Köln, 6.10.2008, 12:23 Uhr > Zufriedenheit herrscht bei den Veranstaltern der Art Fair 21: Die Kunstmesse endete gestern Abend nach vier Messetagen. Mit dem Besuch von 30.000 Kunstinteressierten verzeichnet die Art Fair 21 nach Veranstalterangaben trotz Finanzkrise eine Steigerung ihrer Besucherzahlen gegenüber dem Vorjahr.
---
Foto oben: 300 Künstler wurden auf der Art Fair 21 von 60 Galerien vertreten.
---
Kein Einfluss der Finanzkrise
Die Art-Fair 21 - Bilanzmeldung der Vernissage und des ersten Messetages widerlegten bereits jede Sorge um einen Übergriff der Finanzkrise auf die als umsatzstarker Marktplatz bekannte Messe für aktuelle Kunst.
Standplanung sollte der Vernetzung dienen
Die Standplanung der Messe war auf Integration und Vernetzung auch unter den Galeristen angelegt. Auf diese Weise profitierten die internationalen Aussteller von ihrer Nachbarschaft zu den deutschen Kollegen. Über Verkäufe an neue Sammler freute sich Gallery 2 (Seoul) u.a. mit der Abgabe von vier Wandobjekten des Künstler Jackson Hong bis 3.500 Euro, sowie einer Papierarbeit von Donghyun Son für 3.500 Euro. Eine Zeichnung von Hyena Kim wurde an die Kölner Artothek abgegeben. Auch die koreanische Galerie Keumsan (Seoul) ist zufrieden. Zwei großformatige Fotoarbeiten aus diesem Jahr von Yunjeong Kim aus der Serie „Bird Land-Swarovski“ wechselten den Besitzer zu je 4.000 Euro.
Aus den Niederlanden, Eindhoven kam Willy Schoots mit einer hervorragenden Installation von Marco den Breems. Im November wird er mit seinen Arbeiten auf 800 Quadratmetern der Abschiedsausstellung von Jan Huet im Museum Martha Herford vertreten sein. Der dann designierte bekannte Museumsleiter und ehemalige documenta Leiter wird Anfang des nächsten Jahres die Eröffnung des Neubaus der Galerie ABTart in Stuttgart mit einer durch ihn kuratierten Ausstellung begehen. Willy Schoots beendet die Messetage mehr als erfolgreich. Neben dem Verkauf des im Messekatalogs abgebildeten Ölbildes von Marjolijn de Wit für 5.000 Euro freute ihn die Vermittlung der Künstlerin an eine koreanische Galerie, die eine Soloshow in Seoul zeigen wird.
Hochbaum erzielt 12.000 Euro
Mit dem Verkauf der im Foyer präsentierten Raum-Installation von David Hochbaum (9.000 Euro) schoss der Künstler im wahrsten Sinne des Wortes „den Vogel ab“. Die Arbeit aus 1.111 Vögeln findet in der Düsseldorfer Königsallee ihren Platz. Zwei weitere Bilder von Hochbaum gingen zu Preisen von 5.000 Euro „The Year of the Red“ und 12.000 Euro „The Big Ship“. Für das Bildwerk von Madeline von Foerster „Redwood Cabinet“ aus der Serie „Waldkammer“ interessierten sich und verhandelten mit der Galeristin gleich drei Sammler. Kurz vor Messeende ging die Arbeit für 10.350 Euro Die Standpräsentation des jungen Galerieprogramms war mehr als gefragt. Yasha Young verlässt die Art Fair 21 mit Verhandlungen zur kompletten Standübernahme seitens eines Sammlers. Durch Auffüllen bereits vermittelter Positionen mit neuen Arbeiten würde im Fall des zustande kommenden Deals ihr Stand fast doppelt ausverkauft worden sein. Neben den renommierten Kollegen Terminus (München), Michael Schultz (Berlin,Seoul,Beijing) oder Wolfgang Gmyrek (Düsseldorf) setzten sich damit gerade die jungen Position erfolgreich durch. Auch die Galerie C.Wichtendahl (Berlin) ist zufrieden.
14 Arbeiten wechselten aus ihrem Programm in den Besitz verschiedener Kunden. Die Münchner Galerie von Braunbehrens meldete neben anderen den Verkauf der beiden Bilder (Draht auf Leinwand, 114 x 114 Zentimeter) „Marilyn“ und „Beuys“ zu je 16.000 Euro von Young-Jin Kim und verbuchte für ihre gelungene Kabinettpräsentation koreanischer Künstler großes Interesse von Seiten der Besucher. Mehrere Großformate von Jürgen Janssen verließen den Stand von Robert Drees (Hannover) für je 8.100 Euro. Ebenso konnte eine große Arbeit von Pertti Kekarainen an einen Düsseldorfer Unternehmer vermittelt werden.
Sonderausstellungen
Mit einem klaren Sieg fiel die Entscheidung des Gesellschafter Art Award 08 auf die Wuppertaler Künstlerin Lilli Hill für ihren Appell an eine verstärkte Akzeptanz und Toleranz für das „Anders sein“. Bei der feierlichen Preisverleihung zum Fotografie-Wettbewerb 1/AWARD wurden die ersten drei Gewinner am Eröffnungstag der Art Fair 21 verkündet. Der Erstplatzierte und somit das New Talent of the Year wurde Moritz Sänger aus Hamburg. Der Künstler zeigt in seiner Fotografie eine Frau, die ihre Imbissbude säubert. Eine an sich alltägliche Situation, die durch Beleuchtung und den bemalten Hintergrund des Standes wie eine Szene aus einer Theaterinszenierung wirkt. Der Sieger wurde mit einer Reise nach New York, einer einjährigen Mentorenbetreuung durch Walter Gehlen, den Direktor der Art Fair 21, und einer Ausstellung seiner Arbeit in der renommierten Kölner Galerie Teapot prämiert.
PRESSESTIMMEN:
New Europe, 1.07.08 (Anastasia Bouyiatiotis) schreibt:
„Over the last five years, the ART.FAIR 21 has established a firm place for itself in the international art scene“.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4.10.08:
„Emanzipation geglückt. Adieu, Schattendasein: Jetzt präsentiert sie (Die ART.FAIR 21) sich befreit und selbstbewusst. […] die Zeit ist gekommen, sie ernster zu nehmen als bisher."
Die Welt, 4.10.08:
„International und innovativ: Ausgerichtet darauf, eine junge Käuferschicht neugierig zu machen und den Kunstsammlern eine Alternative zu bieten, hat sie (die ART.FAIR 21) unbeirrt ihr Ziel verfolgt, eine junge, engagierte Messe in Köln zu etablieren.“
Die nächste Art Fair 21findet vom 30. Oktober bis zum 1. November 2009 wieder im EXPO XXI statt.
[nh] |