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Ein Symbolbild eines französischen Kampfflugzeuges vom Typ Mirage

Terror in Paris: War ein belgischer Dschihadist der Drahtzieher? - Zweites deutsches Opfer

Paris, Berlin | Liveticker | Es ist der Montag nach den Attentaten vom Freitag in Paris. Die Ermittlungen laufen aus Hochtouren in Paris und in Belgien. Ein belgischer Dschihadist könnte der Drahtzieher der Attentate gewesen sein. Der französische Ministerpräsident Vals spricht davon, dass weitere Anschläge auch in anderen europäischen Ländern von Terroristen vorbereitet würden. Frankreich fliegt Angriffe gegen den IS. In Deutschland warnen immer mehr Politiker, aber auch die neun muslimischen Verbände davor, die Flüchtlingsfrage und den Terror inhaltlich zu verknüpfen. Das Auswärtige Amt teilte heute Nachmittag mit, dass ein zweites deutsches Opfer identifiziert sei. Der Liveticker am dritten Tag nach den Anschlägen von Paris von report-deutschland.
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Um 12: Uhr ist heute eine weltweite Schweigeminute vorgesehen
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Hollande will Sitzung des UN-Sicherheitsrats

23:12 Uhr >Der französische Präsident François Hollande hat nach den Anschlägen in Paris eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt. Der "Islamische Staat" (IS) müsse zerstört werden und dies sei eine Aufgabe der internationalen Gemeinschaft, erklärte Hollande am Montag bei einer Sitzung des Kongresses in Versailles. In den kommenden Tagen werde er zudem sich unter anderem mit US-Präsident Barack Obama und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin treffen, um mit ihnen über den Kampf gegen den IS zu beraten.

Der Kampf gegen den Terror werde noch lange dauern und erfordere Geduld und Härte, betonte Hollande.

Auswärtiges Amt: Zweites deutsches Opfer nach Anschlägen identifiziert

17:02 Uhr >Nach der Anschlagsserie in Paris ist ein zweites deutsches Todesopfer identifiziert worden. Das teilte das Auswärtige Amt in Berlin am Montag mit. Bereits am Sonntag hatte die Behörde ein deutsches Opfer bestätigt.

Über mögliche Verletzte aus Deutschland wurde zunächst nicht bekannt. Nach letzten Angaben kamen bei der Anschlagsserie insgesamt mindestens 132 Menschen ums Leben, über 350 weitere wurden verletzt. Zu den Attentaten bekannte sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).

Belgischer Dschihadist soll Drahtzieher der Pariser Anschläge sein

11:44 Uhr >Laut Medienberichten wird ein belgischer Dschihadist verdächtigt, der Drahtzieher der Terror-Anschläge in Paris zu sein. Mindestens einer und möglicherweise zwei der Attentäter seien Bekannte des belgischen Dschihadisten gewesen, berichtet die Zeitung "De Standaard" und beruft sich dabei auf Sicherheitskreise. Laut des französischen Senders RTL hätten Ermittler den Belgier als Drahtzieher der Terror-Anschläge identifiziert.

Der Mann gilt als meistgesuchter Islamist Belgiens und soll sich zuletzt in Syrien aufgehalten haben. Bei der Anschlags-Serie in Paris waren mindestens 132 Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt worden.

Valls: Terroristen bereiten Angriffe auf andere europäische Länder vor

10:01 Uhr > Nach Angaben des französischen Premierministers Manuel Valls richtet sich die Bedrohung durch die Terror-Miliz "Islamischer Staat" (IS) nicht nur gegen Frankreich: "Wir wissen, dass Operationen vorbereitet wurden und noch vorbereitet werden, nicht nur gegen Frankreich, sondern auch gegen andere europäische Länder", sagte Valls am Montagmorgen dem französischen Radiosender RTL. Den Angaben des französischen Premierministers zufolge waren die verheerenden Anschläge in Paris von Syrien aus "organisiert und geplant" gewesen. An ein baldiges Ende der terroristischen Bedrohung glaubt Valls nicht: "Wir müssen länger mit dieser Bedrohung leben." Unterdessen durchsuchten Spezialeinheiten der Polizei mehrere Wohnungen und Häuser in Frankreich.

Laut französischen Medien sei bei einer Durchsuchung in Lyon ein Raketenwerfer und andere Waffen gefunden sowie fünf Verdächtige festgenommen worden.

