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Beate Z. will an erstem NSU-Mord nicht beteiligt gewesen sein

München | aktualisiert | Die Angeklagte im NSU-Prozess, Beate Z., hat eine Mittäterschaft an dem ersten Mord des Terror-Trios bestritten. Sie behauptet nicht von dem Mord gewusst und sich auch nicht an ihm beteiligt, sagte ihr Anwalt Mathias Grasel bei der Verlesung der Aussage von Z. am Mittwoch. Demnach habe Z. erst Monate später von der Ermordung des Blumenhändlers erfahren und kenne das Motiv für den Mord bis heute nicht.

Beate Z. bestreitet Beteiligung an Mordserie und Sprengstoffanschläge. Zuvor war in der Verlesung der Aussage die Kindheit und Jugendzeit von Z. beleuchtet worden. Kurz zuvor hatte Z. den Gerichtssaal sichtlich gelöst und lächelnd betreten und sich erstmals auch nicht vor den Fotografen und Kameras weg gedreht. Bisher hatte die Angeklagte seit ihrer Festnahme am 8. November 2011 jegliche Angaben zur Terrorzelle NSU verweigert.

Z. wird beschuldigt, unter anderem an zehn Morden, zwei Sprengstoffanschlägen und 15 Raubüberfällen als Mittäterin beteiligt gewesen zu seinDie Angeklagte im NSU-Prozess, Beate Z., hat eine Beteiligung an der NSU-Mordserie und an den Sprengstoffanschlägen bestritten. Z. sei weder an den Vorbereitungshandlungen noch an der Tatausführung beteiligt gewesen, sagte ihr Anwalt Mathias Grasel bei der Verlesung der Aussage seiner Mandantin am Mittwoch. Sie habe erst später von den Morden erfahren, aber nicht die Kraft gehabt, sich zu stellen.

Zudem erklärte Z., dass Uwe M. und Uwe B. die Polizistin Michèle K. getötet hätten, um an deren Dienstwaffe zu kommen. Die Angeklagte gestand zudem, die letzte Fluchtwohnung der Terrorgruppe NSU in Zwickau in Brand gesteckt zu haben, nachdem sie im Radio davon erfahren habe, dass ein Wohnmobil mit zwei Leichen entdeckt worden war. Z. sei sich sofort sicher gewesen, dass es sich um Uwe M. und Uwe B. gehandelt habe.

Bisher hatte die Angeklagte seit ihrer Festnahme am 8. November 2011 jegliche Angaben zur Terrorzelle NSU verweigert. Z. wird beschuldigt, unter anderem an zehn Morden, zwei Sprengstoffanschlägen und 15 Raubüberfällen als Mittäterin beteiligt gewesen zu sein.

Stimmen nach der Aussage von Beate Z.:

Grünen-Chef Özdemir: Aussage von Beate Z. "zum Erbrechen"

Grünen-Chef Cem Özdemir hat empört auf die Aussage der Hauptangeklagten im Prozess um die Mordserie der rechtsextremistischen Terrorzelle NSU, Beate Z., reagiert. Die "Schmalzgeschichte" von Beate Z. sei widerlich und "zum Erbrechen", sagte Özdemir den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Da wurden Menschenleben ausgelöscht und Familien ins Unglück gestürzt."

Und nach zweieinhalb Jahren NSU-Prozess stelle sich die Hauptangeklagte "als verliebtes und gepeinigtes Unschuldslamm dar", so Özdemir. "Was für ein Schlag ins Gesicht der Hinterbliebenen und von uns allen."

John wertet Aussage von Beate Z. als Geständnis

Die Ombudsfrau der Bundesregierung für die Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), Barbara John, wertet die Aussage von Beate Z. im NSU-Prozess faktisch als Geständnis. "Sie hat ein umfassendes Geständnis abgelegt, so sehe ich die Aussage", sagte John der "Mitteldeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe). "Sich als elftes Opfer der angeblichen Alleintäter B. und M. darzustellen, ist das Einfachste, was man machen kann. Denn die beiden können nicht mehr reden. Also wird alles auf sie geschoben. Und sie selbst stellt sich als Heimchen vom Herd dar, das immer wieder gelitten hat, ohne etwas zu unternehmen. Das ist so offenkundig, dass sie damit nur offenbart hat, dass sie dazugehört." Als sich Uwe B. und Uwe M. umgebracht hätten, wäre doch der Moment der Befreiung gewesen, wenn Z. wirklich so gelitten habe, wie sie es sage, fuhr John fort. "Dann hätte sie doch sofort zur Polizei gehen und sagen können: Jetzt kann ich reden. Und was hat sie getan? Das Gegenteil. Sie hat die Zwickauer Wohnung in die Luft gejagt und dabei Opfer in Kauf genommen. Sie hat die Bekenner-Videos verschickt. Sie hat weiter agiert. Das finde ich einen Beweis."

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