Politik Nachrichten Politik Welt

Schaeuble3_452012

Varoufakis bezeichnet Schäuble als "Marionettenspieler"

Athen | Griechenlands ehemaliger Finanzminister Janis Varoufakis wirft Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vor, "ein Marionettenspieler" zu sein.

In einem Interview der "Welt" und der belgischen Zeitung "Le Soir" für die "Leading European Newspaper Alliance" (LENA) sagte Varoufakis: "Er ist eine bedeutende Persönlichkeit. Er hat Beiträge zu der Art und Weise geleistet, wie heutzutage Politik gemacht wird. Ob ich es genossen habe, mich mit ihm zu unterhalten? Ja, enorm. Habe ich etwas gelernt in den Gesprächen mit ihm? Ja. Hat er die Euro-Zone geprägt? Absolut. Die Euro-Gruppe ist sein Geschöpf. Er ist ein Marionettenspieler. Ganz klar."

Varoufakis hält seinem ehemaligen Amtskollegen vor, die finanzpolitische Souveränität der Euro-Staaten infrage zu stellen. "Er will, kurz gesagt, einen obersten Steueraufseher installieren, wahrscheinlich den Präsidenten der Euro-Gruppe. Der soll durch einen neuen Vertrag die Kompetenz erhalten, sein Veto gegen jeden nationalen Haushalt einzulegen. Nicht nur in Griechenland, auch in Frankreich und sonstwo", sagte Varoufakis. Schäuble gefalle nicht, "wie die Franzosen ihr Budget zusammenstellen. Er will das alles kontrollieren. Griechenland ist ihm egal." Aber Schäuble sei "es wichtig, Frankreichs Haushalt zu kontrollieren". Varoufakis sieht darin auch Schäubles Eintreten für einen Austritt der Griechen aus dem Euro begründet: "Seiner Vorstellung nach würde der Grexit derartiges Leid in Griechenland bewirken, dass die französischen Politiker gedanklich schon vollkommen darauf ausgerichtet sind, seine Forderung zu befolgen." Hinsichtlich der Erfolgschancen für die Griechenland-Rettung ist Varoufakis pessimistisch. "Ich glaube, dass dieses Rettungspaket nicht funktionieren kann. Und ich bin sicher, dass auch niemand anders das glaubt - einschließlich Wolfgang Schäuble und Christine Lagarde." Varoufakis machte allerdings deutlich, dass Schäuble der einzige Finanzminister im Kreise der Euro-Gruppe gewesen sei, der "wirklich meinte, was er sagte - jedes Mal, wenn ich mit ihm gesprochen habe". Im Übrigen habe er sich mit Schäuble "nie gelangweilt".

Zurück zur Rubrik Politik Welt

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Politik Welt

rajoy_matthi_shutterstock_26062016w

Madrid | Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy hat die erste für diese Woche geplante Vertrauensabstimmung im Parlament verloren. Er erhielt am Mittwoch 170 Stimmen, 180 Parlamentarier votierten gegen ihn. Die im ersten Wahlgang erforderliche absolute Mehrheit lag bei 176. Bei einer zweiten Abstimmung, die für Freitag geplant ist, würde eine einfache Mehrheit reichen, doch dass dieser Plan aufgeht, ist mehr als fraglich.

dilma_roussef_Valentina-Petrov-shutterstock_20082015w

Brasilia | Der brasilianische Senat hat am Mittwoch für die Amtsenthebung der bisherigen Präsidentin Dilma Rousseff gestimmt. 61 Senatoren stimmten für die Amtsenthebung, 20 dagegen. Mindestens 54 Stimmen waren für die endgültige Absetzung Rousseffs nötig.

Washington/Ankara | Um die Beziehungen zur Türkei nicht zu gefährden, sollten die USA nach Ansicht von James Jeffrey, dem früheren US-Botschafter in der Türkei, den Prediger Fetullah Gülen an Ankara ausliefern.

NEU: Terminkalender Köln

termine_02012015

Der neue report-K Terminkalender für Köln optimiert für Ihr Smartphone:

termine.report-K.de

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

digital_21122014

Aktuelle Nachrichten zur Netzpolitik und Netzökonomie in Deutschland.
---
Digitale Gadgets

SONDER-VERÖFFENTLICHUNG
wj_gruenderpreis2016kl

Gründerpreis der Wirtschaftsjunioren Köln 2016
Abgabefrist: 21.8.16
Alle Infos >

--- --- ---

Aktuelle Themen und Informationen der Koelnmesse >

--- --- ---

schoko_PR_boxklein

Schokoladenmuseum Köln: Zeitreise durch die Geschichte von Kakoa und Schokolade >

--- --- ---