Frankreich fliegt Luftangriffe gegen IS

Die französische Luftwaffe hat als Reaktion auf die blutige Anschlagsserie in Paris zwei Stellungen der Terror-Miliz "Islamischer Staat" (IS) bombardiert. Nach Angaben des französischen Verteidigungsministeriums waren zehn Kampfflugzeuge an dem Angriff auf die IS-Hochburg Rakka in Syrien beteiligt. Ziel der Angriffe seien ein Trainingslager und ein Camp, das der Terror-Miliz als Waffenlager und Kommandozentrale gedient habe, gewesen.

Die beiden Ziele seien bei den Luftangriffen zerstört worden, hieß es seitens des französischen Verteidigungsministeriums weiter. Bei der Anschlags-Serie in Paris waren mindestens 132 Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt worden.

Innenministerkonferenz-Vorsitzender bittet um Wachsamkeit

Nach den islamistischen Terroranschlägen in Paris bittet der Vorsitzende der Innenministerkonferenz (IMK), Roger Lewentz (SPD), die Bevölkerung um Wachsamkeit: "Wir sind auf Schlimmeres vorbereitet, die Bedrohung rückt näher. Die Sicherheitskräfte allein aber können nicht alles beobachten", sagte Lewentz in einem Interview mit der "Welt". Der rheinland-pfälzische Innenminister betonte: "Wir brauchen die Bürger dieses Landes, die uns melden, wenn sich Menschen in ihrem Umfeld verändern, radikalisieren oder gar paramilitärisch bewaffnen."

Diese Informationen müssten bei der Polizei landen. "Wir sind auf den aufmerksamen Blick der Bevölkerung angewiesen. Das galt in Zeiten des RAF-Terrors, und das gilt jetzt umso mehr", erklärte der SPD-Politiker.

Lewentz bezeichnete die terroristische Bedrohung als "seit Monaten durchgehend hoch". Der IS-Terror sei eine weltweite Herausforderung, die auch auf Deutschland zusteuere. Die deutsche Bevölkerung müsse wissen, dass diese Bedrohung existiere.

Er sagte auch: "Wir sind im Fokus von IS, darüber sind wir uns sehr bewusst." In Deutschland kenne man die Islamistenszene recht gut, so der Minister weiter. "Wir sind da sehr gut informiert und organisiert."

Man habe die Gefährder in den vergangenen Tagen sehr genau im Blick behalten. "Es wäre aber fahrlässig zu behaupten, es könnte deswegen in Deutschland keinen Anschlag geben."

Terrorattacken in Paris: Union und SPD gegen Nato-Bündnisfall

Nach den Attentaten von Paris sprechen sich die Verteidigungspolitiker der Großen Koalition dagegen aus, die Anschläge als Nato-Bündnisfall zu werten. "Für den NATO-Bündnisfall ist allerdings eine Kaskade mehrerer formaler Schritte nötig, für die nach jetzigem Stand die Voraussetzungen fehlen", sagte der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Henning Otte, der "Frankfurter Rundschau" (Montag). Er plädiere eher für die Befassung der Vereinten Nationen mit dem Thema, da so auch Russlands einbezogen würde.

"Vor einer direkten Reaktion auf die Attentate von Paris muss aber in aller Sorgfalt analysiert werden, wer die Urheber waren", betonte der CDU-Politiker. Klar sei, dass der Kampf gegen den "Islamischen Staat" Entschlossenheit und Einigkeit fordere. Der IS gefährde den Weltfrieden, und das Ziel der Weltgemeinschaft müsse sein, terroristische Strukturen zu zerschlagen, so Otte.

"Dabei wird Deutschland nicht beiseite stehen: Wenn unsere Bundeswehr helfen kann, sollte dies im Rahmen des rechtlichen und tatsächlich Möglichen geprüft werden." "Für eine rein militärische Lösung durch Eingriff von außen ist die Lage zu komplex", sagte der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rainer Arnold, der "Frankfurter Rundschau". Er warnte vor einer "künstlichen Debatte über einen NATO-Bündnisfall, der in der Praxis noch nicht einmal etwas ändern würde". Es gebe "längst eine internationale Allianz, die in Syrien und Irak gegen den IS aktiv ist und wie weit über die NATO-Staaten hinausreicht".

Zur Lösung des Problems sei ein Dreiklang nötig: "Wir müssen den IS politisch, militärisch und ideologisch bekämpfen", sagte der und SPD-Obmann im Verteidigungsausschuss. Dafür müssten auch Russland und die beteiligten Regionalmächte eingebunden werden.

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