Köln, 8.2.2010, 16:00 Uhr > Im vergangenen Jahr sank laut der Unfallstatistik der Polizei Köln die Zahl der Unfälle im Kölner Stadtgebiet um rund fünf Prozent. Dabei stieg die Zahl der verunglückten Kinder leicht an. In Nordrhein-Westfalen insgesamt sank die Zahl der Verkehrsunfälle um 0,5 Prozent. ---
Foto oben: Bei der Karambolage auf der BAB A3 am Silvestermorgen wurde auch ein Kleinkind verletzt. Wrackteile und der Inhalt des Kofferaums des Ford Mondeo wurden über die gesamte Fahrbahn verstreut.
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10 Tote nach einem Verkehrsunfall Heute veröffentlichte die Polizei Köln ihre Unfallstatistik für das vergangene Jahr. Danach reduzierte sich die Zahl der Verkehrsunfälle im Kölner Stadtgebiet im Vergleich zum Jahr 2008 um rund fünf Prozent. Insgesamt kam es laut Polizei Köln zu etwa 33.400 Unfällen. Dabei starben 2009 vier Fußgänger, vier Radfahrer und zwei Menschen in einem PKW nach einem Verkehrsunfall. Im Jahr 2008 waren 19 Menschen gestorben. Von den zehn tödlichen Verkehrsunfällen seien acht vermeidbar gewesen, erklärte heute der Leitende Polizeidirektor Helmut Simon. Denn sie seien aufgrund überhöhter Geschwindigkeiten und nicht beachteter Vorfahrt geschehen.
Insgesamt verunglückten im vergangenen Jahr über 5.000 Menschen bei Verkehrsunfällen. Dabei waren 41 Prozent der Verunfallten Fußgänger oder Radfahrer. Besorgt zeigte sich die Polizei heute über die Zahl der verunglückten Kinder. Im Vergangenen Jahr verunglückten mit 399 Kindern sechs Kinder mehr als im Vorjahr. Dabei sind die Kinder zumeist als Fußgänger, Radfahrer oder Mitfahrer unterwegs. Auch die Zahl der Fahrradfahrer, die einen Unfall erlebten, stieg 2009 wie in den vergangenen Jahren an. Mit insgesamt etwa 1.400 verunglückten Radfahrern stieg die Zahl um 16 Radler an. Dies hänge auch damit zusammen, dass der Radverkehr in den letzten Jahren zugenommen hätte, betonte Simon. Zu den Hauptunfallursachen von Radfahrern gehörten 2009 die Benutzung anderer Fahrbahnteile (252 Unfälle), das Nichtbeachten von Rotlicht (59) sowie Fehler gegenüber Fußgängern. In diesem Jahr will die Polizei Köln verstärkt die Radfahrsicherheit im Stadtgebiet erhöhen. Dazu soll es eine Verständniskampagne für Radfahrer und Autofahrer geben, die für ein partnerschaftliches Verkehrsverhalten werben soll.
Die meisten Unfälle passieren auf den Ringen Nirgends geschehen im Kölner Stadtgebiet so viele Unfälle wie auf den Ringen. Im vergangenen Jahr ereigneten sich dort über 700 Verkehrsunfälle. Weitere so genannte Brennpunkte, an denen überdurchschnittlich viele Unfälle passierten, waren der Gürtel (etwa 500 Unfälle), die Neusser Straße (470) Venloer Straße (341), der Clevische Ring (342), der Begisch-Gladbacher Straße (313), die Kalker Hauptstraße (297) und die Ost-Westachse von der Deutzer Brücke bis zum Rudolfplatz mit 326 Unfällen. Dort sollen 2010 daher wie im vergangenen Jahr verstärkt Kontrollen durchgeführt werden. Zu den Hauptursachen gehörten im vergangenen Jahr insbesondere das Nichteinhalten des Mindestabstandes (656 Unfälle), Fehler beim Abbiegen (495 Unfälle) und Nichtbeachten der Vorfahrt ohne Rotlicht (494 Unfälle). Letztere Unfallursache führte zusammen mit zu hoher Geschwindigkeit außerdem zu den meisten tödlichen Unfällen. Die Unfallursachen Alkohol am Steuer und Nichtbeachten der Geschwindigkeit erlebten laut Polizei Köln im vergangenen Jahr einen Rückgang. 2009 verunglückten 214 Menschen durch die Unfallursache Alkohol und 460 Menschen aufgrund der Ursache erhöhter Geschwindigkeit.
Knapp 10.200 Unfälle auf der Autobahn Die Polizei Köln ist auch für die Bundesautobahnen im Großraumgebiet Köln, Aachen, Leverkusen zuständig. Dort ereigneten sich im vergangenen Jahr mit knapp 10.200 Unfällen rund vier Prozent weniger als im Vorjahr. Insbesodnere die Zahl der durch LKW verursachten Unfälle sei zurückgegangen. Dies läge vor allem daran, dass aufgrund der Wirtschaftskrise 2009 deutlich erniger LKW-Verkehr unterwegs gewesen sei, so Helmut Simon. Besonders häufig sei es auf der Autobahn an Stauenden zu Unfällen gekommen. Darum wies heute Helmut Simon noch einmal darauf hin, dass Autofahrer unbedingt ihr Warnblinklicht anmachen sollten. „Der Tod kommt von hinten“, erklärte Simon. Polizeipräsident Klaus Steffenhagen zeigte sich insgesamt relativ zufrieden mit dieser Unfallstatistik. Denn mit fast fünf Prozent weniger Unfällen als im vergangenen Jahr erreichte Köln nicht nur einen Tiefststand seit dem Jahr 1999, sondern fiel der Rückgang der Verkehrsunfälle im Stadtgebiet Köln auch deutlich höher aus als im Land Nordrhein-Westfalen. Dort verringerte sich die Zahl der Unfälle lediglich um 0,5 Prozent. Dennoch will Steffenhagen in diese Jahr den Verkehr in Köln noch sicherer machen. „Die meisten Unfälle waren vermeidbar“, betonte Kölns Polizeipräsident.
621 Verkehrstote in NRW In Nordrhein-Westfalen insgesamt erreichte die Zahl der Verkehrstoten einen Tiefststand. 621 Menschen kamen 2009 bei Verkehrsunfällen ums Leben. Innenminister Ingo Wolf zeigte sich darum heute optimistisch, die Vorgabe, von 2005 bis 2015 die Zahl der Verkehrstoten zu halbieren, einhalten zu können. Insgesamt registrierte die Polizei laut der Unfallstatistik des Landes über 560.000 Unfälle in NRW. Damit blieb die Gesamtzahl der Unfälle im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. In diesem Jahr will die Polizei insbesondere gegen zu schnelles Fahren ankämpfen. Denn mehr als jeder dritte Verkehrstote auf nordrhein-westfälischen Straßen sei Opfer von zu hoher und nicht angepasster Geschwindigkeit. Im vergangenen Jahr starben so 226 von 621 Menschen. Darum sei zu Beginn des Jahres die Kampagne „Komm gut an! Sieger rasen nicht!“ gestartet worden. Im Rahmen dieser wird die Polizei in den kommenden Monaten verstärkt aufklären und kontrollieren, erklärte Wolf. --- Cornelia Schlößer für report-k.de/ Kölns Internetzeitung
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