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Der Kölner Erzbischof Woelki und andere Kirchenführer bitten um den Segen Gottes für den Verstorbenen. | Foto: Ralph Kruppa

Abschied von Kardinal Meisner - Im Hohen Dom - Gottesdienst und Beisetzung

Köln | Es dauerte mehr als eine Viertelstunde, bis alle Prozessionsteilnehmer ihren Platz in der Hohen Domkirche erreicht haben. Neben den verschiedenen Gruppen und Orden innerhalb der Katholischen Kirche hatten sich auch zahlreiche Abordnungen aus der Kölner Gesellschaft, vieler Schützenbruderschaften sowie einige Studentenverbindungen in der Hohen Domkirche eingefunden. Die eigentliche Bestattungsfeier dauerte rund zwei Stunden.

Den Bericht und die Videos zur Prozession finden >

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Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet zollten dem Verstorbenen ihren Respekt

Neben den hochrangigen Kirchenmännern (mehr als zwei Dutzend Erzbischöfe und Kardinale sowie der Apostolische Nuntius Dr. Nikola Eterovic) hatten sich auch einige Politiker angekündigt. In der ersten Reihe nahm der frisch gewählte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet neben Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker Platz. Auch der Oberbürgermeister von Leverkusen, die neue NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer, die beiden Kölner Landtagsabeordneten Martin Börschel (SPD) und Bernd Petelkau sowie Bürgermeister Hans-Werner Bartsch waren bei der feierlichen Beisetzung dabei.

Leidenschaftlicher Glauben bis zum Tod

In seiner Predigt ging der ungarische Kirchenmann, Erzbischof Peter Kardinal Erdö aus Esztergom-Budapest und Primas von Ungarn, auf die Verdienste Meisners ein. Er lernte den Verstorbenen Mitte der 1970er Jahre in Berlin kennen und schätzen. Auch wenn Meisner unter den Kirchenführern als „Hardliner“ galt, bewies er an seiner Wirkungsstätte in Berlin viel Verständnis und Diplomatie, um die schwierige Mission an der Nahtstelle des Ost-West-Konflikts mit Leben zu füllen. „Das war sein Beitrag zur deutschen Wiedervereinigung“, erinnerte Erdö. Überhaupt hatte der gebürtige Schlesier Meisner Zeit seines Lebens eine besonders innige Verbindung zu den mittel- und osteuropäischen Staaten. „Er war ein dynamischer, offener Pastor mit praktischem Sinn“, so der ungarische Kirchenmann über seinen Freund.
Auch sein Nachfolger Woelki betonte, dass Meisner ein besonders leidenschaftlicher Vertreter des Glaubens war. Dabei galt Meisner als besonderer Marienverehrer. In seinen letzten Tagen schien er von „gelöster Heiterkeit“, offenbar mit sich und anderen im Reinen. Nach seinem Rückzug aus dem Amt des Erzbischofs habe er gelernt, loszulassen. Die letzten Tage habe er seine Freunde und Vertrauten um sich geschart. Am Vorabend seines Todes sei er betend eingeschlafen. „Die Art seines Sterbens zeigt, wie er gelebt hat“.

Ein würdiger Rahmen für den letzten Weg

Exakt um 12 Uhr wurden die sterblichen Überreste des langjährigen Erzbischofs dann in die Bischofsgruft des Kölner Doms abgesenkt. Kardinal Woelki erinnerte in Verabschiedung an ein Zitat, das Meisner ein Jahr vor seiner Berufung nach Köln in Dresden geäußert habe. „Wir wollen in Köln keinem anderen Stern folgen als dem von Bethlehem. Es ist kein Irrlicht“. Ein Vierteljahrhundert sollte er einem der größten Schätze der Katholischen Kirche sehr nahe sein. In unmittelbarer Nähe findet er seine letzte Ruhe.

Die gesamte Verabschiedung wurde musikalisch von den Domchören unter Leitung von Oliver Sperling und Winfried Krane begleitet. Vor allem Sopranistin Theresa Klose überzeugte mit ihren Gesangseinlagen und auch die anderen Solo-Vokalisten Elvira Bill (Alt), Henning Jendritza (Tenor) und Thilo Dahlmann (Bass) sorgten für einen würdigen Rahmen. Winfried Bönig an der Orgel sowie Mitglieder des Kölner Gürzenich-Orchesters rundeten den musikalischen Rahmen ab. Der Dom und seine unvergleichliche Akustik taten ihr Übriges.

Reaktionen aus der Politik

Kurz nach dem Ende der Beisetzung äußerte sich dann auch NRW-Ministerpräsident Laschet gegenüber der Presse zum Verstorbenen. „Er war ein streitbarer Mensch, warb aber auch um seine Ideen. Wir haben heute die Vielfalt katholischen Lebens erlebt“, so der regierende Christdemokrat im bevölkerungsreichsten Bundesland. Kölns Oberbürgermeisterin Reker hatte sich schon zuvor geäußert. „Er war ein kritischer Denker und Mahner. Über sein theologisches Wirken hinaus setzte er sich gerade in Köln immer wieder mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen auseinander. Trotzdem waren seine Beiträge immer auch geprägt von großer Menschenliebe, präziser Analyse und tiefem Glauben“, hatte Reker am Tag seines Todes mitteilen lassen.

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Auch die wenigen verbliebenen freien Plätze füllten sich bis zum Beginn der Begräbnisfeier.

Die Resonanz auf die Beisetzung war angemessen, wenn auch nicht überschwänglich. Wie viele Teilnehmer an der Trauerprozession teilnahmen, lässt sich schwer abschätzen. Entlang des Prozessionsweges gab es größere Lücken. Im Kölner Dom ging es jedoch dicht gedrängt zu, die Verantwortlichen des Erzbistums schätzen die Zahl der Gläubigen während der feierlichen Beisetzung auf 4000 bis 4500. Nach der Beisetzung hatten sich noch einmal einige Hundert vor dem Süd- und dem Westportal des Doms versammelt. An die Beliebtheit eines Kardinal Frings kam Meisner nicht heran.

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