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Kunst und Event, das Konzept der Art Fair Köln
Dieser Kunstabend im Rheinland hat eine erstaunliche Parallele. In der nicht so beliebten Nachbarstadt wird genau an diesem Abend eine große Retrospektive eines Malers eröffnet, dem seine Zeitgenossen vorgeworfen haben seicht, unkritisch populär zu sein: Henri Matisse. In Köln eröffnet die Art Fair 05. Über 5000 Menschen werden kommen, sich bis nach Mitternacht durch die Gänge der neuen Location EXPO XXI zwängen und Kunst betrachten. Kunst aus dem 21.Jahrhundert. Kunst, die populär ist, die als Kunst sofort identifizierbar ist, die nicht sperrig ist. Kunst die, wie die Malerei von Matisse, eine freudige Leichtigkeit aufgreift, die dem Leben der Menschen zugewandt ist, die kokettiert mit Erotik, Banalität, Eingängigkeit.
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Und das ist gut so. Die Macher der Art Fair haben hier einen Nerv getroffen. Ihr Konzept, Kunst und Marketing zusammenzubringen geht auf, besser noch es kommt an, gefällt und bringt vielen Menschen Spaß an der Kunst. Avantgarde ist die Art Fair nicht. Hier gibt es keine Kunst die Putzfrauen entfernen würden, Kunst ist hier erkenntlich und kommt von Können. So wie Matisse auch nie Avantgarde war, hier schliesst sich der Kreis. Aber das soll keine Kritik sein, ganz im Gegenteil. Es ist gut, dass es die Art Fair gibt, denn Sie bringt KunstKöln an dieser Stelle zum Leuchten und sie ist mit Ihrem Eventcharakter eine echte Kunsteinstiegsdroge für junge, wie alte Hedonisten. Und das betont auch der Ehrengast und Kunstsammler Guido Westerwelle, die Messe ist von den Machern konzipiert worden, hat keinen Cent öffentliche Förderung erhalten und funktioniert. Das ist eine ganz famose und hervorragende Leistung, gerade weil im Kunstsektor immer schnell nach dem Staat gerufen wird.
 Ottmar Hörl: "Ben der Zwerg"
Ein erster schneller Rundgang zeigt, dass sich die Tendenz des letzten Jahres verfestigt hat. Fotorealistische Malerei überwiegt, teilweise wird diese aufgebrochen und ins Relief mit realen Formen skulptural erweitert. Es gibt Kunst für den kleinen Geldbeutel und es gibt Kunst die richtig teuer ist, die Selbstbeschränkung auf maximal 5.000 Euro pro Kunstwerk wurde aufgehoben. Da ist zum Beispiel die Arbeit von Ottmar Hörl, „Philosophie für Fortgeschrittene“ heißt seine Arbeit güldener betender Gartenzwerge, die die Galerie Maisenbacher anbietet. Das Gesamtwerk, eine Art hölzerner Setzkasten mit vielen Zwergen, kostet 4.800 Euro. Der Einzelzwerg, die alle den gleichen Namen tragen, Ben Zwerg, 35,00 Euro. Das ist die Industrialisierung der Kunst, die Aufhebung des Unikatcharakters von Kunst, auch wenn es den Zwerg nur in Galerien zu kaufen gibt und die Edition exklusiv zur Art Fair gelauncht wird.
 Galerie Rafael Vostell, Berlin: Iris Schieferstein "Underfucked und Oversexed"
 Marianna Lazakevic: "ohne titel"
 Philipp Weber "Die Jagd - Kady"
 In der Galeristen-Lümmelecke: Andreas Greulich mit seiner Künstlerin Anke Schreck, die Ecke kann im übrigen auch komplett erstanden werden... unter Greulichs Sofa sieht wer genau hinsieht weitere Bilder

Anke Schreck: Winterlandschaft
Einen anderen Galeristen haben wir aber auch gefunden, Andreas Greulich von der Galerie Greulich aus Frankfurt am Main. Der hat sich sogar eine heimatliche Lümmelecke eingerichtet. Seit 1,5 Jahren betreibt Greulich jetzt seine Galerie mit jungen Künstlern. Die Künstlerin aus Mönchengladbach, die er vorstellt Anke Schreck ist etwas sperriger, expressiv-realistisch ihre Bilder. „Galerist zu sein in dieser Zeit erfordert die gleiche Motivation wie Künstler zu sein“ beschreibt Greulich den Mut den man haben muss heutzutage eine Galerie zu eröffnen. Warum er auf die Art Fair kommt, „um Kunst zu verkaufen“, der Verkaufsaspekt steht hier im Vordergrund und das ist sicher legitim.
 Guido Westerwelle sammelt seit 20 Jahren Kunst
Diesen Aspekt der Käuflichkeit von Kunst und dass diesem nichts Schlechtes anhafte betont Guido Westerwelle, der Vorsitzende der FDP, der einen schönen Satz in seiner Eröffnungsrede formulierte: „Die Kunst ist die schönste Tochter der Freiheit“. Westerwelle, aber auch die beiden anderen Begrüßungsredner, die Kölner Bürgermeisterin Scho-Antwerpes und der Kölner Kulturdezernent Prof. Quander betonten die kluge Entscheidung des Umzugs der Messe aus dem Palladium in die schönen Hallen der EXPO XXI.
 Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes betonte, daß die Art Fair eine enorme Bereicherung für den Kulturstandort Köln ist.
 Kölns Kulturdezernent Prof. Quander lobte die interessante und inspirierende Location, schon allein der Raum macht Lust auf mehr und freut sich über dieses tolle Kunstausstellungszentrum.
 So voll war es noch um 24:00 Uhr
Noch spät am Abend, bestaunten Massen von Menschen die Exponate, eigentlich sollte ja der Ausstellungsteil um 22:00 Uhr geschlossen sein, während unten im super gestylten Foyer bereits die ersten Partypeople abtanzten. Die Art Fair ist eine Institution mit ganz eigener Ausrichtung. Sie ist anders als die Art Cologne, sie findet einen eigenen Markt, einen Markt der sehr interessant und breit ist. Und diesen Markt und das Publikum bedient die Art Fair mit Ihren Events, Ihren Shows, Partys auf ganz fulminante Art. Den beiden Initiatoren ist hier ein Glücksgriff gelungen, der so schnell nicht wiederholbar ist. Und die Art Fair erschliesst der Branche Kunst ganz neue Käuferschichten. Gehen Sie hin und erfreuen Sie sich an der leichten Seite der Kunst.
 Party in cooler Athmo auf der EXPO XXI und der Art Fair Köln 2005

 Happy DJ:



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