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Film

Studenten der ifs drehen ihren Abschlussfilm: „Kamera läuft – Ton ab – und bitte!“

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Köln, 8.7.2009, 17:45 Uhr >
Joseph Lippok, Tobias Leveringhaus und Nathan Raimann sind Studenten der Internationalen Filmschule Köln. Zusammen drehen sie derzeit ihren Abschlussfilm „Kriegerstock“. Der Kurzfilm erzählt die Geschichte einer jungen Kölner Künstlerin, die ihren an Alterdemenz erkrankten Vater bei sich aufnimmt, um ihn zu pflegen. Gespielt werden die Hauptrollen von Michael Degen und seiner Tochter. Report-k besuchte das Filmteam bei den Dreharbeiten.

Lesen Sie hier: Studenten verfilmen das Doppelleben eines Hooligan >>>
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Foto oben: Michael Degen bei den Dreharbeiten zu "Kriegerstock"
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Hektik bricht kurz vor Drehbeginn aus. Regisseur Joseph Lippok geht mit seinem Schauspieler noch einmal die Szene durch, Kameramann Roland Stuprich stellt seine Kamera ein, Beleuchtung, Requisite, Ton und Kostümbild laufen durcheinander. Dann der Ruf „Kamera läuft – Ton ab – und bitte!“ Plötzlich ist es still, alles blickt wie gebannt auf Michael Degen. Der erfahrene Schauspieler, bekannt aus zahlreichen Fernsehfilmen wie der Krimiserie „Donna Leon“, lässt sich von dem Trubel nicht mehr aus der Ruhe bringen. Gekonnt spielt er seine Rolle als altersdementen Mannes, der beim Kochen sein Essen verbrennen lässt und hilflos um sich blickt. Direkt im ersten Take sitzt die Szene. Und das ist auch gut so. Denn der Raum füllt sich schneller mit Rauch als gedacht. Künstlicher Nebel wabert nun durch die Filmküche. Vor der nächsten Szene musst jetzt erst einmal gründlich gelüftet werden.

„Kriegerstock“ bald auf der Berlinale?
„Filme machen ist wie ein Überlebenskampf“, sagt Regisseur Joseph Lippok. „Aber auch wenn es mal stressig wird, macht es mir unglaublich viel Spaß“, erklärt der Student. Bereits als Kind war für ihn klar, dass er Regisseur werden wollte. Kaum konnte er lesen, ließ er seine Eltern zum Rollenspiel antreten. Sie mussten die Geschichten aus den Büchern in Szene setzen – natürlich unter Regie von Joseph Lippok. 2006 begann er dann zusammen mit Filmpartner Tobias Leveringhaus, Produzent von „Kriegerstock“, das Studium an der Internationalen Filmschule Köln (ifs). Bereits zum dritten Mal arbeiten die beiden zusammen. Gemeinsam mit Autor Nathan Raimann produzieren sie ihren Abschlussfilm. Am 18. September müssen sie den Film abgeben. Anschließend möchten sie sich damit an zahlreichen Filmfestivals bewerben. „Mein Ziel ist es, dass der Film auf der Berlinale läuft“, betont Produzent Leveringhaus. Bis dahin liegt noch eine Menge Arbeit vor ihnen. Bis zu zehn Stunden stehen sie im Moment täglich am Set.

Eine Geschichte mit wahrem Hintergrund
Die Idee zum Film stammte von Autor Nathan Raimann. In einer literarischen Überarbeitung erzählt er seine eigene Geschichte und die seiner Mutter. Zusammen mit ihr übernahm er in seiner Jugend die Pflege für den an Altersdemenz erkrankten Großvater. Seine Mutter begann, die Geschichten ihres Vaters aufzuzeichnen – als Comic, als Geschichte und auf dem Tonband. Aus diesen Dokumenten und dem Comicband der Mutter über die Geschehnisse entwickelte Nathan Raimann sein eigenes Drehbuch. Dass die Studenten damit Michael Degen und seine Tochter Elizabeth Degen überzeugen konnten, macht den Film zu einer richtigen „Familienproduktion“, wie Produzent Leveringhaus betont. Denn auch Nathan Raimanns Mutter und Joseph Lippoks Vater arbeiten an dem Projekt mit. „Zunächst war ich schrecklich aufgeregt, mit Michael Degen zu arbeiten“, berichtet Regisseur Lippok. Doch inzwischen hat er sich daran gewöhnt. „Er bringt so viel Erfahrung und Können mit. Es ist eine Freude mit ihm zu drehen“, betont er.

Infobox: „Kriegerstock“
Astrid (36) ist Künstlerin und lebt allein in Köln. Ihr Vater Wolf (80) leidet unter Altersdemenz, weswegen Astrid sich dazu entscheidet, ihn zu sich zu nehmen. Wolf bringt Astrids Leben vollkommen durcheinander, denn alles dreht sich nur noch um ihn. Astrid hat kaum noch ein Privatleben – auch zum Malen kommt sie nicht mehr. Eines Tages verschwindet Wolf, um eine Frau zu suchen, die er vor 50 Jahren mal gekannt hat. Als Astrid ihn findet, irrt er auf der Straße umher. Da sie ihn nicht überreden kann, mit ihr nach Hause zu gehen, sucht sie schließlich gemeinsam mit ihm nach der Frau. Dabei kommen sich die beiden näher und zum ersten Mal hört sie ihrem Vater richtig zu. Kurze Zeit später beginnt sie wieder zu zeichnen: Ein Comic über die Geschichten ihres Vaters.

Gefilmt wird auf 35mm Film mit einem 2 Perf-Verfahren. Dabei wird nur die Hälfte des Bildes genutzt, sodass auf einer Filmrolle doppelt so viele Filme aufgenommen werden können. Dadurch können die Studenten erheblich an den Kosten sparen, erhalten aber eine bessere Auflösung als bei einem Super16-Film. Gefördert wird der Kurzfilm vom Bayrischen Rundfunk und der Filmstiftung NRW sowie zahlreichen anderen Sponsoren, die Requisite, Räume und dergleichen zur Verfügung stellen.
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Cornelia Schlößer für report-k.de/ Kölns Internetzeitung
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