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Köln, 1.6.2006, 8:00 Uhr > Der ganze Messeparkplatz voll mit Fahrzeugen der Polizei. Aus ganz Nordrhein-Westfalen hat die Kölner Polizei Kräfte angefordert und begann um 4:00 Uhr morgens mit der Räumung der besetzten Häuser des Barmer Viertels. Alle Zufahrtswege zu den Häusern waren abgeriegelt. Der Einsatz verlief friedlich. Stand 12:30 Uhr wird um das Gelände ein Bauzaun aufgebaut.
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„Die Stadt Köln hat uns gebeten, den Ämtern Bauordnungsamt, Gesundheitsamt und Feuerwehr Zutritt zu den Häusern zu verschaffen“, so begründete Polizeisprecher Laggies den Einsatz. Am gestrigen Mittwoch, so Laggies weiter, wollte die Stadt Köln eine Besichtigung der Häuser durchführen, da man befürchtete die Häuser sind baulich verändert worden und wollte damit der Brandvorbeugung und der städtischen Verkehrssicherungspflicht nachkommen. An Haus 7 wurde das Dach verändert und war mit blauer Plane geschützt. Den Mitarbeitern der städtischen Ämter sei von Seiten der Hausbesetzer der Zutritt zu den Häusern verwehrt worden, daraufhin habe man die Polizei um Hilfe gebeten.
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Polizei überrascht Besetzer im Schlaf
Das polizeiliche Ziel war es jede Wohnung zu betreten, bei einem Objekt mit mehr als 300 Wohnungen eine logistische Großaufgabe. Entsprechend groß war das Aufgebot an Polizeikräften. Mehrere Hundertschaften waren im Einsatz, aufgrund der hygienischen Verhältnisse, ein Gebäude wurde nach Polizeiangaben als Toilettenhaus genutzt, trugen die Beamten Atemschutzmasken. Angetroffen wurden nach Polizeiangaben etwas über 30 Personen und zahlreiche Hunde, die so Laggies „friedlich geweckt“ wurden. Alle Personen die sich in den Blocks aufhielten wurden mit zur Wache genommen und deren Personalien festgestellt. Laggies begründete diesen Schritt mit diversen Straftaten die sich im Umfeld des Barmer Viertels in den letzten Wochen ereignet hatten. Auch der polizeiliche Einsatzleiter Volker Lange, der stellvertretende Leiter der Bereitschaftspolizei Köln, vermeldete keinen nennenswerten Widerstand der Hausbewohner. Mit einer ausgeklügelten Strategie war man schnell und professionell vorgegangen.
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Initiative Mietergenossenschaft iG Messegarten fühlt sich „verarscht“
Vor dem Info-Bauwagen hatten sich die UnterstützerInnen eingefunden, die die Räumung mitansehen mussten. Offensichtlich traurig reagierte man auf das was vor ihren Augen stattfand. Eine Bewohnerin sagte: „Ich bin im Barmer Viertel gemeldet, meine ganzen Sachen befinden sich noch in meiner Wohnung und jetzt verweigert man mir den Zutritt.“ Verarscht fühlt man sich von der Stadt Köln und stellt auch die Ereignisse des gestrigen Tages anders dar. Am gestrigen Mittwoch hatte man einen Termin mit dem städtischen Bauaufsichtsamt, wegen des Daches Barmerstr. 7. Dieser Termin war abgesprochen und die Mitarbeiter des städtischen Bauamtes hatten auch Zutritt zu diesem Haus. Der Feuerwehr und den Mitarbeitern des städtischen Gesundheitsamtes habe man, da diese nicht angemeldet waren, den Zutritt verweigert. Man habe dann noch mit den Mitarbeitern der Stadt vereinbart, das man für ein weiteres Haus einen neuen Termin ausmacht. Fassungslos ist man über die Begründung und über den Polizeieinsatz: „Wir sind völlig überrascht worden von der Räumung“, sagt eine junge Frau.
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Gespräch zwischen Genossenschaft und Stadt Köln vereinbart.
Für den morgigen Freitag war ein Gespräch zwischen der Stadt Köln, verteten durch Maximilian Müller, des Leiters des Amtes für Liegenschaften, Vermessung und Kataster und der Mietergenossenschaft iG Messegarten vereinbart, so schreibt es die Initiative Barmer Viertel. Man mutmaßt nun das es Kräfte in der Stadt gegeben habe die diese Gespräche hintertrieben haben oder das Ganze nur ein großer Bluff war. Der massive Polizeieinsatz lässt diesen Schluss zu, denn den plant man nicht von heute auf morgen. Nach Auskunft der Initiative waren auch Gespräche mit der SPD Fraktion und den Grünen vereinbart. Die Initiative macht auch darauf aufmerksam, das einige der Bewohner jetzt wieder obdachlos werden und man für sie eine soziale und politische Lösung finden muss.
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Katastrophaler Zustand der Wohnungen
Verdreckt, versifft, die Badewannen und Toiletten vollgekackt. So stellt sich der Zustand der Wohnungen im Moment dar. Schade ist es das es der Initiative nicht gelungen ist, die chaotischen Zustände im Block in den Griff zu bekommen. Das muss nicht sein und verringert natürlich auch die Chancen auf eine politische Lösung. Gut man hatte kein Wasser und keinen Strom, aber das rechtfertigt nicht die Wohnungen zu verwüsten, ein Plumpsklo im Innenhof hätte es auch getan.
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Schade ist das der schwierige Spagat zwischen Freiraum des Einzelnen und der Gemeinschaft und dem Zusammenleben gescheitert ist. Das müssen sich beide Seiten auf ihre Fahnen schreiben lassen, eine Stadtverwaltung die billigen zentrumsnahen Wohnraum und Denkmäler zerstört, ohne eine konkrete Planung für die Zukunft zu haben und die Besetzer die es nicht in den Griff bekommen vernünftiges Zusammenwohnen zu organiseren und damit zu beweisen, das Freiheit nicht nur rumsauen heisst. Dann muss man auch die Siff-Punks in den Griff bekommen.
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Traurig, es wird keine freie, kreative und soziale Republik Barmer Viertel geben, statt dessen erst einmal ein repräsentatives Kölner Loch 2. (Loch 1 ist am Neumarkt zu besichtigen)
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Wir halten Sie über die Vorgänge im Barmer Viertel auf dem Laufenden und werden auch Verwaltung und politisch Verantwortliche im Laufe des Tages befragen.
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Andi Goral für report-k.de / Kölns Internetzeitung |