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Pegida sagt Demo am Montag ab

Dresden | Nach den Rücktritten in der Pegida-Führungsspitze hat die islamkritische Bewegung die Kundgebung am kommenden Montag abgesagt. Erst eine Woche darauf, am 9. Februar solle der "14. Große Abendspaziergang" stattfinden, teilte die Organisation am Mittwoch auf ihrer Facebook-Seite mit. Gleichzeitig wurde dort der Rücktritt von Kathrin Oertel "als Pressesprecherin" bestätigt.

Dies sei "massiven Anfeindungen, Drohungen und beruflichen Nachteilen geschuldet". Der "Stern" hatte zuvor berichtet, es habe internen Streit gegeben. "Wenn aber nachts schon irgendwelche Fotografen und andere komische Gestalten um ihr Haus schleichen, da kann man es der stärksten Frau nicht übel nehmen, wenn sie eine Auszeit braucht", hieß es auf der offiziellen Pegida-Facebookseite.

Ein weiteres Mitglied aus dem Organisationsteam habe mit seiner Firma den Verlust etlicher öffentlicher Aufträge zu verkraften und ziehe sich deswegen ebenfalls zurück. Ein neuer Vorstand werde in den nächsten Tagen in einer Sondersitzung gewählt, Lutz Bachmann stehe dafür nicht mehr zur Verfügung. Der "Stern" hatte berichtet, angeblich sei ein Streit um Bachmann Anlass für die Rücktritte.

Fünf Mitglieder des Pegida-Organisationsteams zurückgetreten

Fünf führende Mitglieder des Organisationsteams der islamkritischen Pegida-Bewegung haben am Dienstagabend ihre Ämter niedergelegt. Das bestätigte Vereinsmitglied Bernd-Volker Lincke der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z./Donnerstagausgabe). Bei einer Sitzung des Organisationsteams habe er seinen Austritt erklärt.

Im Anschluss seien auch die bisherige Sprecherin Kathrin Oertel sowie drei weitere Vorstandsmitglieder zurückgetreten. Hauptgründe seien das Verhalten und die ausländerfeindlichen Äußerungen von Pegida-Gründer Lutz Bachmann gewesen. "Unter diesen Voraussetzungen mache ich dort nicht mehr mit", sagte Lincke, der eigenen Angaben zufolge mit Bachmann und einigen der anderen Mitglieder seit vielen Jahren befreundet ist.

Er habe mit ihm darüber bereits bei der Pegida-Kundgebung am Sonntag in Dresden sprechen und seinen Rückzug erklären wollen. Da Bachmann an der Veranstaltung nicht teilgenommen hatte, nutzte Lincke die Sitzung des "Orgateams" am Dienstag, um reinen Tisch zu machen. "Ich wollte da raus und mich auch auf keine Diskussionen mehr einlassen."

Bachmann habe das stillschweigend zur Kenntnis genommen. Lincke habe die Sitzung dann vorzeitig verlassen. Pegida-Gründer Bachmann war am vergangenen Mittwoch als Vereinsvorstand zurückgetreten, nachdem Facebook-Kommentare von ihm bekannt geworden waren, in denen er Asylbewerber als "Dreckspack", "Viehzeug" und "Gelumpe" bezeichnet und sich im Hitler-Look fotografiert hatte; das Bild ging um die Welt.

"Das ist für mich ein Ding der Unmöglichkeit und für die ganze Bewegung kontraproduktiv", sagte Lincke. Bachmann hatte sich am Mittwoch zwar entschuldigt, seinen Rückzug jedoch konnte er nicht mehr stoppen, auch weil andere Vereinsmitglieder, darunter die jetzt Ausgetretenen, sein Verhalten nicht mehr hinnehmen wollten. Bachmann jedoch mischte weiterhin kräftig hinter den Kulissen mit. So stammte etwa die Information über die Vorverlegung der Pegida-Kundgebung von Montag auf Sonntag auf der Internetseite des Vereins von ihm. Das wollte ein wichtiger Teil des Teams nun nicht mehr hinnehmen. Pegida-Sprecherin Oertel war bisher nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Ob und wie es nun mit Pegida weitergeht, werde das Team am Donnerstag beantworten, sagte Lincke. Laut Lincke habe das "Orgateam" sämtliche Kundgebungen bis zuletzt völlig allein gestemmt.

AfD-Vize Gauland bedauert Rücktritt von Oertel

Der stellvertretende Vorsitzende der AfD, Alexander Gauland, bedauert den Rücktritt der Pegida-Organisatorin Kathrin Oertel. "Ich bedauere es aufgrund meiner persönlichen Erfahrung, die ich mit Frau Oertel gemacht habe, dass sie sich offensichtlich zurück ziehen will", sagte Gauland gegenüber "Bild" (Donnerstag). Gauland betonte ausdrücklich: "Ich habe sie bei unserem gemeinsamen Auftritt bei Jauch schätzen gelernt."

Auch wenn es ihm nicht zustehe, interne Bewegungen im Orga-Team von Pegida zu kommentieren, so Gauland gegenüber "Bild", sei er "trotz allem zuversichtlich, dass diese personellen Veränderungen dieser Bewegung keinen Abbruch tun werden." Am 18. Januar hatte Gauland neben Oertel in der ARD-Sendung "Günther Jauch" gesessen und Pegida zum Teil verteidigt.

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