Wirtschaftsnachrichten Kölner Wirtschaft

passagen_21012016

„design parcours ehrenfeld“: Möbel und Kunst zwischen Upcycling und Einzigartigkeit

Köln | Der „design parcours ehrenfeld“ findet in diesem Jahr zum neunten Mal im Kölner Stadtteil Ehrenfeld statt. An der Veranstaltung, die von den PASSAGEN und dem Design Quartier Ehrenfeld ausgerichtet wird, nehmen 72 verschiedene Aussteller teil. Darunter Künstler, Designer und Ladenbesitzer, aus dem In- und Ausland.
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Terminhinweis: Am heutigen Donnerstagabend, 21. Januar ist Rundgang beim „design parcours ehrenfeld“. Viele Orte laden Mit Kölsch, Prossecco und mehr ab 18 Uhr zur Besichtigung ein.

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Fotostrecke: Impressionen vom design parcours ehrenfeld 2016 >
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Der Parcours, den man noch bis zum 24. Januar besuchen kann, bietet ein umfangreiches Programm. Mit Möbeln von „MOWE“ [report-K berichtete], die sich ganz ohne Werkzeug zusammenbauen lassen, bis zu einer Landschaft aus Holzbausteinen von „Nonstop Bauklotz“, wird nahezu jedes Besucherinteresse abgedeckt. Über den gesamten Stadtteil Ehrenfeld und darüber hinaus findet man Designer, die auch gerne im persönlichen Gespräch, die Ideen hinter ihren Produkten erklären.

KölnDesign macht aus alten Dingen individuelle Möbel

Zentrale Themen des Parcours´sind Upcycling und Einzigartigkeit. Ein großer Teil der Aussteller nutzt bereits verwendete Gegenstände für die Herstellung seiner Möbel. Durch die Verwendung von Produkten, die in vielen Fällen im Abfall landen würden, entstehen so Unikate.

Mitglieder des Vereins „KölnDesign“ zeigen wie aus vermeintlichem Müll ein Designerstück werden kann. Fahrradschläuche und Radketten werden bei „reditum“ gemeinsam mit Holzbalken von Fachwerkhäusern zu einem besonderen Merkmal eines Regalsystems. „Die Kerben und Färbungen des Holzes machen das Produkt einzigartig“, sagt einer der Künstler. Aber auch alte Festplattenmagneten können zu einer Wandhalterung umfunktioniert werden. An dieser können zum Beispiel Küchenutensilien aufbewahrt werden.

Nicht nur als Holz und Fahrradzubehör kann man nachhaltige Möbel machen. Eine Garderobe aus Flaschenhälsen macht Sybille Homann. Die Glasflaschen für die Herstellung ihrer Objekte bekommt die Hamburger Künstlerin von umliegenden Restaurants, Freunden und Familie. Die Produkte erhalten so immer ein anderes Design. Homann habe so nie eine große Anzahl der gleichen Flaschen.

Für eine Garderobe aus recycelten Flaschen für zu Hause zahlt man pro Meter 525 Euro. Dafür kann man dann auch eigene Flaschen zu ihr bringen. Aus diesen entsteht die Garderobe nach Wunsch. „Das wird nach Hochzeiten gerne gemacht, als Geschenk oder Erinnerung“, erzählt Homann.

Auf Unikate setzen auch die KölnDesign-Mitglieder Philipp Steffens und Christoph Kranenburg. Ihre Lichtinstallationen bieten den Kunden individuelle Umsetzungsmöglichkeiten. Die „Lisouette“ – Wandleutchen von Philipp Steffens können nach einzelnen Kundenwünschen angefertigt werden. Die Blenden der Leuchten sind Scherenschnitten nachempfunden. So kann die Leuchte einen Umriss der Stadt Köln oder die Silhouette des eigenen Kopfs sein.

Mit rechteckigen Leuchtkästen von Christoph Kranenburg lässt sich der Wohnraum in unterschiedlichen Farben erhellen. Hinter seinen Leuchtkästen steckt ein Baukasten-Prinzip. Vor eine Tageslichtleuchte lassen sich farbige Plexiglasscheiben schieben. Die Farben können durch das Bewegen der Scheiben manuell verändert werden. Auch die Helligkeit der Lampe soll so regulierbar sein. „Dazu lässt man einen entsprechend großen Teil der Grundleuchte frei“, erklärt Kranenburg. Das Modell Livia kostet in der großen Ausführung, mit einer Länge von 157 cm, rund 500 Euro. Verschiedenfarbige Plexiglasscheiben seien im Preis enthalten.

Der Glascontainer als Rückzugsort

Wer bisher nicht daran geglaubt hat jemals einen Glascontainer zu betreten lässt sich von der Architektengruppe TRANSSTRUKTURA eines Besseren belehren. Aus sieben recycelten Glascontainern wurde der „DOM – Begehbare Raumstruktur“. Die begehbaren Container erhalten durch Waschmaschinenluken, die als Fenster dienen, Licht. Für ein Wohlfühlambiente soll Goldfolie sorgen, mit der die Container von innen tapeziert wurden. Der „DOM“ wurde bisher als Hotelzimmer, Spielhaus und Lounge genutzt. Aktuell steht er auf dem Neptunplatz.

Im RetroKaufhaus auf der Venloer Straße betritt man wieder eine bekannte Umgebung. Möbel von den 50er bis zu den 60er Jahren werden hier verkauft und auf Wunsch auch für den Kunden gesucht. Das Kaufhaus nimmt schon seit langem an den Passagen Teil. Zu dieser Zeit stellen auch immer Künstler ihre Produkte dort aus. Bereits zum zweiten Mal ist „Paletta“ mit dabei. Auch Paletta macht Upcycling. Aus alten Europaletten entstehen Tische, Hocker und andere Möbel. Jedem Stück wird das „Paletta“-Logo eingebrannt. Dadurch wird auch hier jede Palette zum Unikat.

Infos

KölnDesign: Wohnambiente, Kaiser-Wilhelm-Ring 26, 50672 Köln

DOM – Begehbare Raumstruktur: Neptunplatz, 50823 Köln

RetroKaufhaus feat. Paletta: Venloer Str. 180, 50823 Köln

Programm mit weiteren Ausstellern: http://www.voggenreiter.com/passagen2016/index.php/index-container/containeransicht-dpe/

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