Der Männergesangsverein Flittard und das Flittarder Musikcorps untermalten die „Mess op Kölsch“. Optisch sorgten die Plaggenköpp für den entsprechenden Rahmen und führten den „Zoch“ mit an. In der Schützenhalle sorgten die Domstädter mit einem klassischen Konzert, dass sich zu karnevalistischem hinentwickelte für den guten Ton. Dies ein Wunsch der veranstaltenden Gesellschaft. Der Bezirksbürgermeister Norbert Fuchs, Festkomiteepräsident Markus Ritterbach, Dr. Joachim Wüst, Vizepräsident des Festkomitees und das Langenfelder Prinzenpaar Benno I und Birgit I mit Gefolge waren gemeinsam mit vielen Ehrengästen gekommen. Auch ein Teil der Medienklaafer war gekommen.

Gegründet wurde, so schreibt es die Chronik, die Gesellschaft bei einem Spaziergang auf dem Deich von Heinrich Pilgram und Walter Zimmermann im Jahr 1934. Los ging es allerdings mit einem anderen Namen: „Fidele Funke Rut-Wieß“. Als man in den 50er Jahren dem Festkomitee beitrat musste man den Namen ändern, denn Rote Funken gibt es nur einmal in Köln und die seit 1823. So nannte man sich, wie heute noch die Farben der Gesellschaft sind „Rut-Wies-Gröne Junge“. 1954 nahm man zum ersten Mal am Kölner Rosenmontagszug teil. 1996 wurde Henry Jahn Präsident der Flittarder und ist es bis heute. Viele Neuerungen gab es zu Beginn seiner Amtszeit und er und das Team sind heute aus fast keinem Saal in Köln mehr wegzudenken. Die Flittarder sind hochaktiv für den Karneval unterwegs. Ein ganz besonderes Highlight ist in jeder Session die alte Marktsitzung, die heute Miljöhsitzung ist. Dann wackelt die Schützenhalle in Flittard, die neben der liebevoll gestalteten Narrenburg in einer ehemaligen Schule die tragenden räumlichen Säulen des Karnevals in Flittard sind. Neben dem Spaß für Flittard ist man auch sozial engagiert. Ganz besonders beliebt ist dabei der Seniorennachmittag, dem man den herrlichen Namen „Mittwochnachmittagskarnevalskaffeeklatsch“ gegeben hat. Genau in dieser Schreibweise.


Hielt die Laudatio, der ehemalige Präsident des Bundes Deutscher Karneval Franz Wolf mit Henry Jahn, Präsident der Flittarder KG.

Die Laudatio auf die Gesellschaft hielt der ehemalige Präsident des Bundes Deutscher Karneval Franz Wolf. Wolf lobte die Gesellschaft, zeigte auf welche Brüche in einer 75-jährigen Geschichte einer Gesellschaft liegen können, aber auch wo die Kraftzellen liegen. Bei der Flittarder KG seien dies besonders ihre Volksnähe, ihre Bescheidenheit und in ihrer Zurückhaltung, aber auch die Art und Weise Menschen Freude zu bereiten, die kölscher Karneval ist und nicht Comedy, wie Wolf betonte. Auch Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma lobte in seinem Grußwort das Wirken der Gesellschaft: „Ihre Gesellschaft leistet einen aktiven und positiven Beitrag für die Stadt und steht für unverfälschten, traditionellen Kölner Karneval“. Schramma stellte dabei auch die hervorragende Jugendarbeit der Flittarder KG heraus. Markus Ritterbach, Präsident des Festkomitee Kölner Karneval, zeigte die Bedeutung der Flittarder KG auf: „Sie gehören zu der Art von Gesellschaft , die das Herz vorne wegträgt und gehören damit zu den großen Gesellschaften.“ Ritterbach endete launig mit einem Wunsch: „Ich hoffe zum 100-jährigen Jubiläum eingeladen zu werden, ich bin noch jung und das schaffe ich noch.“ Klar, dass es sofort eine Einladung gab, die Henry Jahn aussprach.

Andi Goral für report-k.de / Kölns Internetzeitung