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Oberbürgermeisterin Henriette Reker auf der Pressekonferenz vom 5. Januar 2016 auf der Sie den Satz sagte, Frauen sollten eine Armlänge Abstand halten

Unwort des Jahres 2016: "Armlänge Abstand" unter Top-Ten

Köln | Der Begriff "Armlänge Abstand", den Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker im Rahmen der Diskussion um die Silvesternacht 2015 verwandte, landete unter den Top Ten-Begriffen bei den Einsendungen für das "Unwort des Jahres 2016". Die Jury wählte „Volksverräter“ zum Unwort. Dies gab heute die Jury bekannt. Das Wort sei ein Erbe von Diktaturen, undifferenziert und diffamierend und ermögliche kein ernsthaftes Gespräch, heißt es in der Begründung.

Am 5. Januar 2016 riet Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Frauen sollten sich schützen, indem sie eine „Armlänge Abstand hielten“. Der Begriff landete nun unter den zehn häufigsten Einsendungen für das Unwort des Jahres 2016. Zu den Top-Ten gehörten auch: "postfaktisch", "Populismus/Rechtspopulismus", "(bedauerlicher) Einzelfall", "Gutmensch", "(Flüchtlings-)Obergrenze", "Flüchtlingsdeal", "Biodeutscher/biodeutsch", "Umvolkung", "Wir schaffen das" und "eine Armlänge/eine Armlänge Abstand". Insgesamt seien knapp 600 verschiedene Wörter eingereicht worden.

Die Jury entschied sich letztlich für den Begriff „Volksverräter“ als Unwort des Jahres 2016. Eine Einigung sei in diesem Jahr schwer gefallen. „Es ist uns auch bewusst, dass wir mit Volksverräter ein Wort gewählt haben, das sich dem bereits 2014 gewählten Wort Lügenpresse an die Seite stellen lässt. Doch die Einsendungen zeigen, dass sich der Großteil öffentlicher Sprachkritik gegen einen diffamierenden Sprachgebrauch im Themenfeld Migration richtet“, schreibt die Jury in einer schriftlichen Stellungnahme. Die Aktion „Unwort des Jahres“ verstehe sich als sprachkritische Initiative, die die Grundprinzipien der Demokratie anmahnen solle. Es gehe nicht um den Versuch einer Zensur. Das Wort „Volksverräter“ sei ein Unwort im Sinne der Kriterien der Jury. Es sei  ein typisches Erbe von Diktaturen, unter anderem der Nationalsozialisten. „Als Vorwurf gegenüber PolitikerInnen ist das Wort in einer Weise undifferenziert und diffamierend, dass ein solcher Sprachgebrauch das ernsthafte Gespräch und damit die für Demokratie notwendigen Diskussionen in der Gesellschaft abwürgt“, heißt es in der Jury-Begründung. Der Wortbestandteil „Volk“ umfasse in diesem Gebrauch nicht das Staatsvolk als Ganzes, sondern meine nur eine ethnische Kategorie, die Teile der Bevölkerung ausschließe. Damit sei der Ausdruck antidemokratisch und verneine die Grundrechte für alle Menschen in der Bundesrepublik. 

Die Jury der institutionell unabhängigen Aktion „Unwort des Jahres“ besteht aus folgenden Mitgliedern: den vier SprachwissenschaftlerInnen Prof. Dr. Nina Janich/TU Darmstadt (Sprecherin), PD Dr. Kersten Sven Roth (Universität Düsseldorf), Prof. Dr. Jürgen Schiewe (Universität Greifswald) und Prof. Dr. Martin Wengeler (Universität Trier) sowie dem Autor und freien Journalisten Stephan Hebel. Als jährlich wechselndes Mitglied war in diesem Jahr die FDP-Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger beteiligt.

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