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Studie: Asylverfahren dauern tatsächlich etwa ein Jahr

Berlin | Die offizielle Statistik über die Dauer von Asylverfahren in Deutschland bietet möglicherweise ein verzerrtes Bild über die tatsächlichen Verhältnisse.

"Die vom Bundesinnenministerium mitgeteilten Zahlen über die Bearbeitungsdauer bilden nicht die volle Realität ab, derzeit liegt die echte Dauer der Asylverfahren nach meiner Schätzung etwa bei einem Jahr", sagte Migrationsforscher Dietrich Thränhardt der "Welt". Der Politikwissenschaftler aus Münster kritisiert die Erhebung: "In die BAMF-Berechnungen gehen ganz überwiegend Fälle ein, die schnell zu entscheiden sind. Dadurch entsteht ein falsches Bild." Laut Bundesamt für Migration (BAMF) liegt die durchschnittliche Bearbeitungszeit der Asylanträge aktuell bei 5,4 Monaten, wie die Behörde der "Welt" mitteilte. Tatsächlich gibt diese Zahl nicht die Zeit an, die von der Einreise bis zur Entscheidung über ein Asylgesuch vergeht.

In Deutschland wird die Dauer erst ab der Antragstellung gemessen - also nicht schon ab der Registrierung durch die Bundesländer oder sogar vom ersten Kontakt der Behörden mit einem Asylsuchenden. Weil aber zahlreiche Asylsuchende viele Monate in Deutschland, bevor sie den Antrag stellen, rauchen sie nicht in der Statistik auf. Wie stark die deutschen Behörden überlastet sind, zeigt sich deutlich in der Zahl der anhängigen Verfahren.

Aktuell sind es nach Angaben des BAMF 254.559 verfahren, Ende des vergangenen Jahres betrug die Zahl noch 169.166. Andere Länder entscheiden viel schneller darüber, ob ein Asylbewerber als Flüchtling gilt und bleiben darf. Die Schweizer Behörden erledigen Asylgesuche von Bürgern aus Balkanstaaten beispielsweise in nur 48 Stunden. Norwegen bearbeitet bereits seit 14 Jahren Asylanträge von Personen aus sicheren Staaten innerhalb von 48 Stunden.

In den Niederlanden werden in der Regel sogar 80 Prozent aller Anträge innerhalb einer Woche entschieden. Zurzeit vergehen durch den starken Flüchtlingsstrom allerdings auch dort häufig zwei Monate.

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