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Kritik an Dresdner Polizei wird lauter

Dresden | Nach der Ermittlungspanne um einen in Dresden getöteten Asylbewerber aus Eritrea wird die Kritik an der Polizei lauter. "Das ist eine unglaubliche Schlamperei; sie muss personelle Konsequenzen haben", sagte der Rechtsanwalt und Vertreter der Nebenklage im Münchener NSU-Prozess, Mehmet Daimagüler, der "Berliner Zeitung" (Onlineausgabe).

"Ich stelle mir die Frage, ob es die gleiche Schlamperei gegeben hätte, wenn das Opfer ein Normalbürger gewesen wäre, oder ob man nicht bei einem dunkelhäutigen Asylbewerber mit einer größeren Leichtigkeit davon ausgeht, dass es ein Unfall gewesen sein muss. Aus der Erfahrung mit dem Nationalsozialistischen Untergrund weiß ich, dass ein migrantisches Opfer im Zweifel erst mal kein Opfer sein darf." Er fügte hinzu: "Wenn man in einer Stadt lebt, in der jede Woche 20.000 bis 25.000 Xenophobe auf die Straße gehen, dann muss das dazu führen, besonders wachsam zu sein. Die Aufklärung wird jetzt erheblich erschwert, weil die Spurensicherung nicht mehr ordnungsgemäß möglich ist. Ich bin über diese Art von Arbeit erschüttert." Der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Jan Korte, erklärte: "Es ist zu klären, warum zunächst gesagt worden ist, dass es sich nicht um ein Gewaltdelikt handelt. Das wirft viele Fragen auf."

Der eritreische Flüchtling war am Dienstag tot im Innenhof einer Dresdner Wohnsiedlung gefunden worden. Ganz in der Nähe lebte er seit einigen Wochen zusammen mit anderen Asylbewerbern in einer Wohngemeinschaft. Eine Obduktion hatte am Mittwoch ergeben, dass der 20-Jährige einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen war.

Laut Polizei wurde er durch mehrere Messerstiche in Hals und Brust getötet. An die Tür der Wohngemeinschaft wurden Hakenkreuze geschmiert. Noch am Vortag hatte es geheißen, es gebe keine Anhaltspunkte für eine Fremdeinwirkung. Tathergang und Hintergründe sind unklar. Der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck hat nun Strafanzeige gegen Unbekannt wegen möglicher Strafvereitelung im Amt gestellt, berichtet die Zeitung. Die Gewerkschaft der Polizei wollte den Vorgang nicht kommentieren.

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