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Popdesignfestival 2010: Neonfarbene Zebras drehen auf 45 im Container bei "Jack in the Box"

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Köln, 27.6.2010, 8:50 Uhr >
Am Eingang zur Megabrach des Ehrenfelder Güterbahnhofs dealen sie mit alten Autos, dann geht es erst einmal über eine Schotterfeld, bis man zu „Jack in the box“ kommt. Dort sollte heute eigentlich „Swingerclub“ spielen, den Sven Nowak den verrücktesten Jazz Export Kölns nennt, der ist aber wegen einer Geburt verhindert. Durch den Biergarten weht ein laues Lüftchen und in einem der Container läuft „poppouri“ eine fantastische Ausstellung von Thomas Steffens bei der auch die Farbe Neon eine nicht nebensächliche Rolle spielt.
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Foto oben: Eine der kinetischen Arbeiten von Thomas Steffens im Container bei "Jack in the box". Gerade in den Arbeiten von Thomas Steffens gelingt eine der Intentionen Design, Kunst und Musik zu einem Festival zu verbinden vor allem auf der künstlerischen Ebene.
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Künstler Thomas Steffens
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Die Antwort der kinetischen Kunst auf den Beginn des 21. Jahrhunderts

Kennengelernt habe er Sven Nowak auf der „tease art fair“ beschreibt Thomas
Steffens die Art und Weise, wie seine Kunst in einen Container auf einer riesigen Industriebrache kam. Thomas Steffens ist Maler, Performancekünstler und Skulpturenerschaffer. Bei letzterem fließen immer auch wieder Objekte und Fundstücke vornehmlich aus dem Atelier ein, aber auch aus dem Alltag. Dabei sind die Objekte nicht statisch, sondern kinetisch. Steffens Arbeit hat die Leichtigkeit eines Jean Tinguely, der als Hauptvertreter der kinetischen Kunst und des Nouveau Réalisme des letzten Jahrhunderts gilt. Steffens dagegen transformiert die kinetische Kunst ins Hier und Jetzt, verbindet sie sogar mit spielerischen Elementen die den Zuschauer direkter einbindet als es noch bei Tinguely der Fall war.


Der Container als Ausstellungsraum

Da bewegt sich ein Tischtennisball zwischen zwei Papstlüftern aus einem Computer. Was für eine Assoziationskette baut sich da auf, welch spielerische Lust, nicht nur visuell, auch für die Ohren und für die Sprache. Der Tischtennisball ist ein Überbleibsel eines Spiels, das Steffens im Rahmen der offenen Ateliers in der Südstadt zeigte. Dort hat der Hamburger Jung, den eine Kölnerin in Bann zog, sein Atelier. Das Spiel „The Royal Waterball“ war eine Art Wassertischtennisball. Auf einer Ebene über einer Wasserfläche lagen Tischtennisbälle, dazu zwei Tore und mittels Großwasserzerstäubers wie ihn Badreiniger oder Fensterputzer nutzten mussten nun die Spieler die Tischtennisbälle in die Tore expedieren. Das dabei Wasser nicht nur auf die Bälle sondern auch anderweitig auf den Gegner angesetzt wurde, um diesen aus dem Takt zu bringen, versteht sich von selbst.

Die Objekte stehen auf grellfarbigen Neonsockeln und setzen sich so im Hier und Jetzt unserer schreienden Reklamerealität durch. Gut so. Das macht Steffens übrigens hervorragend und der bewusste Einsatz der Neonfarbe lässt uns die filigranen Objekte überhaupt wahrnehmen. „Neonfarbe hat eine Magnetwirkung“, so Steffens. Neben Neon spielt auch Klebeband eine große Rolle in den Arbeiten von Steffens. Einen direkten Bezug zu Pop gibt es auch. Auf Plattenspielern drehen sich gestaltete Objekte, die teilweise wiederum ihrerseits andere Objekte in Bewegung bringen. Diese sind auf farbigen Platten moniert. Witzigerweise bringt Steffens damit auch ein Relikt aus vergangenen Musiktagen wieder ins Bewusstsein zurück und stellt auch Fragen. Fragen etwa auf welcher Geschwindigkeit lief eigentlich noch einmal eine Single? 45 oder 33? Und warum gibt es einen Unterschied zwischen 17 und 30 auf dem Armaturenbrett des Plattenspielers. Kaum Zeit vergangen, seitdem die CD oder DVD das Vinyl verdrängt hat und schon ist solches Basiswissen eines Pop- und Rockfans perdü. Gut, dass es Künstler wie Steffens gibt.

Der wiederum fand zwar die Ressonanz auf das erste Popdesignfestival noch etwas dünne. Dafür aber die intensiven Dialoge mit den Besuchern besonders gut. „Teilweise blieben die Besucher – tolle Leute - über 20 Minuten in meinem Container und es kam ein richtiger Dialog zustande und man merkte die Leute haben wirkliches Interesse“, freut sich Thomas Steffens und weiter „ich bin gerne der Moderator meiner Arbeit und werbe so für das Verständnis meiner Arbeiten, anders als andere Künstler die dazu lieber schweigen.“

Für Sven Nowak von „Jack in the box“ ist das Popdesignfestival wie ein Neustart. Nachdem man im letzten Jahr die 28. Veranstaltung auf dem Gelände hatte und jetzt die Halle saniert und auch den baurechtlichen und feuerpolizeilichen Gegebenheiten angepasst hat, geht es nun wieder los. Das Popdesignfestival findet er jung und neu. Dass die Resonanz nicht gleich so fantastisch ist, hat er nicht erwartet, vor allem auch wegen der WM und den Parallelveranstaltungen wie der c/o pop oder Le bloc. „Es ist halt super schwer gegen König Fußball anzukommen“, so Nowak der sich jetzt schon auf die Ökorausch im September bei „Jack in the box“ freut. Allerdings glaubt Nowak, dass sich das Popdesignfestival etablieren wird gerade auch im Sommer, ob allerdings immer im Rahmen der c/o pop, da ist sich Nowak noch nicht sicher.

Wer sich die Ausstellungen in den Containern auf dem außergewöhnlichen Gelände ansehen will, der hat heute noch einmal die Chance von 14-22 Uhr. „Jack in the box“ | Vogelsanger Straße 231 | 50825 Köln | www.koelnerbox.de
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Mehr zum Popdesignfestival: www.pdf-ehrenfeld.net
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[ag]

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