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  Jürgen Mathies, Polizeipräsident in Köln

Polizeiliche Kriminalstatistik Köln 2016: Weniger Einbrüche und Taschendiebstähle, mehr Gewalt- und Sexualdelikte

Köln | Weniger Straftaten und eine höhere Aufklärungsquote, so fasste heute Kölns Polizeipräsident Jürgen Mathies die Kriminalstatistik für das Stadtgebiet Köln im Jahr 2016 zusammen. In einigen Bereiche wurden jedoch auch deutliche Fall-Anstiege verzeichnet. Dazu gehörten die Bereiche gefährliche Körperverletzung und Sexualdelikte. Deutliche Rückgänge vermeldete die Polizei Köln dagegen in den Bereichen, Raub, Wohnungseinbruch und Taschendiebstahl. Für 2017 kündigte Mathies eine weiterhin hohe Präsenz der Polizei auf den Straßen Kölns sowie eine Ausweitung der Videoüberwachung an.

„Wir sind auf einem guten Weg in Köln“, erklärte heute Jürgen Mathies, Polizeipräsident Köln. Denn insgesamt sei die Zahl der Kriminalfälle im Kölner Stadtgebiet um über sechs Prozent zurückgegangen. Die Aufklärungsquote hätte zugleich um vier Prozent auf gut 47 Prozent gesteigert werden können. Ein Grund zum Ausruhen sei das jedoch nicht, so Mathies. Denn immer noch liege Köln nach der Kriminalitätshäufigkeitszahl, die die Kriminalitätsbelastung pro 100.000 Einwohner abbildet, mit knapp 14.000 Fällen pro 100.000 Einwohner zu hoch. Insgesamt verzeichnete die Kriminalstatistik für das Kölner Stadtgebiet im Jahr 2016 rund 145.800 Fälle in Köln. Das seien die niedrigsten Fallzahlen seit fünf Jahren, so Mathies.

Weniger Wohnungseinbrüche in Köln

Einen deutlichen Rückgang vermeldete Klaus-Stephan Becker, Leiter der Direktion Kriminalität in Köln, etwa im Bereich der Wohnungseinbrüche. Mit knapp 4.000 Fällen in Köln wies die Kriminalstatistik für das Jahr 2016 gut 1.000 Fälle weniger aus als im Vergleich zum Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang von gut 23 Prozent. Ziel soll es nun sein, den Anteil der unvollendeten Einbrüche auf 50 Prozent zu bekommen. Im vergangenen Jahr wurden 48 Prozent der Wohnungseinbrüche abgebrochen. Als Ursache für den Rückgang der Fallzahlen nannte Becker die erhöhte Präsenz der Polizei in ganz Nordrhein-Westfalen sowie die zusätzlichen Ermittlungsgruppen der Polizei Köln. Dank dieser hätte etwa die Tatortaufnahme verbessert werden können. Das habe auch zu einer besseren Aufklärungsquote geführt. Insgesamt konnten 2016 knapp elf Prozent der Einbrüche aufgeklärt werden.

Knapp 23 Prozent weniger Taschendiebstähle

Einen deutlichen Rückgang vermeldet die Kriminalstatistik auch im Bereich der Taschendiebstähle. Hier wurden im Kölner Stadtgebiet knapp 3.000 Fälle gezählt. Im Vergleich zum Jahr 2015 war dies ein Rückgang von knapp 23 Prozent. Landesweit sei die Zahl der Taschendiebstähle in Nordrhein-Westfalen um etwa 6,4 Prozent zurückgegangen. Dabei seien insbesondere die früheren Schwerpunktbereiche rund um den Kölner Dom und auf den Ringen für Taschendiebstähle aufgrund einer erhöhten Polizeipräsenz unattraktiver geworden, sagte Becker. Auch im Bereich der Diebstähle an und aus Kraftfahrzeugen konnte mit einer Gesamtzahl von gut 1.400 Fällen ein Rückgang von etwa 12 Prozent gemessen werden.

