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SPD fordert Bekenntnis zur neuen Historischen Mitte Köln

Köln | Die Kölner SPD gibt ein klares Bekenntnis für die Historische Mitte ab. Dies bedeutet die städtebauliche Neuordnung zwischen Roncalliplatz, Am Hof und Kurt Hackenberg Platz. Martin Börschel spricht von einer Chance die man nur einmal in 100 Jahren habe und wirft den Zweiflern und Nörglern vor, Sand ins Getriebe zu streuen. Die Linke fordert dagegen einen Abschied vom „Prestigeobjekt“.

Das Kölnische Stadtmuseum und das Römisch Germanische Museum müssen saniert werden. Oberbürgermeister Jürgen Roters hatte vorgeschlagen dafür, unter Einbeziehung des Kurienhauses, das die Hohe Domkirche abreißen und neu bauen will, mit einem Neubau die Historische Mitte neu zu definieren und vor allem in einem Wurf zu gestalten. Es gab bereits einen zweiphasigen städtebaulichen Realisierungswettbewerb, der allgemein auf große Zustimmung traf. Jetzt hat die Verwaltung eine Vorlage in die Beratungsfolge der Ratsgremien und der Bezirksvertretung Innenstadt gegeben. Diese wurde bereits in der Bezirksvertretung Innenstadt beraten. Der nächste Schritt ist die Beratung im Stadtentwicklungsausschuss.

Die Historische Mitte Köln – ein weltweit einzigartiger Ort

Michael Frenzel, städtebaulicher Sprecher der SPD Ratsfraktion, erläuterte die Gründe die aus Sicht der SPD für das Projekt sprechen. Der städtebauliche Wettbewerb und seine Ergebnisse hätten die SPD bestärkt das Projekt zu befürworten. Es sei weltweit einzigartig an einem Ort und vor allem Originalschauplatz 2000 Jahre Geschichte von der Römerzeit bis in die Neuzeit zu präsentieren. Frenzel nannte die Via Culturalis und die neue historische Mitte einen geschichtlichen Kulminationspunkt. Es müsse daher auch ein großer Wurf gelingen und nicht eine kölsche Lösung.

Frenzel nannte die aktuelle Situation am Römisch-Germanischen Museum, seiner Werkstätten und auch der Römerstraße eine Hinterhofsituation, die unbedingt verbessert gehöre. Aktuell attraktiviere man die Domumgebung und müsse die Planungen zur Historischen Mitte im Gesamtzusammenhang sehen. Der Kurt-Hackenberg-Platz könnte als lauschiger und begrünter Innenstadtplatz mit hoher Aufenthaltsqualität ein Gegenentwurf zu den steinernen Plätzen werden. Man habe jetzt die einmalige Chance einen städtebaulichen unattraktiven Ort neu zu gestalten und vor allem den Kurt-Hackenberg-Platz und am Hof neu zu ordnen.

Bürger sollen beteiligt werden

Die SPD will das Projekt vorantreiben und frühzeitig ein Bürgerbeteiligungsverfahren, dass unter realistischen Vorgaben stattfinden soll, anstrengen. Auch rechtliche Vorgaben sollten darin einfließen. Martin Börschel wirft den Gegnern vor die Chance zu zerreden. Jetzt öffne sich das Zeitfenster durch den Investor und Partner, die Hohe Domkirche zu Köln. Der sicher auch nicht ewig auf die Entscheidung der Stadt Köln warten werde. Hier sei man in der Pflicht ein verlässlicher Partner zu sein. Die SPD will den Architektonischen Realisierungswettbewerb, der rund 800.000 Euro kosten werde und die Entwurfsplanung für rund 750.000 Euro. Erst dann könne man die Kosten für den Unterhalt der Gebäude ermitteln, wie jetzt schon einige Politiker im Rat forderten.

SPD rechnet mit Baukosten von rund 123 Millionen Euro

Die SPD spricht von 123 Millionen Euro, die die neue Historische Mitte die Stadt kosten könnte, so die aktuellen Schätzungen. Die SPD stellt die Frage, ob die Sanierung der bestehenden Gebäude im Bestand günstiger sei? Aber auch eine Sanierung sei unabwendbar, vor allem müsse sie schnell geschehen. Daher sei es auch richtig die Entscheidungen für die Historische Mitte nicht auf die lange Bank zu schieben. Was mit dem Zeughaus geschehe, werde man nicht vor 2022 entscheiden können, wenn das Kölnische Stadtmuseum umgezogen ist.

Linke kritisiert Verwaltungsvorlage und fürchtet Überforderung

Die Verwaltung mache es mit ihrer Vorlage zur "Historischen Mitte Köln" dringend, so die Linke. Für die betroffenen Museen lägen aber seit Juli beziehungsweise November 2011 Ratsbeschlüsse zu Erweiterung und Generalsanierung vor, moniert die Linke. Fraktionsgeschäftsführer Michael Weisenstein schriftlich: „Die Stadt hat viele Projekte zu betreuen, Sanierung von Oper und Schauspiel, Bau historisches Archiv, Gestaltung Archäologische Zone, Erweiterung Wallraf-Richartz-Museum, Sanierung Stadtbibliothek, Verlegung Großmarkt, Ertüchtigung Verkehrsinfrastruktur, Wohnungsbauprogramm, Bau von Schulen, Kindertagesstätten und so weiter. Die Politik muss erstmal die Verwaltung stärken, bevor sie neue, große Aufträge erteilt.“ Die Linke im Kölner Rat befürchtet auch, dass die Bauzeit länger als sieben bis zehn Jahre dauern werde und fordert dazu auf, sich von dem Projekt zu verabschieden. Stattdessen fordert man die Einstellung von 100 neuen Mitarbeitern bei der Städtischen Gebäudewirtschaft.

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