Mannheim | Carolin Müller-Spitzer vom Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) stellt teilweise eine „reflexhafte Abwehr“ fest, wenn es um das Thema Gendern geht – selbst unter Sprachexperten. „Es gibt auch in Teilen der Wissenschaft die Angst, man greife durch das Gendern zu sehr ins Sprachsystem ein“, sagte die Germanistikprofessorin dem „Mannheimer Morgen“ (Freitagausgabe). Der Sprachwandel in anderen Bereichen würde dagegen kaum beachtet.

Ein Sprachdiktat, wie es manche Gegner des Gendern behaupten, gebe es nicht. „Keiner wird gezwungen, im Privaten zu gendern“, so die Professorin. Weitere Forschung zur geschlechtergerechten Sprache ist laut Müller-Spitzer nötig.

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Einzelne Wörter wie „Arzt“ oder „Einwohner“ würden Menschen unterschiedlich stark mit einem Geschlecht verknüpfen. Auch der Kontext spiele eine Rolle beim sogenannten generischen Potenzial von Wörtern. Wie genau Kontext und Wörter wirken, sei noch unklar.

Müller-Spitzer leitet das Projekt Empirische Genderlinguisitik, das im Mai dieses Jahres am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) gestartet ist.

Autor: dts

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