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Voker Beck – Hilfe gefordert – Reaktion von Özdemir, Roth und Mortler

Berlin | Volker Beck wurde mit 0,6 Gramm einer betäubungsähnlichen Substanz angetroffen, so die Staatsanwaltschaft Berlin. Der Kölner Bundestagsabgeordnete der Grünen legte daraufhin seine Ämter in der grünen Fraktion nieder. Heute gab es Stimmen zum Fall Beck von seinen grünen Mitstreitern Özdemir und Roth, von der Linkspartei Frank Tempel und der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU)

Özdemir: Fall Beck "Handeln eines Einzelnen"

Der Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir hat den Fall Beck als "das Handeln eines Einzelnen" kommentiert. "Die Reaktionen von Kollegen wie Wolfgang Bosbach zeigen, dass wir alle, unabhängig von der Parteizugehörigkeit menschlich betroffen sind", sagte Özdemir der "Mitteldeutschen Zeitung" (Freitagsausgabe) "Es zeigt sich hier eine traurige Realität: Üble leistungssteigernde Drogen fressen sich grade durch alle Teile unserer Gesellschaft." Dieser Art von Drogen müsse noch viel entschlossener der Kampf angesagt werden.

"Prävention, Prävention, Prävention und starke wirkungsvolle Hilfe für Betroffene sind hier der Schlüssel", so Özdemir.

Roth nimmt Beck nach Drogenfund in Schutz

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth hat ihren Grünen-Parteifreund Volker Beck nach dem Drogenfund vor Spott in Schutz genommen. "Volker Beck hat einen Fehler gemacht, da gibt es kein Vertun", sagte Roth der "Welt". "Er hat vor allem sich selbst damit Schaden zugefügt."

Bei aller Kritik verdiene es aber Respekt, dass Beck schnell die Konsequenzen gezogen habe und seine Ämter in der Grünen-Bundestagsfraktion zur Verfügung stelle. "Auch mit Blick auf seine politischen Verdienste verdient er nun einen fairen und respektvollen Umgang und keine Häme." Roth würdigte Becks Verzicht auf den Posten des Sprechers der Grünen-Bundestagsfraktion für die Innen- und die Religionspolitik sowie auf den Spitzenposten in der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe des Bundestags.

"Wer ihn kennt, weiß, dass ihm ganz besonders der Vorsitz der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe sehr viel bedeutet hat." Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte den Fund von 0,6 Gramm "einer betäubungsmittelverdächtigen Substanz" bei dem Bundestagsabgeordneten bestätigt.

Links-Fraktionsvize plädiert für Hilfsangebote an Beck

Der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Frank Tempel, hat dafür plädiert, dem Grünen-Bundestagsabgeordneten Volker Beck zu helfen, statt ihn zu kriminalisieren. "Strafrechtlich ist das eine klare Sache", sagte er der "Mitteldeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe) mit Blick auf den bekannt gewordenen Drogenfund. "Besitz und Erwerb von Betäubungsmitteln ist strafbar. Häufig werden die Ermittlungen allerdings eingestellt wegen geringer Mengen." Tempel fügte mit Blick auf seinen Kollegen von den Grünen hinzu: "Hier geht es ausschließlich um eine Selbstschädigung. Man muss sich fragen, ob es richtig ist, darauf mit Polizei und Staatsanwaltschaft und nicht mit Hilfsangeboten zu antworten."

Drogenbeauftragte warnt vor Crystal Meth

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), hat nach dem Drogenfund bei dem Grünen-Politiker Volker Beck vor der Gefahr von Crystal Meth gewarnt. "Ich möchte mich nicht konkret zur Personalie äußern, bevor nicht alle Details bekannt sind. Fakt ist jedoch, dass Crystal Meth eine hochgefährliche Droge ist", sagte Mortler den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Eine Abhängigkeit von Crystal Meth sei jedoch behandelbar. Wer Drogenprobleme habe, dem müsse qualifiziert geholfen werden. "Das deutsche Suchthilfesystem ist vorbildlich. Auch innerhalb der Bundestagsverwaltung gibt es eine gut funktionierende Suchtberatung", sagte Mortler.

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