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Avi Nir-Kleinfeld trägt sich unter den Augen der Gastgeberin, Oberbürgermeisterin Henriette Reker, ins Gästebuch der Stadt Köln ein.

70 Jahre Israel: Mehr als 100 Gäste sind bei der Eröffnung dabei

Köln | Die Deutsch-Israelische Gesellschaft hat am heutigen Montag feierlich im Spanischen Bau des Rathauses die Ausstellung „Geschichte Israels“ eröffnet. Ab dem morgigen Dienstag steht sie bis zum 24. August kostenfrei im Lichthof des Spanischen Baus offen.

An der heutigen Eröffnung nahmen neben Vertretern der DIG (Deutsch-Israelische Gesellschaft) und Repräsentanten der großen Weltreligionen auch der Gesandte des Staates Israel in Deutschland, Avi Nir-Feldklein, an der Zeremonie teil. Er trug sich zudem ins Gästebuch der Stadt Köln ein. Beide Seiten – die Stadt Köln und ihre oberste Repräsentantin sowie der Vertreter Israels – versicherten sich ihrer gegenseitigen Freundschaft.

Und so zeigt die Ausstellung in elf nüchternen Informationstafels (zehn von ihnen sind von beiden Seiten mit Informationen bestückt, also insgesamt 21 Infotafeln) die „wechselvolle“ Geschichte der Juden in Europa. Nicht zuletzt die „Shoa“ (der Holocaust an den Juden durch das Hitler-Regime) habe den „Erzählfaden“ der gemeinsamen abendländischen Kultur zerschnitten. Erst nach und nach werden wieder neue geknüpft, auch in Köln. Reker erinnerte dabei an die erst vor knapp einem Monat erfolgte Grundsteinlegung der „MiQua“, des Jüdischen Museums auf dem Rathausvorplatz. „Hier rückt die jüdische Geschichte hin, wo so auch historisch hingehört“, betonte die erste Bürgerin der Stadt.

Sorge vor Antisemitismus – Ausstellung soll Zeichen setzen

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Dass antisemitische Ressentiments in der 1700-jährigen Geschichte von Juden und Christen im Rheinland immer wieder von Rissen, Widersprüchen und Konflikten geprägt war, zeige sich alleine dadurch, dass erst im Jahr 1794 den Juden wieder erlaubt war, sich auf Kölner Stadtgebiet anzusiedeln und dies auch nur, weil die Franzosen in diesem Jahr die Stadt eroberten. 1424 waren sie „auf alle Ewigkeit“ aus Köln verbannt worden. Schon Generationen zuvor, genau im Jahr 1349, waren Juden Opfer von Progromen geworden, ein solcher Vorfall in der Bartholomäus-Nacht dieses Jahres ging als „Judenschlacht“ in die Geschichte ein.

Trotz der vielfältigen Bande, die Köln mit seinen 22 internationalen Städtepartnerschaften inzwischen geknüpft hat und trotz der 39-jährigen Städtefreundschaft mit der israelischen Metropole Tel Aviv-Yafo gehe es unverändert darum, gegen Antisemitismus anzugehen, gab sich Reker kämpferisch. Das gelte auch für die Existenz des Staates Israel. „Das Existenzrecht Israels ist nicht verhandelbar. Wer die Vielfalt und Weltoffenheit als Gesellschaftsform leugnet oder gar bekämpft, greift auch unsere Identität an“, so Reker weiter. Gerade erst zweieinhalb Wochen zuvor hatte der Kölner Stadtrat das mit großer Mehrheit in einem gemeinsamen Beschluss bekräftigt, erinnerte die Oberbürgermeisterin.

Köln hat eine besondere Bedeutung

Dr. Johannes Platz, Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Köln, erinnerte in seiner Ansprache an die Tradition des Zionismus in Köln. So habe Moses Hess bereits im Jahr 1862 in seinem Buch „Rom und Jerusalem“ die Blaupause für den Zionismus geliefert. Andere Zionisten wie etwa David Wolfsohn gelten als Ideengeber der heutigen israelischen Nationalflagge. Wolfsohn war später Nachfolger von Theodor Herzl als Präsident der Zionistischen Weltorganisation. Diese wichtige Rolle, die Köln für die deutsch-israelischen Beziehungen spielt, ist bis heute ungebrochen, wie das Konzept „Schools Open“, ein internationaler Appell an ehemalige Uni-Absolventen aus Köln, die inzwischen in Israel leben und arbeiten, zeige.

Und auch der israelische Botschafter zeigte sich hocherfreut und „überwältigt“ von der Ausstellung und ihrer symbolischen Bedeutung. Auch er betonte die besondere Stellung Kölns, machte aber zugleich auch auf die Gefahren aufmerksam, die seinem Heimatstaat durch Angriffe von außen drohen. Trotz antisemitischer Ressentiments bestimmter Teile der Gesellschaft überwiege die Zuversicht, dass die zivilgesellschaftliche Unterstützung wie zuletzt in mehreren Demonstrationen überwiege. Auch das komme in der Ausstellung zur Sprache.

Der Staat Israel wurde am 14. Mai 1948 gegründet. Die Ausstellung ist modular aufgebaut und widmet sich in verschiedenen Kapiteln den Ursprüngen, der Vorbereitung des Staates Israel und den Herausforderungen seit seiner Gründung. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft zeigt die Informationstafeln noch bis zum 24. August im Lichthof des Spanischen Baus. Kooperationspartner sind neben der Stadt Köln auch die Landeszentrale für politische Bildung NRW. Das Auswärtige Amt untersützt die Ausstellung finanziell. Der Spanische Bau ist montags, mittwochs und donnerstags von 8 bis 16 Uhr, dienstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenfrei.

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