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Mehr als 230 Tote durch Sportwaffen seit 1990

Berlin | Nach Recherchen der Initiative "Keine Mordwaffen als Sportwaffen!" wurden seit 1990 in Deutschland mindestens 234 Menschen mit Schusswaffen von Sportschützen getötet – zuletzt Mitte Februar ein 65-jähriger Mann im Allgäu, der von seinem 88-jährigen Vater erschossen wurde.

Die von der Bundesregierung im Juli 2014 genannte Zahl von 18 Todesopfern durch Sportschützen seit 2000 sei "grotesk", kritisiert der Sprecher der Initiative, Roman Grafe im am Samstag erscheinenden "Spiegel". Sogar nach dem Schulmassaker von Winnenden im März 2009 seien mit Waffen von Sportschützen noch mehr als 60 Menschen erschossen worden, trotz der "angeblichen Verschärfungen" des Waffenrechts, wie einer Anhebung des Mindestalters für das Schießen mit großkalibrigen Waffen und striktere Vorschriften zur Aufbewahrung.

Auch die von der EU-Kommission geplante Novellierung würde "am Privileg privater Mordwaffen wenig ändern", so Grafe; danach wäre etwa der Besitz halb automatischer Schusswaffen, die wie vollautomatische Kriegswaffen aussehen, für Privatleute verboten. Grafe: "Daran, dass Sportschützen mit tödlichen Waffen schießen, ändert sich damit aber nichts."

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