Anstieg bei Betäubungsmittel-Delikten

„Dieser Anstieg ist wünschenswert“, sagte Becker zu der gestiegenen Anzahl an Betäubungsmittel-Delikten. In Köln wurden 2016 über 1.300 Fälle gezählt. Das ist ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um über 20 Prozent. Der Anstieg bedeute jedoch nicht, dass es mehr Delikte gäbe, so Becker, vielmehr sei die Dunkelziffer gesunken. Zu den Schwerpunkten im Kölner Stadtgebiet gehörten nachwievor der Neumarkt, der Wiener Platz, der Weltjugendtagsweg und verstärkt auch der Ebertplatz.

Anstieg im Bereich Sexualdelikte aufgrund von Silvesternacht

Aufgrund der Silvesternacht 2015/ 2016 weist die Kriminalstatistik im Bereich der Sexualdelikte für das Stadtgebiet Köln einen deutlichen Anstieg aus. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr über 400 Vergewaltigungen und sexuelle Nötigungen angezeigt, darunter 257 im Zusammenhang mit der Silvesternacht 2015/ 2016. Ließe man diese außer Acht hätte sich die Zahl der angezeigten Sexualdelikte im Vergleich zum Vorjahr etwas reduziert. Einen deutlichen Anstieg gab es bei den angezeigten Beleidigungen auf sexueller Grundlage. Wurden der Polizei Köln 2015 knapp 600 Beleidigungen gemeldet, waren es 2016 rund 1.000. Dies hänge auch damit zusammen, dass sich das Anzeigen-Verhalten angestoßen durch die Debatte um die Silvesternacht insgesamt verändert habe, sagte Becker. Landesweit sei die Zahl der angezeigten Beleidigungen auf sexueller Grundlage in NRW um rund 25 Prozent gestiegen.

Mehr Gewalt gegen Polizeibeamte in Köln

„Es darf nicht sein, dass Polizeibeamte regelmäßig beleidigt oder angegriffen werden“, sagte Mathies. Im gesamten Stadtgebiet sei die angezeigte Zahl der Gewaltdelikte gegen Polizeivollzugsbeamte um 40 Prozent angestiegen. Insgesamt wurden über 2.500 Fälle gezählt. „Die Hemmungen, Polizisten zu beleidigen und anzugreifen“, nehmen eindeutig ab“, so Mathies. Kölns Polizeipräsident stellte den Schutz der Beamte unter seine persönliche Aufgabe. Um Polizeibeamte stärker zu beraten, sei nun eine Projektgruppe einberufen worden.

2016 wurden in Köln 13 Menschen getötet, weitere 19 Versuche wurden der Polizei Köln gemeldet. Dies entspricht einem leichten Rückgang im Vorjahr. Die Aufklärungsquote lag dabei in Köln bei 97 Prozent. Nicht aufgeklärt werden konnte allein ein Tötungsdelikt, dass sich im Mai 2016 in Dellbrück ereignete.

Ausblick 2017: Mehr Polizeipräsenz und Videoüberwachung

Für das laufende Jahr 2017 kündigte Mathies heute eine weiterhin erhöhte Polizeipräsenz im Stadtgebiet in Köln an. „Daran führt kein Weg vorbei“, sagte Kölns Polizeipräsident. Zudem sollen es künftig verstärkt Ermittlungsgruppen gebildet werden, um die Aufklärungsquote in Köln zu verbessern. Darüber hinaus soll die Videoüberwachung im Stadtgebiet ausgebaut werden. In den nächsten Tagen sollen weitere Kameras rund um den Dom und den Hauptbahnhof in Betrieb genommen werden. In den kommenden Monaten soll dann eine verstärkte Video-Beobachtung auf den Kölner Ringen erfolgen.

Die polizeiliche Kriminalstatistik erfasst die der Polizei Köln angezeigten Delikte und die von ihr von Amtswegen verfolgten Straftaten. Nicht erfasst wird hier, in wie vielen Fällen eine von einem Gericht verurteilte Straftat vorliegt.

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