmen:

Der AfD-Parteitag im April – Festkomitee meldet Gegenveranstaltung an

Start der Kampagne „Kein Veedel für Rassismus"

AfD-Bundesparteitag - Protest gegen Management des Maritims

AfD-Bundesparteitag in Köln – Hausverbot für Björn Höcke in Maritim Hotels

Völklinger Kreis sagt Business-Empfang zum CSD im Maritim Hotel Köln ab

KARNEVAL NACHRICHTEN

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

digital_21122014

Aktuelle Nachrichten zur Netzpolitik und Netzökonomie in Deutschland.
---
Digitale Gadgets