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79 Corona-Neuinfektionen am Sonntag in Köln bestätigt

Köln | Bei 79 Kölnerinnen und Kölnern bestätigte sich am Sonntag, 21. Februar, eine Infektion mit dem Coronavirus. Es verstarb niemand mit oder am Virus, so das Robert Koch-Institut (RKI). Die 7-Tage-Inzidenz für Köln liegt im Zeitraum 15. bis 21. Februar bei 67,6 und sank damit leicht gegenüber dem Vortag. Deutschlandweit lag die Zahl der Corona-Neuinfektionen gestern bei 4.369. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnt vor vorschnellen Lockerungen.

In allen Kliniken auf Kölner Stadtgebiet werden derzeit 209 Menschen, davon 61 auf Intensivstationen, mit einer Corona-Erkrankung behandelt. Diese Zahlen beziehen sich allerdings nicht nur auf in Köln gemeldete Personen.

Die Zahl der positiv in Köln nachgewiesenen Virusmutanten steigt weiter und insgesamt wurden 669 Fälle seit dem 20. Dezember erfasst. In 512 Fällen handelt es sich um die britische und in 157 Fällen um die südafrikanische Variante. In 30 Alten- und Pflegeeinrichtungen sind derzeit 79 Bewohnerinnen und Bewohner positiv auf das Virus getestet und insgesamt sind 29 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter infiziert.

RKI meldet 4.369 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 61,0

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Montagmorgen 4.369 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 1,3 Prozent oder 57 Fälle weniger als am Montagmorgen vor einer Woche, als 4.426 Neuinfektionen binnen eines Tages offiziell veröffentlicht worden waren. Die Inzidenz stieg laut RKI-Angaben von 60,2 auf 61,0 neue Fällen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Dass die Zahl der neuen Fälle gegenüber der Vorwoche sank, der Inzidenzwert aber stieg, ist nur möglich, weil das RKI letzte Woche zahlreiche Nachmeldungen aus früheren Zeiträumen hatte, die aber in die Inzidenzwertberechnung nicht eingehen. Insgesamt geht das Institut derzeit von rund 125.000 aktiven Corona-Fällen mit Nachweis aus, das sind etwa 20.100 weniger als vor einer Woche. Wie hoch die Dunkelziffer ist, weiß niemand.

Außerdem meldete das RKI lediglich 62 Tote binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Virus, im Vergleich der letzten Wochen ein ungewöhnlich niedriger Wert, der vermuten lässt, dass wieder nicht alle Daten vollständig übertragen wurden. Innerhalb der letzten sieben Tage waren es 2.827 Todesfälle, entsprechend durchschnittlich 404 Todesfällen pro Tag. Am Vortag lag dieser Wert bei durchschnittlich 412 Corona-Toten innerhalb der letzten sieben Tage.

Auf den Intensivstationen wurden unterdessen am frühen Montagmorgen 3.054 Covid-19-Patienten intensiv behandelt. Am Sonntagmittag waren es 3.057.

Montgomery: Keine vorschnellen Lockerungen der Corona-Maßnahmen

Angesichts wieder steigender Infektionszahlen warnt der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, vor weiteren Lockerungen der Corona-Maßnahmen. "Wer in Zeiten steigender R-Werte über Lockerungen spricht, handelt absolut unverantwortlich", sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagausgaben). Es sei zu früh für Lockerungen.

"Bei jeder Lockerung wird es einen deutlichen Anstieg der Zahlen geben." Mit Blick auf die zuletzt wieder gestiegene Sieben-Tage-Inzidenz und den erneut hohen R-Wert warnte Montgomery: "Der Inzidenzwert zeigt, wo wir aktuell stehen. Der R-Wert zeigt, wohin wir gerade gehen. Bei einem Wert klar über 1,0 droht wieder exponentielles Wachstum - und genau das ist jetzt der Fall." Das Virus habe mit seinen Mutationen eine neue Stufe erreicht. Es sei nicht nur ansteckender, sondern führe wahrscheinlich auch zu schwereren Krankheitsverläufen.

Das Robert-Koch-Institut hatte den bundesweiten Sieben-Tage-R-Wert am Sonntagnachmittag mit 1,10 angeben, er lag damit zum dritten Mal in Folge über der kritischen Marke von 1,0. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz war wieder auf über 60 Fälle pro 100.000 Einwohner gestiegen. Als Reaktion auf die Entwicklung forderte Montgomery eine Beschleunigung der Impfungen: Impfstoffdosen, die in der ersten Prioritätsgruppe nicht abgerufen würden, müssten jetzt sofort in der zweiten Gruppe zum Einsatz kommen. "Wir dürfen uns hier nicht sklavisch an die Impfreihenfolge halten", mahnte der Mediziner.

Der Weltärztepräsident warnte zudem davor, die Debatte über die Pandemie zu macht- und parteipolitischen Zwecken zu gebrauchen. "Die politische Kommunikation über die Pandemie könnte besser laufen. Es geht sehr oft nicht um epidemiologische Fakten, sondern vor allem um Eitelkeiten." Er habe die große Sorge, dass diese Entwicklung mit dem heraufziehenden Bundestagswahlkampf noch eskaliere. "Das können wir uns nicht leisten", sagte Montgomery.

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