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NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (Mitte) ließ sich heute im Rahmen ihrer "Sommertour NRW 4.0" von den Next-Gründern Jochen Schwill (links) und Hendrik Sämisch (rechts) deren seit 2009 betriebenes virtuelles Kraftwerk erklären.

„Sommertour NRW 4.0“ - Kraft besucht virtuelles Kraftwerk in Köln Ehrenfeld

Köln | Im Rahme ihrer „Sommertour NRW 4.0“ besuchte NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft heute das Kölner Startup „Next-Kraftwerke“, Betreiber eines virtuellen Kraftwerks mit Sitz in Köln Ehrenfeld. Dort informierte sich die Landesmutter wie ein solches Kraftwerk funktioniert und bewies gleichzeitig Fachwissen im Bereich Energieversorgung.

Kraft ließ sich von den Next-Geschäftsführern Hendrik Sämisch und Jochen Schwill, die das Unternehmen 2009 gründeten, über die Funktionsweise eines virtuellen Kraftwerks – im Falle von Next ist dies ein Netzwerk von knapp 3.000 Anlagen erneuerbarer Energie-Erzeugung – erläutern. Um die schwankende Energie-Erzeugung einerseits und den schwankenden Energieverbrauch andererseits auszugleichen, müssen Erzeuger und Verbraucher intelligent miteinander vernetzt werden. Next ermöglicht dies in Form einer sogenannten „Next-Box“, mit deren Hilfe einzelne Kraftwerke zentral von Köln aus angesteuert werden können.

Kraft: „Auf dem richtigen Weg“

Während ihres Besuches brachte Kraft zum Ausdruck, dass man in Deutschland mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien auf dem richtigen Weg sei. Darin bestehe kein Zweifel, so die Ministerpräsidentin. Das Problem das sich dabei stelle, sei jedoch die fehlende Möglichkeit zur Speicherung des durch regenerative Energie gewonnenen Stromes, um eine unterbrechungsfreie Versorgung rein aus diesen Stromquellen sicherstellen zu können. Außerdem müssten zum Gelingen der Energiewende die Verbraucher davon überzeugt werden, ihren Strom zeitflexibel – also dann, wenn viel Kapazität zur Verfügung steht –  zu verbrauchen.

Was die längerfristige Wettbewerbsfähigkeit anbelange, so sei abzuwarten, ob die Erneuerbaren Energien auch nach dem Wegfall von Subventionen sich auf dem europäischen Energiemarkt behaupten könnten. Momentan sei der Markt für Erneuerbare Energien „eine Subvention, die einen Markt kreiert.“ Derzeit gebe es keinen echten Wettbewerb, da regenerative Energien jährlich mit 24 Milliarden Euro aus der EEG-Umlage und damit durch die Bürger subventioniert würden, so Kraft.

Alle Blicke auf Deutschland

Gleichzeitig begegne man der deutschen Energiewende und Energiepolitik im europäischen Ausland mit reichlich Skepsis. Alle Blicke seien auf Deutschland gerichtet, so Kraft. Gelinge hierzulande die Energiewende nicht, werde kein anderes Land in Europa einen ähnlichen Weg beschreiten.

Noch bis 17. Juli auf "Sommertour"

Noch bis zum 17. Juli wird Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ausgewählte Institutionen und Unternehmen in Nordrhein-Westfalen besuchen, um sich über den Fortschritt des digitalen Wandels in NRW zu informieren. Stationen der Sommertour „NRW 4.0“ sind neben Köln auch Aachen, Herzogenrath, Jülich, Remscheid, Düsseldorf, Bochum, Dortmund, Essen, Blomberg, Verl und Bielefeld.

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