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Grüne fordern strengeres Waffenrecht

Berlin | Irene Mihalic, Innenexpertin der Grünen, hat ein strengeres Waffenrecht in Deutschland gefordert. "Das Waffenrecht ist im Hinblick auf Schreckschuss-, Gas- und Signalwaffen zu lax", sagte Mihalic den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Wir sollten regeln, dass auch für Kauf und Besitz solcher Waffen eine Berechtigung notwendig ist."

Es müsse in jedem Fall verhindert werden, dass die Menschen sich verstärkt bewaffnen, um die Dinge selber in die Hand zu nehmen, so Mihalic. "Der Wilde Westen ist nicht unser Leitbild." Es müsse dafür gesorgt werden, dass die Polizei das Gewaltmonopol des Staates durchsetzen könne.

Nach den Ereignissen in Köln besorgen sich derzeit laut Medienberichten viele Deutsche Waffen. Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, hat sich gegen eine Verschärfung des Waffenrechts ausgesprochen. "Es gibt mehr Wohnungseinbrüche, mehr Gewalt auf der Straße wie in Köln und gleichzeitig niedrige Aufklärungsquoten – die Leute haben ein Gefühl der Hilflosigkeit", sagte Wendt den Funke-Zeitungen.

Wer meine, eine Schreckschusswaffe zu brauchen, der solle sie sich kaufen. "Ich kritisiere das nicht." Allerdings empfiehlt Wendt nicht, sich zu bewaffnen.

"Im entscheidenden Moment kann ein Laie weder ein Pfefferspray richtig bedienen noch eine Schreckschusswaffe." Und auf der Straße könnten die täuschend echt aussehenden Waffen zu bösen Missverständnissen führen, da helfe auch kein Kleiner Waffenschein. "Der Staat muss das subjektive Gefühl für Sicherheit stärken", so Wendt. "Und das geht nur mit mehr Polizei auf der Straße."

Waffenverband: Nachfrage nach "freien" Waffen verdoppelt

Die anhaltende Flüchtlingskrise, die Terroranschläge in Paris und Istanbul und die Kölner Vorfälle in der Silvesternacht verunsichern die Deutschen offenbar. Die Nachfrage nach Schreckschusspistolen, Reizgas und anderen Abwehrmitteln habe sich bereits im vorigen Jahr mindestens verdoppelt, sagte der Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler, Ingo Meinhard, der "Frankfurter Rundschau". Um genauen Aufschluss zu bekommen, hat die Organisationen eine Studie bei der Gesellschaft für Konsumforschung in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse Anfang Februar vorliegen sollen.

Nach Einzelbeobachtungen in verschiedenen Städten ist der Umsatz nach den Übergriffen in Köln noch einmal sprunghaft angestiegen. Vor allem viele Frauen wollen sich nun schützen. Genaue Zahlen gibt es bisher auch deshalb nicht, weil alle möglichen Formen von Reizgas frei in Ladengeschäften und im Internet erhältlich sind.

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