Köln, 4.7.2009, 19:40 Uhr > Drei Kölner Oberbürgermeisterkandidaten stellten sich heute auf der Politurbühne des Cologne Pride 2009 den Fragen von Thorsten Bless, Chefredakteur des Szenemagazins “rik” und bezogen Stellung zu den kommunalpolitischen Forderungen des Kölner Lesben- und Schwulentages. Erstaunlichstes Bündnis, das die drei Konkurrenten um das Amt des Oberbürgermeisters schlossen, war, dass sie ein überparteiliches Bündnis und Engagement für die Gay Games 2010 vereinbarten und das in aller Öffentlichkeit. Different wurde auch die Einführung eines schwulen Referates bei der Stadt Köln diskutiert.
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Foto oben: Die OB Kandidaten Ralph Sterck, FDP, Jürgen Roters, SPD, Peter Kurth, CDU stellten sich den Fragen des Klust, unter anderem von Markus Dannuser und gaben Statements zu den kommunalpolitschen Forderungen des Klust ab.
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Natürlich wurde Peter Kurth gefragt, ob die Kölner CDU ein Problem mit einem offen lebenden schwulen Kandidaten habe. Dieser negierte dies auch auf mehrfache Nachfrage und stelltem klar, dass es Jahrzehnte her sei, dass die CDU damit Probleme gehabt habe und machte klar, dass es weder eine heterosexuelle, noch schwule Kommunalpolitik gebe. Zwei Punkte aus dem kommunalpolitischen Programm habe er sich auf die Fahne geschrieben. Das eine sei die Förderung der Gay Games 2010. Zum zweiten sei es sich zu engagieren, dass Diskriminierung an Schulen aufhöre. Kurth machte mehrfach auf die finanzielle Lage der Stadt aufmerksam und dass er nichts im Wahlkampf versprechen werde, was später nicht gehalten werden kann.
Jürgen Roters von der SPD verwies darauf, dass er schon in seiner Zeit als Polizeipräsident Flagge gezeigt habe und noch lange bevor vor dem Kölner Rathaus, sein Parteikollege und damaliger Oberbürgermeister Norbert Burger wollte dies nicht, vor seinem Polizeipräsidium im Waidmarkt die Regenbogenflagge gehisst wurde.
Ralph Sterck, der OB Kandidat der FDP nannte den 28. Juni 2000 seinen zweiten Geburtstag, als er sein Coming Out hatte. Dass er sich nicht mit der CDU verbünde und auf eine eigene Kandidatur verzichte, liege daran, dass die FDP so glaube insgesamt ihr maximales Potential bei der Kommunalwahl auszuschöpfen. Bei diesem Punkt hielt sein CDU Kontrahent Kurth dagegen und erklärte, dass er nicht glaube, dass Wähler Manövriermasse seien und ihre Stimme in die Tonne werfen werden und sie einem aussichtslosen Kandidaten geben werden.
Diskussion um das schwule und lesbische Referat
Sehr diskursiv wurde der am letzten Dienstag gefasste Beschluss des Kölner Rates zur Einführung des Lesben- und Schwulenreferates gewertet. SPD und Grüne hatten dies beantragt und müssen sich jetzt reine Wahlkampftaktik vorhalten lassen. Für die Einführung des Referates gab es auch aus dem Publikum lautstarke negative Reaktionen. Peter Kurth, der dafür viel Applaus bekam, nannte dieses Referat rückschrittlich. Da wäre Köln mit der Stadtarbeitsgemeinschaft Lesben und Schwule schon viel weiter als andere deutsche Metropolen. Durch die Stadtarbeitsgemeinschaft waren alle Teile der Verwaltung in die lesbisch schwule Thematik eingebunden, jetzt werde das Thema wieder auf eine einzige Stelle. Die Stadtarbeitsgemeinschaft war nach Ansicht Kurths der breitere Ansatz. Hier stimmte Ralph Sterck Peter Kurth zu und nannte die Entscheidung reine Wahlkampftaktik von Rot-Grün. Markus Dannuser machte deutlich, dass man sich das neue Referat genau ansehen und mit diesem natürlich konstruktiv zusammen arbeiten werden. Nicht hinnehmen werden die Lesben- und Schwulenverbände allerdings, dass die Stadtarbeitsgemeinschaft geschwächt werde.
Gay Games 2010
Eine Zusage, dass die Stadt Geld für die Gay Games zur Verfügung stellen wird, machte keiner der Kandidaten, auch wenn dies aus dem Publikum immer wieder lautstark gefordert wurde. Kurth räumt den Games aber Priorität ein, denn er sieht, dass sich Köln sportlich und international präsentieren kann. Roters will sich allerdings den Businessplan genau ansehen und man müsse berücksichtigen, dass die Gay Games auch die Wirtschaftskraft in der Stadt stärken werden. Aber auch er machte deutlich, dass es verantwortungslos wäre jetzt konkrete Summen zu nennen. Ralph Sterck verdeutlichte, dass er schon Geld aus seiner Privatschatulle für die Spiele locker gemacht habe und das die Stadt schon die Sportstädten saniere, aber auch der Kölner Schulsport davon profitiere. Auf alle Fälle müsse die Politik das Platzkonzept für die Spiele lockern, etwa wie beim Europride auch den Roncalliplatz zur Verfügung stellen. Schließlich verständigten sich die drei OB Kandidaten auf ein überparteiliches Bündnis für die Gay Games.
Einen breiten Konsens der Kandidaten gab es bei der Frage ob sie die AIDS-Arbeit weiter so unterstützen werden. Auch die Präventionsarbeit fanden alle Kandidaten wichtig. Am Ende machte dann Jürgen Roters noch einen spannenden Vorstoß und schlug die gleichen Töne an, wie kurz zuvor der SPD Parteivorsitzende Franz Müntefering beim CSD Empfang. Auch er forderte die Gleichstellung von Ehe und Lebenspartnerschaft. Ralph Sterck will sich in der Stadtpolitik auch für die Erhaltung der Vergnügungsviertel in der Kölner Altstadt einsetzen.
Auf der Seite des Cologne Pride finden Sie die kommunalpolitischen Forderungen: www.colognepride.de
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