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Auch politische Kontrahenten würdigen Guido Westerwelle

Berlin | Nach dem Tod von Guido Westerwelle hat es Beileidsbekundungen aus dem politischen Berlin gegeben, auch von seinen früheren politischen Kontrahenten. "Ich bin sehr bestürzt über die Nachricht vom Tod meines langjährigen Kollegen", sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel. Westerwelle sei "ein aufrechter Demokrat" gewesen.

Im Namen der Sozialdemokratischen Partei spreche er seinem Lebenspartner, seinen Freunden und Angehörigen und der gesamten FDP sein Beileid aus. "Wir Sozialdemokraten waren ganz sicher nicht häufig mit ihm einer Meinung. Uns einte aber die Überzeugung, dass die progressiven Kräfte in unserem Land sich zu einer offenen Gesellschaft und deren Werten selbstbewusst bekennen müssen. Mit Guido Westerwelle war ein vertraulicher Austausch genauso selbstverständlich möglich wie ein beherzter politischer Streit", heißt es in der Erklärung. "Mit großer Trauer haben wir die Nachricht vom Tode Guido Westerwelles vernommen", sagten die Grünen-Parteivorsitzenden Simone Peter und Cem Özdemir. Als Außenminister und FDP-Vorsitzender habe er auf die deutsche Politik einen prägenden Einfluss ausgeübt.

"Er war uns immer ein streitbarer Kollege. Wir werden seinen Elan und seine Freude an der politischen Auseinandersetzung vermissen." FDP-Chef Lindner zeigte sich sprachlos über den Tod seines Vorgängers.

"Mir fehlen die Worte, um wirklich auszudrücken, was mich in diesen Stunden bewegt", so Lindner. Seine "intellektuelle Schärfe und seine rhetorische Brillanz" habe die Partei oft begeistert. "Seine rheinische Lebenslust und sein grenzenloser Optimismus haben uns mitgerissen", so Lindner. Als liberaler Politiker habe er eine ganze Generation inspiriert oder herausgefordert. "Er hat in der Sache niemanden geschont - und auch er selbst wurde nie geschont", so der FDP-Chef. Westerwelle war am Freitag in der Kölner Universitätsklinik an den Folgen seiner Leukämie-Erkrankung verstorben. Er wurde 54 Jahre alt.

Merkel würdigt Westerwelle

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Rande des EU-Gipfels in Brüssel ausführlich dem ehemaligen Außenminister und FDP-Chef Guido Westerwelle gedacht. Es sei ihr ein Bedürfnis, "zuallererst über die traurige Nachricht zu sprechen, die uns heute erreicht hat: die Nachricht, dass Guido Westerwelle heute Früh in Köln an den Folgen seiner Leukämieerkrankung gestorben ist", so Merkel. Sein Tod erschüttere sie tief, und ihre Gedanken gingen in diesen Stunden zu Guido Westerwelles Familie.

"Insbesondere gilt meine Anteilnahme natürlich seinem Mann, Michael Mronz. Ich hatte erst vor wenigen Tagen mit Michael Mronz gesprochen. Ich weiß, welches Auf und Ab von Hoffnungen und Rückschlägen Guido Westerwelle und er in den letzten zwei Jahren immer wieder durchleben mussten."

Sie habe Guido Westerwelle persönlich "als empfindsamen und als nachdenklichen Menschen erlebt, einen Menschen, dessen Wort, wenn er es einmal gegeben hatte, auch Gültigkeit hatte, einen verlässlichen und einen treuen Menschen." Sie bleibe "persönlich sehr dankbar für die vielen Begegnungen und die vielen Gespräche, die ich mit Guido Westerwelle geführt habe, auch Gespräche, die ich nach seinem Abschied aus der Politik führen konnte", so die Kanzlerin.

Kinkel würdigt Westerwelle: "Außenminister in schwieriger Zeit"

Klaus Kinkel, ehemaliger Bundesvorsitzender der FDP und Außenminister von 1992 bis 1998, hat in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (F.A.S.) die politische Leistung seines verstorbenen Parteikollegen Guido Westerwelle gewürdigt. Die FDP habe ihm viel zu verdanken. "Westerwelle, intelligent und schnell, war immer hoch engagiert, ungeheuer fleißig und im persönlichen Umgang liebenswert freundlich und zuvorkommend", schrieb Kinkel.

Er habe bei den Bundestagswahlen 2009 einen "ganz großen Erfolg" erzielt, auch wenn die anschließenden Regierungsjahre in der Koalition mit CDU/CSU nicht glücklich verlaufen seien. Es bleibe aber die Erinnerung an einen "begnadeten Redner und Wahlkämpfer, den langjährigen erfolgreichen FDP-Vorsitzenden, dem seine Partei alles bedeutete, den begeisterten Europäer, den - entgegen manchen anfänglichen Unkenrufen - sich für Deutschlands Interessen engagiert einsetzenden Außenminister in schwieriger Zeit". Kinkel schrieb in der F.A.S., gemeinsam mit Hans-Dietrich Genscher habe er Westerwelle nach der Wahl 2009 zu dem Amt des Außenministers geraten.

"Das dauernde Nörgeln, er hätte Finanzminister werden sollen, war und bleibt falsch." Es funktioniere einfach nicht, wenn der weitaus stärkere Partner beim kleineren um Geld bitten müsse. Außerdem hätte Westerwelle als Finanzminister die "erkennbar nicht mehr durchsetzbaren Versprechen bezüglich Steuersenkungen vertreten müssen", so Kinkel.

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