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Gauck: Aufgabe der inneren Einheit stellt sich neu

Frankfurt/Main | Angesichts der anhaltenden Flüchtlingskrise stellt sich nach Ansicht von Bundespräsident Joachim Gauck 25 Jahre nach der Wiedervereinigung die Aufgabe der inneren Einheit neu. "Wir müssen Zusammenhalt wahren zwischen denen, die hier sind, aber auch Zusammenhalt herstellen mit denen, die hinzukommen", sagte Gauck am Samstag beim Festakt zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit in Frankfurt am Main. Am 3. Oktober feiere man den Mut und das Selbstvertrauen der Friedlichen Revolution: "Nutzen wir diese Erinnerung als Brücke", so der Bundespräsident.

In einer Zeit, in der Hunderttausende in Deutschland Zuflucht suchten, verbinde sie "mit einem Erfahrungsschatz, der uns gerade jetzt bestärken" könne. "Die innere Einheit Deutschlands konnte vor allem wachsen, weil wir uns als zusammengehörig empfanden und weil wir in Respekt vor denselben politischen Werten gemeinsam leben wollten", sagte das deutsche Staatsoberhaupt. "Wie 1990 erwartet uns eine Herausforderung, die Generationen beschäftigen wird. Doch anders als damals soll nun zusammenwachsen, was bisher nicht zusammen gehörte." Derzeit finde ein großer Verständigungsprozess über das Ziel und das Ausmaß der neuen Integrationsaufgabe statt. "So etwas ist in Demokratien auch verbunden mit Kontroversen - das ist normal. Aber meine dringende Bitte an alle, die mitdebattieren, ist: Lassen Sie aus Kontroversen keine Feindschaft entstehen", sagte Gauck. "Jeder soll merken, wir debattieren, weil es uns um Zusammenhalt geht, um ein Miteinander, auch in der Zukunft." Dabei sei weiterhin eine gemeinsame Wertegrundlage entscheidend.

"Unsere Werte stehen nicht zur Disposition!", betonte der Bundespräsident. Sie seien es, die verbinden und verbinden sollen. "Hier ist die Würde des Menschen unantastbar. Hier hindern religiöse Bindungen und Prägungen die Menschen nicht daran, die Gesetze des säkularen Staates zu befolgen. Hier werden Errungenschaften wie die Gleichberechtigung der Frau oder homosexueller Menschen nicht in Frage gestellt und die unveräußerlichen Rechte des Individuums nicht durch Kollektivnormen eingeschränkt - nicht die der Familie, nicht der Volksgruppe, nicht der Religionsgemeinschaft", so Gauck. "Toleranz für Intoleranz wird es bei uns nicht geben."

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