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Brand in Köln: Muslime in Deutschland kritisieren Ermittlungen

Köln | Nach dem Brand in einem Kölner Wohnhaus hat der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, die Ermittlungen kritisiert. Sicherheitsbehörden sollten nicht vorschnell einen rechtsradikalen Hintergrund ausschließen, sondern durch akribische Spurensuche überzeugen, sagte Mazyek den Zeitungen der WAZ-Gruppe (Dienstagausgabe). Das hätten sie leider in der Vergangenheit, etwa bei den Ermittlungen zu den Morden der rechtsterroristischen NSU, nicht getan.

Bei einem Feuer in einem Mehrfamilienhaus in Köln waren am Samstagabend ein Mann und eine Frau ums Leben gekommen. 26 Anwohner wurden verletzt, 13 von ihnen wurden in Krankenhäuser gebracht, wie die Feuerwehr mitteilte. Mazyek geht davon aus, dass auch türkische Bewohner verletzt wurden. Die Polizei wollte die Identität der Anwohner auf dapd-Anfrage allerdings nicht bekannt geben.

Mazyek: Vertrauen in Rechtsstaat gefährdet

Mazyek warnte, unbedachte Äußerungen der Sicherheitsbehörden führten dazu, dass das Vertrauen in den Rechtsstaat noch weiter schwinde. "Deutsche Muslime haben nach den jüngsten Wohnungsbränden große Angst. Aus der Politik und Gesellschaft kommt einfach zu wenig, dass man die Sorgen der Türken und Muslime wirklich ernst nimmt", sagte er. Wenn brennende Wohnhäuser oder Angriffe auf Moscheen als Alltag begriffen und verharmlost würden, erweise man den Radikalen auf beiden Seiten einen großen Dienst.

Der Wohnungsbrand in Köln war im Eingang des Hauses ausgebrochen. Als die Feuerwehrmänner in den Hausflur nach Menschen suchten, fanden sie die beiden Leichen. Bei den Opfern handelt es sich um eine 19 Jahre alte Hausbewohnerin und einen 30 Jahre alten Mann, der bei der Frau zu Besuch war, wie die Polizei am Montag auf dapd-Anfrage bestätigte. Warum das Feuer ausbrach, sei weiterhin ungeklärt.

Im Eingangsbereich des Hauses fand die Polizei Reste eines Kinderwagens. Er kommt als möglicher Brandherd in Betracht. Wegen des Rußes sind alle 14 Wohnungen vorerst nicht bewohnbar. Die Betroffenen kamen bei Verwandten und Bekannten unter.

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