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Nordkorea startet Langstreckenrakete

Seoul | Nordkorea hat eine Langstreckenrakete gestartet. Das berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Militär des eigenen Landes. Nordkorea hatte erst letzte Woche bekannt gegeben, im Februar einen Satelliten ins All schießen zu wollen.

Das hatte zu heftiger internationaler Kritik geführt, insbesondere aus Südkorea und den USA. Ein entsprechender Raketenstart war allerdings frühestens für den 8. Februar angekündigt.

Sondersitzung des Sicherheitsrates nach nordkoreanischem Waffentest

Der Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen tritt noch am Sonntag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Grund sei der jüngste nordkoreanische Raketentest. Am frühen Sonntagmorgen hatte das isolierte Regime einen Satelliten in die Erdumlaufbahn geschossen.

Die nordkoreanische Führung hatte den Test für erfolgreich erklärt, eine unabhängige Bestätigung lag zunächst nicht vor. Man habe den "Erdbeobachtungssatelliten Kwangmyong 4 erfolgreich in die Umlaufbahn gebracht", ließ das Regime verlauten. Japan, Südkorea und die Vereinigten Staaten hatten eindringlich vor dem Test gewarnt und mit Konsequenzen gedroht.

Durch UN-Resolutionen sind Nordkorea Raketentests untersagt. Dem Regime wird vorgeworfen, mit seinem Raumfahrtprogramm an der Erforschung von Interkontinentalraketen zu arbeiten. Die südkoreanische Präsidentin Park forderte umgehend strenge Sanktionen.

Das Weiße Haus kritisierte den Test als "destabilisierend" und "provokativ".

Südkorea prüft Stationierung von US-Raketenabwehr

Als Reaktion auf den Test einer nordkoreanischen Rakete will die südkoreanische Regierung die Stationierung eines US-Raketenabwehrsystems prüfen. Man werde Gespräche mit den USA über die Lieferung von Abwehrraketen des Typs THAAD führen, teilte der stellvertretende südkoreanische Verteidigungsminister mit. Damit wolle das Land seine Verteidigungsmöglichkeiten angesichts der Bedrohung aus dem Norden vergrößern.

Diese Raketen seien in der Lage, Kurz- und Mittelstreckenraketen abzufangen. Zugleich warnte der südkoreanische Geheimdienst, dass das isolierte Regime einen fünften Nukleartest vorbereite. Am Abend tritt der Weltsicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen.

Steinmeier verurteilt nordkoreanischen Raketentest

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat den Start einer ballistischen Rakete durch Nordkorea scharf verurteilt. "Ich verurteile den heutigen Start einer ballistischen Rakete durch Nordkorea auf das Schärfste", sagte Steinmeier in einer Stellungnahme. Das Regime habe sich damit erneut über die Warnungen der internationalen Gemeinschaft hinweggesetzt.

"Der Raketenstart ist eine verantwortungslose Provokation, die völkerrechtlich bindende Resolutionen des VN-Sicherheitsrats missachtet und die regionale Sicherheit zum wiederholten Male aufs Spiel setzt", so der Minister weiter. Diese Herausforderung der Weltgemeinschaft dürfe nicht ohne "spürbare Konsequenzen" bleiben. Deutschland werde sich für eine starke internationale Reaktion unter Einbeziehung des Weltsicherheitsrates einsetzen.

"Ich fordere Nordkorea erneut auf, die einschlägigen Sicherheitsratsresolutionen zu befolgen, die Atomwaffentests und ballistische Raketenstarts verbieten. Die entsprechenden nordkoreanischen Programme müssen eingestellt werden", so Steinmeier.

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