Köln | Neuerscheinungen und Klassiker, junge Autoren und bekannte Namen: 28 Lesungen im intimen Rahmen bietet die 19. Veranstaltungsreihe „Literatur in den Häusern der Stadt“ vom 12. bis 16. Juni – dargeboten von 33 Autoren, Schauspielern und Musikerinnen. Der Vorverkauf beginnt am Dienstag, 7. Mai, um 10 Uhr.

Das breitgefächerte Angebot ist das eine Markenzeichen des Festivals, das andere die Intimität der Veranstaltungen – zwischen 30 und 120 bewegt sich in diesem Jahr das Platzangebot an den 27 Veranstaltungsorten. Das sind Geschäfts- und Büroräume, vor allem aber Privaträume – zur Verfügung gestellt von Literaturfans.

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Im Bettenstudio darf man beim Zuhören auch im Bett liegen

Zusammen mit ihnen sucht Elisabeth Noss – sie organisiert das Festival im Auftrag des Kölner „Kunstsalons“ – aus, was jeweils passt. Da kommen bisweilen kuriose Konstellationen zustande. So stellt die Schauspielerin Maximiliane Häcke in einem Bettenstudio Sue Townsends Roman „Die Frau, die ein Jahr im Bett blieb“ vor (15. Juni) : Die Geschichte einer Frau, die nach 17 Jahren Ehe dem Alltagsstress entfliehen will. Zuhören ist auch im Liegen möglich…

Naheliegend auch, dass in der Synagoge an der Roonstraße der Roman „Mischpoke“auf dem Programm steht (13. Juni). Autorin Marcia Zuckermann persönlich liest aus der Vier-Generationen-Geschichte einer jüdischen Familie. Musikalische Begleitung erhält sie von der Sängerin Tania Alon – Literatur und Musik ist in diesem Jahr ein kleiner neuer Trend.

Zum Jubiläum Bücher über Jacques Offenbach und Leonardo da Vinci

Jacques Offenbach darf im Jahr seines 200. Geburtstags nicht fehlen. Schauspielerin Gila Abutalebi nimmt die Zuhörer mit auf einen Streifzug durch des Lebens des Komponisten, wie es Ralf-Oliver Schwarz in seiner Biografie „Jacques Offenbach – ein europäisches Porträt“ festgehalten hat. Musik darf da nicht fehlen – hier dargeboten von Anna Tsartsidze (13. Juni).

Überhaupt Jubiläen in diesem Jahr: 100 Jahre Bauhaus schlagen sich in Tom Sallers Debüt-Roman „Wenn Martha tanzt“ nieder (14. Juni). Und das 500. Todesjahr von Leonardo da Vinci ist für Kia Vahland Grund genug, sich mit „Leonardo und die Frauen“ zu beschäftigen (13. Juni). Frisch auf dem Büchermarkt ist auch Philipp Schwenke mit seiner Karl-May-Biografie „Das Flimmern der Wahrheit über der Wüste“ (16. Juni). Er liest – wie auch die anderen – selber.

Ebenso der Kölner Schauspieler Jonas Baeck: In seinem Debütroman „Wenn die Sonne rauskommt, fahr ich ohne Geld“ (13. Juni) erzählt er, wie er als 23-Jähriger mit einem alten Motorroller nach Dublin vor, um dort eine alte Shakespeare-Ausgabe zu kaufen. „Ich freue mich darauf, meinen Lesern in die Augen zu gucken und auf die anschließenden Gespräche“, sagt er.

Das Krimi-Genre vertreten Veit Heinichen mit „Borderless“ (14. Juni), Hedwig Neven DuMont („Rabenherzen“, 14. Juni) und Isabella Archan, deren Amateurdetektivin und Zahnärztin Leocardia Cardiff in „Der Tod bohrt nach“ ihren dritten Fall gelöst hat (13. Juni).

Nicht nur Novitäten, auch Klassiker stehen auf dem Programm

Anders als beim großen Bruder „litcologne“ stehen aber nicht Neuerscheinungen im Mittelpunkt, auch Klassiker haben hier eine Chance. Gastgeber Peter Tonger stellt Gottfried Keller vor (14. und 15. Juni), Literaturkritiker Denis Scheck Wolfgang von Goethe (15. Juni) und Stephan Schäfer hat Heinrich Bölls „Irisches Tagebuch“ wiederentdeckt (ebenfalls 15. Juni). Umrahmt wird diese Lesung von Giedre Siaulyte mit der keltischen Harfe. Nicht zu vergessen die Reise durch die Geschichte des literarischen Humors: Reiseführerinnen sind Tatjana Poloczek, Elena Hollender und Falk Pognan, alle Absolventen der Theaterschule der Keller (15. Juni). 3

[infobox]19. „Literatur in den Häusern der Stadt“ – 12. Bis 16. Juni. Karten: 0221/ 93 67 97 05 und www.kunstsalon.de

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Autor: ehu
Foto: Festivalleiterin Elisabeth Noss plant die Lesungen in enger Abstimmung mit den privaten Gastgebern.

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