Es ist ein Auktionsrekord in Deutschland: Für 3,6 (mit Aufschlag 4,34) Millionen Euro hat ein unbekannter Käufer beim Kölner Auktionshaus Lempertz eine Gemälde des französischen Künstlers Georges de La Tour ersteigert. Das ist der höchste Preis, der jemals bei einer Alte Meister-Auktion in Deutschland bezahlt worden ist. Lempertz hat damit Kunsthandelsgeschichte geschrieben.

Das auf das Jahr 1646/1648 datierte Gemälde „La Fillette au Braisier“ (wörtlich „Mädchen, in ein Kohlebecken blasend“) stammt aus der Sammlung des verstorbenen deutschen Unternehmers Heinrich Bischoff; der Gründer der Fluggesellschaft Germania galt als Kenner mit unbestechlichem Auge. Das „Nachtstück“ ist das wohl letzte wichtige Werk des französischen Meisters, das sich nicht in einem Museum befindet. Georges de La Tour (1593 bis 1652), der zeit seines Lebens im lothringen Lunéville fernab der großen Kulturzentren tätig war, geriet nach seinem Tod in Vergessenheit. Erst seit seiner Wiederentdeckung im 20. Jahrhundert zählt er zu den bedeutendsten Malern der französischen Kunstgeschichte.

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Über den Käufer des Bildes ist (noch) nichts bekannt. Aus Insiderkreisen verlautet, dass bei dem nur kurzen Bietergefecht nur drei Bieter beteiligt waren, darunter zwei ausländische Museen.

Autor: Von Christoph Mohr

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