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Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer, Andreas Koch, stellvertretender Leiter Direktion Kriminalität bei der Polizei Köln und Ralf Remmert, Pressechef der Kölner Polizei erläutern die Festnahme des Tatverdächtigen.

Versuchte Vergewaltigungen – Tatverdächtiger ist als Sexualstraftäter bekannt

Köln | Die Taten ereigneten sich am 31. Mai und am 2. Juni in Lindenthal und der Kölner Südstadt. Zwei junge Frauen werden überfallen und sexuell bedrängt, als Passanten sich nähern, lässt der Täter von ihnen ab. Polizei und Staatsanwaltschaft sprechen von dem Tatvorwurf versuchter Vergewaltigung und präsentieren einen Tatverdächtigen: Der Mann ist ein verurteilter Sexualstraftäter, der erst vor acht Wochen aus der Haft entlassen wurde.

Bei der Tat am 31. Mai soll der Tatverdächtige eine 23-Jährige in Lindenthal in ein Gebüsch gezerrt haben. Er wird von einem Passanten überrascht und lässt von seinem Opfer ab. Am 2. Juni ereignete sich eine ähnliche Tat in der Kaesenstraße der Kölner Südstadt. Eine 21-Jährige wird zu Boden gerissen, Stimmen sind zu hören, der Täter lässt von ihr ab. Die Polizei ist sich sicher, dass es sich um den vor acht Wochen aus der Haft entlassenen Sexualstraftäter handelt, der an einem Programm für rückfallgefährdte Sexualstraftäter des Landes Nordrhein-Westfalen teilnimmt. Das Programm heißt KURS und teilt die Täter in Kategorien A, B und C ein. Aktuell gibt es in Köln eine mittlere zweistellige Zahl an ehemaligen Haftinsassen, die dem KURS-Programm zuzurechnen seien.

Der Tatverdächtige verbüßte eine 12-jährige Haftstraße, zu der er wegen fünffacher Vergewaltigung, darunter einer 12-Jährigen, rechtskräftig verurteilt gewesen war. Seine Prognose nach der Haft war nicht positiv und er wurde als rückfallgefährdet eingestuft. Nach seiner Entlassung ließ der Mann sich in Köln nieder und wurde in das KURS-Programm aufgenommen. Die Polizei führte eine Gefährdeansprache durch, die Bewährungshilfe war involviert und am 25. April wurde der Mann auf das Polizeipräsidium bestellt. Die Polizei machte neue Fotos und wollte eine DNA-Typisierung durchführen, die der Mann allerdings verweigerte. Es folgte ein weiterer Besuch der Bewährungshelfer und am 25. Mai, also wenige Tage vor der ersten Tat, besuchte die Kölner Polizei den Mann bei sich zu Hause. Bei diesem Gespräch habe sich der Mann nicht immer kooperativ gezeigt, beschreibt die Polizei den Termin. Daraufhin ergriff die Polizei Maßnahmen, darunter eine vertiefte Beobachtung. Die beiden Taten konnte dies aber nicht verhindern.

Am 12. Juni, also acht Wochen nach seiner Entlassung, suchte die Polizei den Mann erneut auf und nahm in fest. Staatsanwalt Ulrich Bremer erklärte, dass bei der Durchsuchung Beweismaterial gefunden und DNA Spuren sichergestellt wurden, die einen dringenden Tatverdacht der versuchten Vergewaltigung in zwei Fällen rechtfertigen. Der Tatverdächtige sei einem Haftrichter vorgeführt worden, der Haftbefehl erlassen habe. Der Beschuldigte schweigt aktuell zu den Vorwürfen und wird von einem Pflichtverteidiger vertreten. Das Strafmaß kann zwischen 2-15 Jahren liegen, so Bremer. Bei der 12-jährigen Vorstrafe ist eine Sicherheitsverwahrung zu beantragen. Bremer lobte die beiden Opfer, die zur Aufklärung einen maßgeblichen Beitrag leisteten. Die Polizei stellte fest, dass nach der Entlassung des Tatverdächtigen vor acht Wochen aus der Haftanstalt ihr noch kein rechtskräftiger Beschluss zur Führungsaufsicht vorlag.

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