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Die Polizei schätzt, dass der Postzusteller Sendungen im vierstelligen Bereich für sich abgezweigt hat.

19 Jahre alter DHL-Paketabholer stellte sich selbst tausende Sendungen zu

In der Polizeiwache Köln-Mülheim stapeln sich gelbe Postcontainer und ganz oben steht ein Paket des Online-Versenders, der Frauen in der Werbung bei Auslieferung kreischen lässt. In Köln und in Overath kreischte aber niemand mehr, denn ein 19-Jähriger Auslieferungsfahrer des Unternehmens DHL hatte so der Leiter des Kriminalkommissariats 55 Sendungen im vierstelligen Bereich unterschlagen. Dabei hatte er mutmaßliche Komplizen wahrscheinlich sogar in seiner eigenen Familie.

Von Schuhen, Kleidung, Büchern über DVDs, alles liegt jetzt in einem Raum der Polizeiwache Mülheim. Die Beamten, die nach Beschwerden von Geschädigten den 19-Jährigen und seine Hintermänner ermittelt hatten, fanden so viel Diebesgut, dass sie einen 7,5 Tonnen LKW brauchten, um alles abzutransportieren. „Wir hatten zwei Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt“, erklärt der Leiter des Kommissariats 55 und führt weiter aus: „Der Täter war ein wenig verblüfft, als wir ihn zu Hause aufgesucht haben und ihm klar wurde, dass wir auch sein Lager kannten.“ Mit dem Weihnachtsgeschäft und massiv ab Anfang 2012 häuften sich, so die Polizei, Beschwerden bei der Deutschen Post, dass Paketsendungen ihre Empfänger in Köln und Overath nicht erreichten. Und obwohl der 19 Jahre alte Täter sehr geschickt vorging, gelang die Fahndung. Die Polizei: „Die Masche war stets dieselbe. Er holte die Pakete bei unterschiedlichen Annahmestellen ab und brachte sie zum Brief- und Frachtzentrum in Köln-Porz. Auf diesem Weg ließ der Täter einen Teil der Ladung verschwinden, denn nicht im Zentrallager, sondern erst an der darauffolgenden Station wurde die Vollständigkeit überprüft.“

Die Ermittler durchsuchten Anfang Februar die Wohnung des Verdächtigen und fanden etliche aufgerissene Pakete mit Büchersendungen, DVDs, Zubehör für Modelleisenbahnen und Retourensendungen von Bekleidungsartikeln. Einen Teil der aufgefundenen Waren konnten die Beamten sofort den "verlorenen" Sendungen zuordnen. Weitere offensichtlich unterschlagene Pakete führten die Kriminalisten auf die Fährte der Mutter (45) und des als selbstständiger Kurierfahrer tätigen Stiefvaters (44). "Wir haben die Bücherpakete auf dem Flohmarkt gekauft und verkaufen sie im Internet", erklärten beide den Beamten. Die gaben sich allerdings mit dieser Ausrede nicht zufrieden. Im Rahmen der Ermittlungen stießen die Fahnder auf eine Lagerhalle in Bergisch Gladbach, die augenscheinlich als Depot diente. Die Polizei hat ein Strafverfahren wegen Unterschlagung eingeleitet.

Die Polizei bittet derzeit noch Geschädigte von Nachfragen abzusehen. Man könne viele, wenn nicht sogar die meisten Sendungen noch zuordnen. Die Polizei wird dann gezielt auf Geschädigte zugehen.

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