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Symbolfoto

SEK-Kräfte stellen sich Wettbewerb - Spezialeinheiten treffen sich zu internationalem Wettkampf in Dortmund - Teams sollen ihre Einsatzfähigkeit beweisen

Dortmund | aktualisiert 18:00 Uhr | Angehörige von Spezialeinheiten der Polizei treffen sich ab Montag (18. Juni) zu einem internationalen Wettkampf in Dortmund. In zehn Wettbewerben werden Teams aus der Schweiz, Luxemburg und Deutschland vier Tage lang das beste Team ermitteln, wie die Organisatoren mitteilten. Der Vergleich findet alle zwei Jahre statt und dient vor allem dem Kennenlernen und dem Austausch von Taktiken.

Der Hubschrauber fliegt langsam über den Sorpesee, nahe dem Ufer bleibt er in der Luft stehen. Die Türen des Helikopters EC 155 öffnen sich, zwei Seile werden heruntergelassen. Aus einer Höhe von etwa 25 Metern lassen sich sechs Männer in dunklen Einsatzanzügen herunter ins Wasser gleiten. Dort entern sie zwei Schlauchboote, mit denen sie zum Ufer paddeln. Anschließend müssen sie einen überdimensionalen Lkw-Reifen transportieren und eine steinerne Kaskade mit meterhohen Hindernissen heraufklettern.

Mit der spektakulären Aktion im sauerländischen Sundern macht das Polizeipräsidium Dortmund auf einen ungewöhnlichen Wettbewerb aufmerksam: Am Montag (18. Juni) startet in Dortmund und Umgebung ein internationaler Vergleich von Spezialeinheiten der Polizei aus der Schweiz, Luxemburg und Deutschland. Zehn Teams mit jeweils sechs Mitgliedern von Spezialeinsatzkommandos (SEK) treten dort vier Tage lang gegeneinander an. "Mit dem Wettbewerb wollen wir Einsatzerfahrung sammeln und uns mit unseren Kollegen austauschen", sagt der beim Dortmunder Polizeipräsidium verantwortliche Gruppenleiter für Spezialeinheiten, Gerhard Wolf.

Zehn Übungen mit einer Länge von jeweils 30 bis 90 Minuten müssen die SEK-Angehörigen absolvieren. Welche Aufgaben die SEK-Kräfte bewältigen müssen, wird noch geheim gehalten. Getestet werden sollen bei dem Vergleich vor allem die Ausdauer, Kraft und Koordination der SEK-Männer. "Auch bei der Arbeit müssen wir uns immer wieder neuen Herausforderungen stellen. Das stellen wir bei den Übungen nach", erklärt Wolf. Die Öffentlichkeit ist bei dem Vergleich ausgeschlossen.

Wettbewerb steht unter dem Motto "Phönix"

Der Wettbewerb findet alle zwei Jahre statt und steht diesmal unter dem Motto "Phönix". Der Titel ist eine Anspielung auf den mythischen Feuervogel, der aus der Asche aufersteht, und eine Reverenz an das Ruhrgebiet, das nach der Bewältigung des Strukturwandels einen neuen Aufschwung erleben soll. Einige der Wettbewerbe finden zudem an den Kulissen der Industriekultur statt.

"Mit dem Wettbewerb wird die Einsatzfähigkeit der SEK-Kräfte demonstriert - diese hohe Einsatzbereitschaft muss ja rund um die Uhr garantiert sein", sagt der Dortmunder Polizeipräsident Norbert Wesseler. 850 Einsätze hätten die SEK-Einheiten im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen absolviert. Dazu zählten unter anderem Geiselnahmen, Durchsuchungen etwa von Rockerquartieren oder Demonstrationen. Derzeit existieren sechs SEK-Standorte in NRW: in Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster. Wie viele SEK-Kräfte es im Land gibt, wird nicht gesagt.

Bei den Einsätzen sei vor allem Teamarbeit gefragt, erklärt der Kommandoführer der SEK-Männer aus Dortmund, die die Vorführung am Sorpesee gezeigt haben. "Teamwork zählt bei uns", sagt der 47-Jährige, der seinen Namen nicht verraten möchte. So arbeite er mit seinem Team "seit 16 bis 17 Jahren zusammen". Zugleich seien die Einsätze aber auch immer eine große physische Belastung. Damit die SEK-Männer fit bleiben, gibt es jedes Jahr körperliche Tests. Wer durchfällt, muss in den regulären Dienst wechseln.

So abwechslungsreich die Arbeit als SEK-Mann auch sein mag, die Spezialeinheiten leiden derzeit unter einem akuten Nachwuchsproblem. "Die Leute, die zu uns kommen, sind nicht mehr so fit wie früher", sagt der Kommandoführer. Viele seien nicht trainiert genug, um die Prüfung zu bestehen. Zudem gibt es in der Gesellschaft die Tendenz zur "Ich-AG", wie Gruppenleiter Wolf beobachtet hat. Die Folge: Viele junge Polizeibeamte wollten sich der Herausforderung SEK nicht mehr stellen. Ob sich durch den internationalen Wettkampf viele neue Interessenten für diesen Beruf finden lassen, sieht Wolf eher skeptisch.

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