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Am Sonntag gibt es auch eine Schau mit Plakaten von früheren Sonderausstellungen.

40 Jahre NS-Dokumentationszentrum in Köln

Am 13. Dezember 1979 gab es den Ratsbeschluss für eine Gedenkstätte im EL-DE-Haus und für ein Dokumentationszentrum für die Zeit des Nationalsozialismus.

Köln | In der NS-Zeit bereitete das EL-DE-Haus am Appellhofplatz Angst und Schrecken weit über die Stadtgrenzen Kölns hinaus. Es wurde 1935 von der Gestapo angemietet und blieb bis zum Kriegsende deren Hauptquartier. Im Keller wurde ein Gefängnis eingerichtet, der Innenhof wurde zur Hinrichtungsstätte, wo 400 Menschen von den Nazis ermordet worden sind. Nach dem Kriegsende fanden dort verschiedene städtische Ämter ihren Platz. Die Kölner heirateten dort und beantragten ihre Rente. Der geschichtsträchtige Keller diente als Aktendepot und Rumpelkammer.

Schon in den 60er Jahren gab es erste Versuche, die Aufmerksamkeit auf die Geschichte des Hauses zu lenken. In den 70er Jahren hatten sich der Lehrer Kurt Holl und der Fotograf Gernot Huber im Gebäude einschließen lassen, um in den ehemaligen Zellen Fotos von den Inschriften der dort Inhaftierten zu machen. Erst jetzt fanden die Forderungen Gehör, eine Gedenkstätte im EL-DE-Haus einzurichten. Dazu gab es am 13. Dezember 1979 einen entsprechenden Ratsbeschluss. Ein weiterer Beschluss sah vor, ein Dokumentationszentrum für die Zeit des Nationalsozialismus zu schaffen. Damit nahm Köln eine Vorreiterrolle ein, in anderen Städten gab es erst viel später solche Einrichtungen.

Doch der Weg zum heutigen NS-Dok mit seiner Dauerausstellung, seiner Forschung und seinen umfassenden Bildungsangeboten war noch weit und steinig. Die Kellerräume wurden hergerichtet und die Inschriften wurden freigelegt, sodass 1981 die Gedenkstätte im EL-DE-Haus eröffnet werden konnte. Für das Dokumentationszentrum wurde zunächst eine Personalstelle im Stadtarchiv eingerichtet. Das EL-DE-Haus hielt man damals als Ort noch für ungeeignet. „Heute ist das Haus unser wichtigstes Exponat. Die Kraft des authentischen Ortes wurde in der Anfangszeit falsch eingeschätzt“, sagt Werner Jung, der Direktor des NS-Dok.

Eine Bürgerinitiative forderte Mitte der 80er Jahre, ein tatsächliches Dokumentationszentrum zu schaffen, was 1987 dann vom Rat beschlossen wurde. Drei Stellen wurden dafür geschaffen. Ein Jahr später zog das NS-Dok endlich ins EL-DE-Haus. Die räumlichen Möglichkeiten waren dort zunächst sehr begrenzt. Die ersten Sonderausstellungen fanden in der zum Stadtmuseum gehörenden Alte Wache statt. Erst 1997 konnte der erste große Umbau des EL-DE-Hauses fertiggestellt werden – fast 20 Jahre nach dem ersten Ratsbeschluss.

Nun war Platz für die inzwischen mehrfach ausgezeichnete Dauerausstellung mit der Verbindung zur Gedenkstätte sowie für Sonderausstellungen, Vorträge und für die Bibliothek des NS-Dok. Personell hatte sich seit 1987 aber kaum etwas verändert – nur eine neue Stelle für das Besuchsprogramm für ehemalige Zwangsarbeiter sowie für zwei größere Projekte zur Geschichte der Polizei und der Zwangsarbeit wurde genehmigt. Die wichtige pädagogische Arbeit des NS-Dok wurde nicht personell unterstützt. Erst 2008 wurde eine solche Stelle geschaffen und die Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus eingerichtet. Es dauerte auch, bis die international hochanerkannte Dauerausstellung von den Kölnern selbst wirklich wahrgenommen wurde.

Erst in den 2000ern änderte sich das grundlegend. Die Dauerausstellung wird modernisiert und mit Medienstationen versehen, auch die Gedenkstätte wird erneuert. Der erste große Wurf kam dann 2012/13, mit der Erweiterung des NS-Dok um die Räumlichkeiten der benachbarten Galerie. Dazu kommen so eine neue Fläche für Sonderausstellungen sowie ein pädagogisches Zentrum. Auch die Bereiche der Dokumentation und der Bibliothek bekamen neue größere Plätze im Zentrum. Erstmals wurde der Innenhof als frühere Hinrichtungsstätte neu gestaltet und in die Gedenkstätte miteinbezogen. Zuvor standen dort Müllcontainer und Autos.

Der zweite große Wurf folgt für das NS-Dok, das jährlich neue Besucherrekorde verzeichnen kann und das im Jahr sieben bis acht Sonderausstellungen anbietet, mit der Erweiterung um die oberen beiden Etage, sodass das EL-DE-Haus nun komplett belegt werden kann. Aktuell werden diese Räume hergerichtet, um den Ausbau zum „Haus für Erinnern und Demokratie“ realisieren zu können.

Zum Anlass des 40-jährigen Bestehens gibt es an diesem Sonntag von 11 bis 17 Uhr einen Tag der offenen Tür mit Führungen zur Gedenkstätte, Dauerausstellung und zur Sonderausstellung. Vor Ort gibt es für die Besucher Einblicke in die Arbeit des NS-Dok.

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