Wirtschaftsnachrichten Kölner Wirtschaft

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Henk van Oostrum

Hoteldirekter und Herbergsvater - van Oostrum über das Dreigestirn und seine erste Session

Köln | Vom Betriebsrats- zum Hotelchef - Henk J. van Oostrum ist der neue Herbergsvater des Kölner Dreigestirns in der Hofburg. Im Interview mit report-K spricht er als Hotelmanager über die erste Session als Hoteldirektor an einem der karnevalistischen Hotspots. Das Interview führte Stephan Eppinger.

Herr van Oostrum, seit dem 1. Juni 2015 sind sie der Direktor des Pullman-Hotel und damit der Herbergsvater in der Hofburg. Seit wann kennen Sie dieses Haus?

Henk J. van Oostrum: Ich kenne das Haus sehr gut, genauer gesagt seit 31 Jahren. Damals bin ich als junger Praktikant einer holländischen Hotelfachschule ins Interconti gekommen, wie das Pullman damals noch hieß. Seit 1994 bin ich der Betriebsratsvorsitzende hier und seit 2002 der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates der Accor-Gruppe.

Wie wurden Sie zum Hoteldirektor des Pullman?

Van Oostrum: Als mein Vorgänger überraschend das Haus verließ, wurde ein Nachfolger gesucht. Kein leichtes Unterfangen, da ich als Betriebsratsvorsitzender für harte Verhandlungen bekannt war. Da habe ich angeboten, bei der Suche mitzuhelfen. Mein damaliger Chef hat sich dafür bedankt und direkt gefragt, ob ich es nicht selbst machen wolle. Ich habe es mir gründlich überlegt und war mir bewusst, so ein Angebot gibt es nur einmal. Dann folgten längere Verhandlungen und heute leite ich das Pullman Köln.

Wie arbeiten Sie mit Ihren Nachfolger beim Betriebsrat jetzt als Chef zusammen?

Van Oostrum: Wir arbeiten sehr vertrauensvoll zusammen, nur weil ich den Stuhl gewechselt habe, bin ich kein anderer Mensch geworden. Und auch als Chef weiß ich, nur wenn die Mitarbeiter glücklich und zufrieden sind, sind unsere Gäste das auch.

Jetzt beherbergen Sie in der Hofburg das Dreigestirn. Welche Beziehung haben Sie als gebürtiger Niederländer zum Karneval?

Van Oostrum: Ich komme aus einer Region, wo es das gar nicht gibt. Aber in den 30 Jahren hier in Köln habe ich Karneval kennen- und lieben gelernt. Die niederländische und die rheinische Mentalität passen sehr gut mit ihrer Offenheit und Toleranz zusammen.

Wie wirkt sich die Turbosession auf Ihr Haus aus?

Van Oostrum: Das ist schon sehr anstrengend für alle Mitarbeiter, denn es gibt kaum Tage, an denen es hier im Haus keine Veranstaltung gibt.

Welche Rolle spielt die Sicherheit nach den Vorfällen der Kölner Silvesternacht und den Anschlägen von Paris?

Van Oostrum: Wir haben die Sicherheitsmaßnahmen im Haus erhöht. Es gibt mehr Personenkontrollen an den Eingängen. Wir haben ja bis zu 3000 Gäste, die hier Karneval feiern, da ist die Sicherheit sehr wichtig. Aber das galt auch schon für die vergangenen Jahre.

Gab es Stornierungen von Hotelgästen?

Van Oostrum: Das hält sich sehr in Grenzen, wir hatten bislang fünf oder sechs Stornierungsanfragen. Ich denke, dass Leute, die spontan und ohne große Planung nach Köln zum Karneval kommen, sich eventuell von ihrem Besuch abhalten lassen. Aber wer alles geplant und gebucht hat, der kommt auch. Außerdem lässt man sich so etwas wie den Karneval in Köln nicht so schnell nehmen. Bei den Weihnachtsmärkten waren ja auch nicht weniger Menschen unterwegs.

Wie wichtig ist Karneval für Ihr Haus?

Van Oostrum: Wir haben eine sehr lange Tradition und sind seit 44 Jahren die Hofburg. Viele Gäste die jetzt hier feiern, kommen auch außerhalb der Session für Feiern und Übernachtungen wieder zurück. Für unsere Hauptverwaltung in München ist das nicht immer so einfach nachvollziehbar, aber wer von denen einmal in Köln war und die Stimmung hier im Haus erlebt hat, kann dieses Phänomen verstehen. Und die Hofburg gehört zum Haus wie die Sonne zum Sommer.

Was bekommen Sie vom Dreigestirn mit?

Van Oostrum: Die drei leben hier mit ihre Equipe und starten von hier immer am Nachmittag in die Säle. Für unsere Gäste ist das immer ein besonderes Erlebnis mit all den Uniformen und Ornaten. Spät abends kommen sie dann zurück, ziehen sich um und nehmen noch einen Drink an der Bar. Auch darauf freuen sich viele Gäste, wie ich auch, im Haus.

Welchen Eindruck haben Sie von den drei?

Van Oostrum: Der Eindruck ist super. Die Session ist extrem kurz und ich bewundere die phänomenale Zeitplanung. Die Jungfrau habe ich schon im November kennengelernt, auch Bauer und Prinz sind supernett und trotz der hohen Belastung sind alle drei immer gut gelaunt. Ein besonderes Erlebnis waren die Stunden vor der Proklamation. Da laden wir das Dreigestirn immer um 14 Uhr zum Mittagessen ein und konnten die Aufregung regelrecht spüren. Da merkt man erst, was dieser Moment für diese Leute bedeutet. Um 18.30 Uhr kamen sie erstmals im Ornat in die Lobby, wo die Wache Spalier stand. Da sind auch Tränen geflossen. Ich habe viel Hochachtung vor diesem Dreigestirn.

Kommen Sie auch noch selbst dazu, Karneval zu feiern?

Van Oostrum: Ja, ich gehe zu vier Sitzungen und erlebe die großen Umzüge, wenn diese direkt vor dem Haus an unserer Tribüne vorbeiziehen.

Was machen die Gäste im Hotel, die nichts mit Karneval anfangen können?

Van Oostrum: In der zwölften Etage gibt es einen komplett karnevalsfreien Bereich mit Restaurant. Da hat man seine Ruhe. Aber die meisten Gäste freuen sich bei uns auf Karneval.

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