Köln, 19.5.2010, 15:15 Uhr > Immer wieder kommt es bei sommerlichen Grillnachmittagen zu Unfällen. Die Johanniter geben Erste-Hilfe-Tipps, damit das Grillvergnügen ungetrübt bleibt. ---
Wohin man schaut, überall glüht die Holzkohle: auf dem Balkon, im Garten, im Park, am Strand. Doch das Vergnügen ist nicht ganz ungefährlich: Jährlich verletzen sich mehrere tausend Menschen beim leichtsinnigen Umgang mit dem Feuer. Das fröhliche Essen findet dann ein jähes Ende. Stichflammen oder Verpuffungen entstehen zum Beispiel, wenn ungeduldige Grill-Meister Spiritus auf die glühenden Kohlen schütten. Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. aus Köln gibt Tipps für die Erste Hilfe bei Brandverletzungen, damit der Grillabend nicht auf der Intensivstation endet.
"Als Faustregel gilt: Bei Verbrennungen im Gesicht, an den Händen oder den Genitalien sofort den Rettungsdienst rufen", empfiehlt Hans Nix, Rettungsdienstleiter bei den Johannitern in Köln. Auch bei Verletzungen, die größer sind als ein Handteller, sollte man auf jeden Fall professionelle Hilfe rufen. Seit vielen Jahren ist Nix bei den Johannitern tätig. Dass in der Grillsaison viele Unfälle passieren, weiß er nur zu gut. "Kühlung ist bei Brandverletzungen wichtig, allerdings sollte man immer mit lauwarmem Wasser kühlen, auf keinen Fall mit Eis oder mit kohlensäurehaltigen Getränken wie Cola", so Nix. "Offene Wunden sollten schnell steril abgedeckt werden, damit sie sich nicht entzünden – zum Beispiel mit sterilem Verbandstuch aus dem PKW-Verbandskasten." Besonders umstehende Kinder sind beim Grillen gefährdet, denn aufgrund ihrer Körpergröße befindet sich der Grillrost oft in Kopfhöhe, so dass Flammen sie im Gesicht schwer verletzen können – im Ernstfall sofort 112 anrufen.
Wenn die Kleidung einer Person durch Stichflammen Feuer gefangen hat, ist schnelles Handeln lebensrettend: Mit einer Decke können die Flammen erstickt werden, alternativ sollten die Helfer die betroffene Person auf dem Boden hin- und her wälzen und sie mit Wasser übergießen. Vorsicht beim Verwenden von Feuerlöschern: Die Düse darf auf keinen Fall auf das Gesicht des Verletzten gerichtet sein. Eine weitere Gefahr droht bei schweren, großflächigen Verbrennungen und bei Gesichtsverbrennungen: "Atem- und Kreislaufstörungen sind oft die Folge. Deshalb sollten Ersthelfer unbedingt Atmung und Kreislauf der verletzten Person beobachten, bis der Rettungsdienst eintrifft", rät Nix. --- [cs; Foto: hofschlaeger/ www.pixelio.de]